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| 14:15 Uhr

Vollsperrung
Lübben befürchtet „Verkehrschaos“

Lübben. Houwald-Damm wird ab Donnerstag für zehn Tage vollgesperrt. Stadtverordnete diskutieren. Von Andreas Staindl

Es geht los. Die Baumaßnahmen auf dem Ernst-von-Houwald-Damm in Lübben beginnen. Zwischen dem 4. Oktober und dem 13. Oktober dieses Jahres wird der Houwald-Damm für die Herstellung der Baustellenstraße voll gesperrt. Für Lkw über 7,5 Tonnen ist keine Ortsdurchfahrt mehr möglich; Polizeikontrollen sind angekündigt. Pkw werden über die Hauptstraße umgeleitet. Während der Vollsperrung auf dem Houwald-Damm besteht absolutes Halteverbot in der gesamten Innenstadt. Parken ist nur in ausgewiesenen Parkbuchten möglich und natürlich auf den bekannten Parkplätzen rund um das Stadtzentrum.

Stadtverordnete sind skeptisch, dass das Konzept aufgeht. Das haben einige von ihnen während der Stadtverordnetenversammlung vergangene Woche deutlich gemacht. Sven Richter (Die Linke) befürchtet „ein großes Verkehrschaos, wenn sich der gesamte Begegnungsverkehr durch die Hauptstraße wälzt. Darunter sind dann ja auch noch Busse und Entsorgungsfahrzeuge. Die Polizei wird regulierend kaum eingreifen können.“

Richter hätte sich deshalb eine Einbahnstraßenregelung in der Innenstadt gewünscht. Das allerdings ist nicht geplant wie der Bürgermeister Lars Kolan (SPD) sagt. „Wir sind aber mit dem Straßenverkehrsamt im Gespräch und schauen, ob und wo wir gegensteuern müssen.“

Peter Schneider (die stadtfraktion) erwartet, dass das nötig sein wird. „Ich bin ohnehin davon ausgegangen, dass es eine Einbahnstraßenregelung während der Zeit der Vollsperrung geben wird. Wenn der Houwald-Damm für zehn Tage komplett gesperrt ist, gibt es ein totales Chaos in der Innenstadt, wenn wir nicht regulierend etwa mit Einbahnstraßenverkehr eingreifen.“ Er verweist zudem darauf, dass auch Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen durch die Hauptstraße fahren dürfen. Und darauf, dass der Innenstadtbereich vor allem an Markttagen schon jetzt von Kraftfahrzeugen, Radfahrern und Fußgängern stark frequentiert ist. Peter Schneider ist überzeugt davon: „Wenn wir nicht  gegensteuern, werden wir unser blaues Wunder erleben.“

Lars Kolan nimmt die Bedenken ernst: „Ich sperre mich nicht gegen Einbahnstraßen in der Innenstadt und nehme die Anregung gern auf.“ Der Verwaltungschef geht allerdings davon aus, „dass die bisher getroffenen Regelungen funktionieren werden. Der Bau im Houwald-Damm ist ohnehin ein dynamischer Prozess. Wir müssen auf den Verkehr in der Innenstadt entsprechend reagieren.“

Christoph Kindler (die stadtfraktion) lehnt eine Einbahnstraßenregelung ab: „Ich bin strikt dagegen. Anwohner in der Innenstadt würden dann immer eine Stadtrunde drehen, um an ihre Grundstücke zu kommen.“ Der stellvertretende Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung würde „Begegnungsverkehr in der Hauptstraße wie geplant riskieren. Wir werden die zehn Tage Vollsperrung schon überstehen“. Ab diesem Donnerstag wird es sich zeigen.