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Lübben diskutiert zu Einzelhandel

Lübben. Städtebauliche Ziele und Planungsrecht für den Standort Postbautenstraße werden mit Fachleuten im Bauausschuss am Mittwoch beleuchtet. Ingrid Hoberg

Bürgermeister Lars Kolan (SPD) und sein erster Stellvertreter Frank Neumann sind seit Wochenbeginn wieder im Dienst, teilt die Stadtverwaltung mit. Nach den krankheitsbedingten Ausfällen zum Jahresbeginn ist die Verwaltungsspitze nun wieder komplett und bereitet die nächsten Fachausschüsse vor.

Grit Britze, zuständig für Rechtsangelegenheiten und Personalwesen, hatte die Geschäfte der Verwaltung in der Zwischenzeit geführt und auch in der Stadtverordnetenversammlung vertreten. Das Thema "Einzelhandelsstandort Postbautenstraße" und das damit verbundene Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplanes konnte im Januar nicht abgeschlossen werden. Die Beschlussvorlage ist in den Bauausschuss zurückverwiesen worden und steht nun am Mittwoch noch einmal auf der Tagesordnung.

Anlass für die Diskussion, ob ein Verfahren zur Planaufstellung eingeleitet werden soll, ist die vom Eigentümer gegenüber der Stadt angezeigte, beabsichtigte Umgestaltung des Einzelhandelsstandorts. Demnach will der Marktkauf künftig auch die Fläche des Baumarkts nutzen. Insgesamt soll die Verkaufsfläche nicht vergrößert werden.

Der Standort Postbautenstraße hat laut Zentren- und Einzelhandelskonzept eine wichtige Rolle im Einzelhandelsgefüge der Kreisstadt. Deshalb hatten sich die Stadtverordneten dafür ausgesprochen, über die wirtschaftlichen Auswirkungen, auch auf die Innenstadt, noch einmal in den Fachausschüssen zu diskutieren. "Ist eine Angebotserweiterung an diesem Standort geplant? Wollen wir ein kleines A10-Center?", diese Fragen stellte Benjamin Kaiser (CDU/Grüne) in der Januar-Beratung. Er verwies auf die schwierige Situation für den Einzelhandel in der Innenstadt, in der Breiten Straße. Über die wirtschaftlichen Auswirkungen, die die Veränderungen in der Postbautenstraße nach sich ziehen würden, müsse noch diskutiert werden.

Auch Thomas Weidemanns (Wir von hier) erwartete, dass ein größerer Verbrauchermarkt Kunden aus anderen Einkaufsstraßen abziehen würde. Andererseits zeigte er Verständnis für eine Weiterentwicklung des Standorts Postbautenstraße durch Marktkauf (Edeka) und verwies auf den Lübbenauer Kaufland-Standort. Auch dort gebe es demnächst einen Umbau, um stärker zu werden, sagte er. Wie die RUNDSCHAU auf Nachfrage bei Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) erfuhr, wolle Kaufland den Logistikbereich auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände erweitern. Eine Erweiterung des Verkaufsbereichs sei in Lübbenau nicht bekannt.

Eine weitere Frage, die sich Lübbener stellen, ist das Baumarktangebot. Wo soll es zukünftig etabliert werden, wenn in zwei Jahren der Pachtvertrag in der Postbautenstraße ausläuft? Es gebe keinerlei Planungen, den bisherigen Standort von Toom in Lübben zu verlassen, teilt die Rewe-Group kurz und knapp auf eine Anfrage mit.

Zum Thema:
Der Haushalt 2017 für die Stadt Lübben steht heute um 17 Uhr auf der Tagesordnung des Finanzausschusses. Auch der Bildungs- und der Bauausschuss werden sich in dieser Woche noch einmal mit dem Etat der Stadt befassen. Zu einer gemeinsamen Beratung kommen die Abgeordneten und sachkundigen Einwohner am Mittwoch, 8. Februar, um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses zusammen. Dann wird der Planungsstand zum Ersatzneubau der Kita "Waldhaus" vorgestellt und diskutiert. Der Bauausschuss wird sich danach auch mit den planerischen Erfordernissen an den Einzelhandelsstandort Postbautenstraße befassen. Der Ausbau des Ernst-von-Houwald-Damms mit einer Querungsinsel wird ebenfalls vorgestellt. Außerdem wird es Empfehlungen zur Baumsorte geben, die im Zusammenhang mit dem Ausbau der Bahnhofstraße dort gepflanzt werden sollen.