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| 02:41 Uhr

Lübben ist zum Heiraten sehr beliebt

Vor dem Gesetz gilt das Paar erst als verlobt, wenn es das Aufgebot beim Standesamt bestellt hat.
Vor dem Gesetz gilt das Paar erst als verlobt, wenn es das Aufgebot beim Standesamt bestellt hat. FOTO: fotolia
Lübben. Hunde, die die Ringe bringen, unerwarteter Besuch und gleich zwei Dolmetscher - Hochzeiten werden nie langweilig. Die Lübbener Standesbeamtinnen waren auch 2015 auf ganzer Linie gefordert. Ingvil Schirling

"Wir sind sehr beliebt", fasst Monika Radigk die ungebrochene Nachfrage nach Hochzeiten in Lübben zusammen. 134 Paare gaben sich standesamtlich in der Spreewaldstadt vergangenes Jahr das Ja-Wort. Das waren zwar etwas weniger als im Jahr davor, doch die liebevolle und umsichtige Art und Weise, in der die Feier in der Spreewaldstadt auch von standesamtlicher Seite gestaltet wird, kommt nach wie vor sehr gut an. "Die Paare erwarten, dass wir den Tag zum schönsten ihres Lebens machen. Und wir machen da einen schönen draus, auch wenn es eigentlich ,nur‘ eine Amtshandlung ist", fast Steffi Balke zusammen.

Wenn die Standesamts-Chefin in das große Terminbuch für 2015 schaut, sieht sie die beiden beliebtesten Monate zum Heiraten in Lübben. Im Mai steckten sich 26 Paare die Ringe an, im August gaben sich sogar 28 den ersten Kuss als Eheleute. Der Juni folgte mit 18 Trauungen, der Juli mit 15 in gebührendem Abstand in der Statistik.

Ja-Wort im Büro

Etwa zehn "Bürohochzeiten" gab es außerdem. Es waren Paare, die entweder spontan entschlossen waren oder solche, die kein großes Aufsehen machen wollten. Zu den Beispielen gehören runde Geburtstage, an deren abendlicher Feier so manches Paar nach jahrelanger "wilder Ehe" die Partygäste mit der Eheschließungs-Mitteilung sprachlos machte.

Überraschungen gehören aber auch zum Leben einer Standesbeamtin. Da sind "kleine" Hochzeitsgesellschaften mit maximal zehn Gästen angekündigt - und 50 kommen, erzählt beispielsweise Monika Radigk. Sie führte auch eine Eheschließung mit zwei Dolmetschern durch. Einer übersetzte ins Französische, eine ins Englische - jedoch auf sehr unterschiedliche Weise. Während sie fast wörtlich die Sätze von Monika Radigk übertrug, fasste er sie in wenigen Worten zusammen - was durchaus für Staunen und Heiterkeit sorgte.

Als sehr herzlich haben die Standesbeamtinnen die Hochzeiten mit Partnern aus dem Ausland in Erinnerung - ob aus der Ukraine, Schweiz oder Frankreich, um nur einige Beispiele zu nennen.

Ringeträger auf vier Beinen

Hunde, die die Ringe bringen - als kleines Päckchen auf den Rücken oder ans Halsband gebunden - spielten tragende Rollen rund ums Ja-Wort. Und wenn, obwohl das Paar doch ganz, ganz heimlich heiraten wollte, trotzdem plötzlich die Eltern vor der Wappensaal-Tür stehen, dann ist bei der jeweiligen Beamtin noch mehr psychologisches Fingerspitzengefühl als sonst gefragt.

Zur Statistik gehörten 2015 nicht wenige Paare über 60, die den Bund der Ehe eingingen, und ein Frauenpaar. Doppelnamen blieben mit geschätzten zehn bis 15 Prozent die Ausnahme, nur in etwa fünf Prozent entschied sich das Paar für den Namen der Frau. In der großen Mehrheit, schätzt Steffi Balke ein, wird der Name des Mannes übernommen.

Geheiratet wird, auch standesamtlich, häufig in Weiß oder cremefarben. Festlich, aber nicht weiß gekleidet kamen viele Paare, die außerdem noch kirchlich heirateten. Viel Spitze verzeichneten die Standesbeamtinnen 2015 auf der Modeseite, keine Schleier, keine Hüte, meist einfarbige Kleider, die Männer in der Regel im Anzug.

Schön waren sie alle

"Am Ende waren alle Hochzeiten schön", fasst Steffi Balke zusammen. Und es riss nicht ab. Die vorletzte Hochzeit 2015 war am 22. Dezember, die letzte spontan zwischen den Jahren im Büro. Nach einem eher ruhigen November waren es im zwölften Monat zwölf standesamtliche Trauungen. Die ersten zwei im Januar sind bereits Geschichte.