(swr) Es gab Zeiten, da war der Bürgersteig in der Treppendorfer Straße Ecke Ziegelstraße in Lübben breit genug. Vor einigen Monaten aber hat hier in der Wohnsiedlung nahe des Obi-Baumarktes im Südwesten der Stadt ein neuer Eigentümer das Eckgrundstück neu vermessen, die Fläche des Grenzverlaufs entsprechend eingefriedet  – und den Bürgersteig somit halbiert.

Das sorgt nun für etwas Ärger. Anwohner beklagen die dadurch entstandene Enge des sandigen Bürgersteigs, sehen auch die Sicherheit nicht mehr gewährleistet und wünschen sich eine Lösung von der Stadt. Da auf dem halben Meter auch noch eine Laterne Platz finden muss, könne es hier immer wieder mal zu Problemen kommen, meint ein Bewohner. „Erst neulich ist wieder eine ältere Frau gestürzt“, sagt er. „Ein einzelner Fußgänger kommt hier ja noch problemlos vorbei, aber mir tun die älteren Menschen mit Rollator leid oder junge Eltern mit Kinderwagen.“ Die nämlich müssen im Zweifel auf die Kopfsteinpflaster-Straße ausweichen, weil auch auf der gegenüberliegenden Seite kein Bürgersteig vorhanden ist. „Das ist doch ein Husarenstück!“

In der Lübbener Stadtverwaltung weiß man um die Problematik. „Der Ausbau der Straße mit einer Neu-Aufteilung des Straßenraumes und entsprechenden Gehwegen“ aber sei laut der aktuellen Priorisierung derzeit nicht geplant, heißt es in einer Stellungnahme. „Es gibt in Lübben tatsächlich einige Bereiche, die nicht barrierefrei sind, und Straßen, die dringend der Sanierung bedürfen. Diese werden nacheinander bearbeitet.“ Die Priorisierung der Straßenausbauten ergebe sich allerdings aus den bestehenden, von den Stadtverordneten beschlossenen Konzepten, wie „Lübben Barrierefrei – Integriertes Fuß- und Radwegekonzept“.

Und noch ein weiterer Grund verkompliziert eine zeitnahe Lösung: Ein Teil der genannten Straße befindet sich laut Stadtverwaltung nicht in kommunalem Eigentum. „Es gibt Tausch- und Kaufverhandlungen mit den verschiedenen Eigentümern. Bis zu einem positiven Abschluss können dort jedoch keine Maßnahmen vorgenommen werden“, teilt die Stadt mit. Dies betreffe auch den Verbindungsweg zwischen der Treppendorfer Straße und der Berstebrücke, wo sich so mancher Fahrradfahrer einen anderen Belag wünscht anstelle des sandigen und teils kaum befahrbaren Weges.