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Parken in Lübben
Ungeahnte Bodenbefunde verzögern den Bau des Parkplatzes

Die Arbeiten auf dem Parkplatz Burglehn in Lübben werden fortgeführt. Voraussichtlich in der kommenden Woche soll asphaltiert werden - wenn das Wetter mitspielt. Die Arbeiten haben sich wegen der Bodenbefunde verzögert.
Die Arbeiten auf dem Parkplatz Burglehn in Lübben werden fortgeführt. Voraussichtlich in der kommenden Woche soll asphaltiert werden - wenn das Wetter mitspielt. Die Arbeiten haben sich wegen der Bodenbefunde verzögert. FOTO: Ingrid Hoberg / LR
Lübben. Die Stellflächen für Autos und Busse werden erst im nächsten Jahr zur Verfügung stehen.

Zur Baustelle mit Hindernissen hat sich das Gelände an der Cottbuser Straße in Lübben entwickelt. Dort wird der Parkplatz Burglehn erweitert und ursprüngliches Ziel der Stadt war es, bis zum Jahresende die Bauarbeiten abzuschließen. Inzwischen fallen die Prognosen vorsichtiger aus: Zum Start in die neue Saison soll nun der Parkplatz mit 350 Stellflächen für Pkw und neun für Busse zur Verfügung stehen.

Die Bauhindernisse sind quasi aus der Lübbener Vergangenheit nach oben ans Licht gekommen. Auf einem Teil der Fläche hat sich früher der Steinkirchener Hafen befunden. „Bereits in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts ist das Hafenbecken verfüllt worden - mit allem, was die Steinkirchener loswerden wollten“, stellt Petra Gutsche vom Bereich Tiefbau der Stadtverwaltung fest. Heute sei das Müll, der entsprechend entsorgt werden muss. Wertvolle, für die Stadtgeschichte bedeutsame Funde wurden im Zuge der Bauarbeiten nicht gefunden. Archäologen waren baubegleitend während der Herstellung der Planungshöhen vor Ort gewesen.

Der als kontaminiert eingestufte  Boden ist untersucht worden. Dazu mussten akkreditierte Labore gefunden werden, die die Prüfungen vornehmen konnten. Anfang November war dann zum Teil mit der Abfuhr des Bodens begonnen worden. Ein Teil des Materials ist Sondermüll und darf nicht als Recycling eingebaut werden. Das betrifft mehr als 2000 Kubikmeter, wie Petra Gutsche im Bauausschuss die Stadtverordneten informiert.

Ein Teil des Materials kann für den Wegebau verwendet werden, wenn es dann durch eine Schicht abgedeckt wird, wie es die Abfallbehörde fordert. In die Überlegungen ist auch der Einsatz als Tragschicht für den Busparkplatz einbezogen worden. Doch die entsprechende Dichte könne nicht erreicht werden, wie Fachbereichsleiter Frank Neumann erklärt. Ein Einbau bei der Rekultivierung der Deponie Weinbergstraße soll genutzt werden. Allerdings ist diese noch nicht genehmigt.

Durch die gesamte Problematik Müllentsorgung sind laut Bauamt gegenwärtig Mehrkosten von rund 55 000 Euro entstanden, die in den Haushalt 2018 eingestellt werden müssen. Und beim Fördermittelgeber sind diese zusätzlichen Kosten angezeigt worden. Ob und wie diese berücksichtigt werden, ist noch nicht bekannt.

Bei den Arbeiten im Boden sind auch Leitungen verschiedener Medien gefunden worden, die nicht in den Bestandsplänen zu finden waren. „Das ist häufig auf den Baustellen so, hier trat es allerdings massiv auf“, stellt Petra Gutsche fest. Außerdem hätten sich die Stadtwerke  kurzfristig entschlossen, eine Gasleitung komplett neu zu bauen. Verhandelt werde gegenwärtig noch mit dem Energieunternehmen Mitnetz zur E-Mobilität. Zunächst soll eine Ladestation auf dem Parkplatz errichtet werden.

Bereits aufgestellt ist die moderne, wartungsarme Toilettenanlage aus Edelstahl. Sie wird ebenfalls im nächsten Jahr in Betrieb genommen und ist jetzt durch einen Bauzaun gesichert. Diese Anlage finanziert die Stadt aus eigenen Mitteln in Höhe von rund 180 000 Euro.

In der Fertigung befinden sich die etwa vier Meter hohen Pflugschare aus Cor-Ten-Stahl im Rost-Look, die einmal Besucher der Kreisstadt auf den neuen Parkplatz aufmerksam machen werden. Das Gestalten der Grünflächen wird den Abschluss der Arbeiten bilden - vielleicht blühen ja dann die Osterglocken, wenn es nichts mit der Herbstbepflanzung geworden ist.