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Infrastuktur
Neue Ideen fürs Räder-Parken

Fahrräder gekonnt abgestellt: So sieht es aus, wenn der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei 1254 Fahrräder zu einer Installation zusammenfügt. Den Lübbenern könnte es vielleicht eine Anregung sein, ungewohnte Wege zu gehen bei den neuen Fahrradabstellplätzen am Bahnhof. Foto: dpa
Fahrräder gekonnt abgestellt: So sieht es aus, wenn der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei 1254 Fahrräder zu einer Installation zusammenfügt. Den Lübbenern könnte es vielleicht eine Anregung sein, ungewohnte Wege zu gehen bei den neuen Fahrradabstellplätzen am Bahnhof. Foto: dpa FOTO: Diana Engel / dpa
Lübben. Die Stadt Lübben prüft Möglichkeiten zum Ausbau der Stellflächen für Pkw und Fahrräder.

Parkflächen für Autos und Abstellflächen für Fahrräder sind am Lübbener Bahnhof jetzt schon knapp. Der Bedarf wird sich perspektivisch noch weiter erhöhen. Deshalb machen sich die Stadtverwaltung und die Abgeordneten Gedanken, wie kurzfristig, aber auch mittel- und langfristig die Infrastruktur dort verbessert werden kann. Im Bauausschuss hat René Kalkowski, verantwortlich für Wirtschaftsförderung und Fördermittelakquise, den aktuellen Sachstand bei den Infrastrukturmaßnahmen im Umfeld des Bahnhofs vorgestellt.

Es sind Pkw-Stellflächen in der Bergstraße/Waisenstraße und in der Majoransheide (ehemalige Spreekonserve sowie Verladestraße) geprüft worden. Das Grundstück in der Bergstraße ist im Eigentum der Stadt und befindet sich im unbeplanten Innenbereich. Dort könnten auf knapp 2000 Quadratmeter Fläche 77 Stellplätze entstehen. Wie René Kalkowski informierte, wurden drei Angebote von Vermessungsbüros eingeholt, ein Büro inzwischen beauftragt, die Vermessungen vorzunehmen. Es müssen eine Baugenehmigung und Baumfällungen beantragt werden. Die Bäume dürften dann bis spätestens Februar 2018 gefällt werden - Ersatzpflanzungen oder -zahlungen werden durch die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis festgesetzt. „Es muss auf jeden Fall vorher ein Bestandsplan mit Fotos, Standort und Art der Bäume vorgelegt werden“, so der Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Die beiden Grundstücke in der Majoransheide gehören nicht der Stadt. Für die Fläche der ehemaligen Spreekonserve von mehr als 9600 Quadratmetern sei ein Antrag auf Nutzung beim Privateigentümer gestellt worden. Bei einem positiven Bescheid geht die Stadt davon aus, dass rund 23 000 Euro Pachtkosten im Jahr entstehen. Es wurden Vergleichswerte aus dem Grundstücksmarktbericht herangezogen. „Zusätzlich fallen Kosten für die Herrichtung und Bewirtschaftung des Parkplatzes an“, erklärte René Kalkowski.

Keine einfache Lösung biete sich an der ehemaligen Verladestraße an, wo etwa 80 Pkw-Stellplätze entstehen könnten. Eigentümer ist die DB Netz Aktiengesellschaft, die einige Auflagen zur Sicherheit während der Bauzeit und Nutzung macht, wie die Stadt mitteilt. Dazu gehören ein Zaun und die Sicherung der Oberleitungsmasten, die sich auf dem Gelände befinden. Es soll ein Vergleichsprojekt am Bahnhof Finsterwalde zur weiteren Entscheidungsfindung herangezogen werden. Erwartet wird eine langwierige und aufwändige Planungsphase und vertragliche Regelung. Die Querung der Gleise während der Bauzeit lasse sich nicht kurzfristig durch eine Überführung regeln, so die Feststellung der Stadt nach bisheriger Rücksprache mit der Deutschen Bahn. Eine Schranke als Alternative sei angefragt, aber kurzfristig nicht um setzbar.

Bei all diesen Problemen liegt es nahe, dass in Lübben über ein Parkhaus nachgedacht wird. Für ein Modell, das mit vorgefertigten Modulen arbeitet, ist bereits ein Angebot eingeholt worden. Es könnte in der Bahnhofstraße/Logenstraße aufgestellt werden und würde eingeschossig rund 350 000 Euro kosten, dreigeschossig 950 000 Euro. Bei der Variante, die bestehende P&R- Anlage zu erweitern und 359 neue Stellplätze zu schaffen, wird mit Kosten von 2,5 bis 3 Millionen Euro gerechnet.

Doch nicht nur Autofahrer suchen nach Stellplätzen - auch für Radfahrer muss das Angebot am Lübbener Bahnhof verbessert und erweitert werden. Kurzfristig können 40 bis 50 überdachte Fahrradständer angeschafft werden. „Das Problem ist der Standort“, stellte René Kalkowski fest. Es liegen zwei Angebote vor, auch zu Fahrradboxen hat er sich informiert. Der Idee, im vorhandenen verglasten Wartehäuschen solche Boxen einzurichten, wurde im Bauausschuss nicht zugestimmt. Ein Grund: Das Glashaus war 2004 mit Fördermitteln errichtet worden - das bedeutet eine Zweckbindung für 20 Jahre oder eine Rückzahlung der Gelder. Dietmar Mogschan (CDU/Grüne) regte an, bei begrenzt zur Verfügung stehenden Flächen auch einmal an einen „Fahrrad-Turm“ zu denken, was es in Großstädten schon gibt.