Die Beschlussfassung ermöglicht nun die Umsetzung der vielfältigen Aufgaben, auf die Bürgermeister Lars Kolan (SPD) schon vorab in seinem Bericht hingewiesen hatte. Er nannte die Stadtentwicklungsplanung, den Flächennutzungsplan, Bauvorhaben von der Kita Treppendorf bis zum Parkplatz Burglehn, die Ortsumfahrung, Umstrukturierungen im Haus und den 30. Geburtstag der Städtepartnerschaft mit Neunkirchen - wie auch die großen Herausforderungen, die mit dem Thema Asyl auf die Kommune in diesem Jahr zukommen. "Wenn wir miteinander reden, können wir auch über alles reden", betonte der Bürgermeister mit Bezug auf die Reibungsverluste des vergangenen Jahres.

"Der Haushaltsplan 2016 ist ein tragfähiger Kompromiss, auch wenn einige Themen in den Fraktionen, Fachausschüssen und der Stadtverordnetenversammlung kontrovers diskutiert wurden", stellte Kämmerer Lutz Gottheiner fest. Es gebe nach wie vor differente Standpunkte. So wird es trotz weiter steigender Aufgaben im Tourismus und in anderen Bereichen keine Anpassung des Hebesatzes für die Gewerbesteuer geben, der seit 1994 in Lübben nicht verändert wurde. "Der Hebesatz liegt somit weiterhin unter dem Durchschnitt der umliegenden und mit Lübben (Spreewald) vergleichbaren Städte und Gemeinden", heißt es im Vorbericht zur Haushaltsplan.

"Mit diesem Haushalt werden die Weichen für die Zukunft gestellt", sagte Sven Richter (Die Linke) in Bezug auf die Investitionen für Kitas und Schulen. So sind Neubauten von Spielplätzen und Kitas geplant - für die Fördermittel benötigt werden. Beispielsweise für den Ersatzneubau der Kita "Waldhaus" sind im Jahr 2016 rund 400 000 Euro Baukosten veranschlagt, 300 000 Euro an Fördergeldern sollen fließen. Für 2017 stehen eine Million Euro Baukosten im Plan, bei einer Förderung von 750 000 Euro.

Jens Richter (CDU/Grüne) begrüßte für seine Fraktion besonders die Aufnahme von Geldern für die Brückeninstandhaltung. "Das ist gut investiertes Geld", sagte er. Und Lübben will touristisch bedeutsame Brücken sanieren. Die Brücke über den Mühlendamm ist bereits 2015 mit Fördermitteln erneuert worden. Für die Brücke über die Hauptspree am Lehnigksberg sind Baukosten in Höhe von 520 000 Euro ermittelt worden, 260 000 Euro Förderung werden erwartet. Die Brücke über den Kanal ist für 2017 mit 425 000 Euro (220 000 Euro Förderung) im Plan. "Das Brückenkonzept ist positiv. Doch was passiert während der Bauzeit, wenn gesperrt werden muss?", fragte Sven Richter.

Als guten Konsens schätzte Thomas Kaiser (Wir von hier) den Haushalt 2016 ein. Er hatte aber auch schon ein paar Wünsche für 2017 auf dem Zettel. So regt er die Einrichtung einer Stelle für einen hauptamtlichen Stadtbrandmeister an. "Zur Haushaltsdiskussion 2017 sollte für die Stadtverordnetenversammlung von der Verwaltung eine Vorlage vorbereitet werden", sagte er.