ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:30 Uhr

Lübben
Lübben hat einen neuen Parkplatz

Ein „Hingucker“ aus Cortenstahl mit einem großen P darauf - damit soll auf den Parkplatz Burglehn als Eingangstor nach Lübben aufmerksam gemacht werden. Dieser ist Mittwoch eingeweiht worden. 349 kostenfreie Parkplätze gibt es damit allein am Burglehn.
Ein „Hingucker“ aus Cortenstahl mit einem großen P darauf - damit soll auf den Parkplatz Burglehn als Eingangstor nach Lübben aufmerksam gemacht werden. Dieser ist Mittwoch eingeweiht worden. 349 kostenfreie Parkplätze gibt es damit allein am Burglehn. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Neues „Eingangstor“ für Lübben soll Suche in der Innenstadt ersparen.

Seit Mitte der Woche gibt es nun 349 kostenfreie Parkplätze am Lübbener Burglehn. Die neue Stellfläche ist offiziell freigegeben worden.

Die lange andauernde Planungs- und Bauzeit ließ Architekt Markus Thelen Revue passieren. Erste Ideenskizzen zum Gesamtkonzept Burglehn entstanden 2003, es folgte „die Tippeltappeltour mit B-Plan und Fördermittelanträgen“, fasste er zusammen. Nach dem Großprojekt Spreelagune wurde 2014 der Parkplatz offensiv angepackt. 1,1 Millionen Euro flossen in die Fläche, deren Hingucker zwei hohe Bögen aus Cortenstahl sind. Fördermittel kamen aus einem ILB-Topf für den Ausbau der wirtschaftsnahen kommunalen Infrastruktur. Über den Burglehn ist die Innenstadt fußläufig gut zu erreichen.

Die beiden Bögen aus rostfarbenem Stahl mit einem großen P darauf machen von der Cottbuser Straße aus auf die Fläche aufmerksam. Abgegrenzt wird sie von sich schlängelnden Sitzgelegenheiten. Gemeinsam mit aus dem Stahl rinnenden Wasser sollen sie die bekannte Spreewaldsage symbolisieren und künstlerisch verfremdet darstellen, in der der Teufel mit den Ochsen durch die Fließlandschaft pflügt. Sie gehen ihm durch, rasen im Zickzack über die Felder, und so entstand der Sage nach der Spreewald.

Ein kleines oder größeres Teufelchen aber hat möglicherweise auch beim Bau mitgewirkt, spann Bürgermeister Lars Kolan (SPD) den Gedanken weiter. Planung und Herstellung zogen sich weit länger hin als gedacht. Sogar Sondermüll wurde gefunden.

Ursprünglich sollte der Parkplatz schon am 8. Juni eröffnet werden. Im Mai stellte sich heraus, dass der Bauablaufplan nicht genau genug ausgeführt worden war (die LR berichtete). Damals wurde mit einer Verzögerung  von eineinhalb Wochen gerechnet. Doch die Baustelle blieb zäh. Das heiße Sommerwetter führte dazu, dass Beton nur eingeschränkt verarbeitet werden konnte.

Mitte dieser Woche wurde der Parkplatz nun endlich eröffnet. Kolan nutzte die Gelegenheit, um auf die positiven Aspekte einzugehen: Zu den 349 kostenfreien Stellplätzen am Burglehn kommen neun Busparkplätze. Die Fläche beinhaltet sechs Ladestationen für Elektroautos, an denen zwölf solcher Fahrzeuge auftanken können. Eine steht bereits. Die Stadt- und Überlandwerke, kündigte Bürgermeister Lars Kolan an, hätten sich bereiterklärt, die Säulen zu betreiben. Verhandlungen über die Details müssten aber noch geführt werden.

Weiterhin gehören zu dem Parkplatz eine barrierefreie Toilette und ein großer Informationsstand, an dem jetzt schon Hinweise aufs Spreewaldfest vom 14. bis 16. September und auch aufs Deutsche Trachtenfest in Lübben vom 17. bis 19. Mai 2019 hängen.

Architekt Thelen hoffte zwar, dass das Ensemble gut ankommen möge. Doch Kritik gibt es. Auch das kam während der Eröffnung zur Sprache.

So hatte im Finanzausschuss vor einigen Tagen der Lübbener Burkhard Herzke (Pro Lübben) gesagt: „Es ist ein sehr schöner, toller Parkplatz, aber es sieht aus, als hätte dort jemand Schrott abgeladen“, spielte er auf das Monument  aus Cortenstahl in Rostoptik an. Das P darauf sei nicht zu erkennen, monierte er. „Die Leute begreifen das nicht als Parkplatz. Wie sollen sie künftig dorthin geleitet werden, um die Innenstadt zu entlasten?“, wollte er wissen. Bürgermeister Lars Kolan kündigte eine Beschilderung an, „durch die keiner mehr eine Chance hat, woanders zu parken“, überspitzte er augenzwinkernd.

Benjamin Kaiser (CDU/Grüne) entgegnete der Kritik an der Gestaltung schon im Finanzausschuss: „Über diese Metallkonstruktion haben wir uns in allen Sitzungen gestritten. Am Ende haben wir beschlossen: Lasst uns mal was anderes machen, was ausprobieren.“ Über Kunst am Bau könne man streiten; „ich find’s gut“, bekannte sich der Abgeordnete. Demnächst solle für Lübben ein Verkehrskonzept erstellt werden, „und da wird es selbstverständlich so sein, dass der Parkplatz Burglehn als Anlaufpunkt mit Verkehrsleitung präsentiert wird“.

Franz Richter als Ortsvorsteher von Steinkirchen nannte den Parkplatz „ein wunderbares Highlight und Eingangstor nach Lübben“. Komplettiert wird es von 29 Zierkirschen, die kommendes Jahr blühen dürften – als Trost und Ersatz für die Bäume, die bald an der Schlossinsel aufgrund des Ausbaus der B87/Houwald-Damm fallen werden.