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| 18:02 Uhr

Engagement im Ehrenamt
Stadtmodell für Blinde fehlt noch

 Der Lübbener Jürgen Lüth ist Vorsitzender des Vereins Freundeskreis für Lübben.
Der Lübbener Jürgen Lüth ist Vorsitzender des Vereins Freundeskreis für Lübben. FOTO: Christian Taubert
Jürgen Lüth vom Freundeskreis für Lübben gibt Einblick in die neue Projekte des Vereins. Von Katrin Kunipatz

Der Freundeskreis für Lübben engagiert sich für die soziale, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung der Stadt. So fasst es Jürgen Lüth zusammen. Rund 30 Mitglieder zählt der Verein, die in den unterschiedlichsten Berufen arbeiten. „Sie haben eine enge Bindung zu Lübben sind aber nicht zwingend Lübbener“, erklärt der 72-Jährige. Er selbst ist ebenfalls Wahllübbener, war vor 27 Jahren Gründungsmitglied und ist seit zwölf Jahren Vorsitzender des Vereins, der in den zurückliegenden Jahren Spuren in Lübben hinterlassen hat. „Meist geben wir den Anstoß und helfen teilweise bei der Finanzierung einzelner Projekte, die der touristischen Entwicklung Lübbens nutzen und die Interessen der Bürger berücksichtigen“, sagt Jürgen Lüth.

Jährlicher Höhepunkt des Vereinslebens dürfte der Maiball sein. Bei Vereinsmitgliedern und Tanzbegeisterten aus Lübben und den Orten der Umgebung ist der Abend im Spreewald Park-Hotel in Niewitz fest eingeplant. Sogar bis nach China hat er sich schon herumgesprochen. „Lianli Zhang aus Nanjing bei Schanghai ist 12 000 Kilometer bis in den Spreewald geflogen“, berichtet Jürgen Lüth. Sie war der Einladung eines Lübbeners gefolgt, der ihre Familie bei einem Urlaub kennengelernt hatte. Und noch etwas hat sich eingespielt: Nach dem Ball verschönert die Blumendekoration die Tagespflege der Diakonie. Leiterin Marion Graßmann berichtet: „Die Blumen sind eine enorme Bereicherung, unsere Gäste freuen sich sehr darüber.“

Tatsächlich sind es meist kleine Dinge, um die sich der Freundeskreis für Lübben bemüht. Oft geht es bei den Projekten um Denkmalpflege. So sei das Eingangsportal des alten Friedhofs im Hain rekonstruiert worden. Der Brunnen in Trüschels Kolonie konnte vor zehn Jahren wieder in Betrieb genommen werden. Der Freundeskreis arbeitet aber auch eng mit dem Tourismusverein Lübben und Umgebung und dem Paul-Gerhardt-Gymnasium zusammen, so Lüth. Entstanden seien auf diese Weise unter anderem Beschriftungen an den Schleusen und Schilder an den Radwegen. Außerdem gab es Gästebefragungen, deren Ergebnisse wiederum Ideen für neue Projekte liefern. Nach und nach stellte der Freundeskreis Bänke in Lübben auf.

Wichtigstes Vorhaben sei im Moment das Stadtmodell für Blinde, so Lüth. Es soll unter den Platanen am Marktplatz aufgestellt werden und sehbehinderten Menschen die Möglichkeit geben, die Lübbener Altstadt mit der Gubener Straße, der Breiten Straße und dem touristischen Zentrum zu ertasten. Vor fast drei Jahren hat Lübben dem Künstler Egbert Broerken den Auftrag erteilt. Das über 30 000 Euro teure Modell selbst wird über das Programm Aktive Stadtzentren finanziert. An den Kosten für den Sockel beteiligt sich der Freundeskreis mit 1000 Euro. Die übrige Summe stelle die Stiftung der Sparkasse zur Verfügung, so Lüth. Er hofft, dass das Tastmodell bis zum Spreewaldfest aufgestellt werden kann.

Abgeschlossen ist ein anderes Projekt. Jährlich unterstützt der Freundeskreis einen Lübbener Verein. Diesmal erhielt der Lübbener Turnverein einen neuen Übungsbalken. Der ist nur zehn Zentimeter hoch und darauf lassen sich neue Element leichter lernen, schreibt der Verein auf seiner Internetseite.

Damit sind die Vereinsaktivitäten in diesem Jahr aber nicht beendet. Für das Spreewaldfest bereite der Freundeskreis eine Fotodiashow vor, in der die Entwicklung Lübbens von der DDR bis heute dargestellt werden soll. Und wie im vergangenen Jahr erstmals geschehen will sich der Freundeskreis bei der Weihnachtsfeier in der Diakonie-Tagespflege einbringen, so Lüth. Noch viele Ideen – etwa zur Belebung der Breiten Straße – hat er im Kopf. Umsetzen können sie aber nur engagierte Mitglieder. Deshalb hofft Jürgen Lüth, dass in den nächsten Jahren auch jüngere Menschen den Weg zum Verein finden.