Diskussionsthemen waren unter anderem die Schließung der JVA in Luckau und der damit verbundene Umzug in die neue Justizvollzugsanstalt Duben sowie die Nutzung von EU-Fördermitteln in der Region.
Von der Luckauer Idee, das 2005 leergezogene JVA-Areal für kleines Geld zu kaufen und dann mit Fördermitteln in der zweieinhalb Hektar großen innerstädtischen Brache ein multikulturelles Zentrum mit Museum, Bibliothek und Touristinfo zu etablieren und die Kirche nutzbar zu machen, war Barbara Richstein schon angetan. „Ich kann Ihnen die Immobilie aber nicht verkaufen“ , machte sie noch einmal deutlich. „Nach dem Auszug der JVA fällt das Gebäude zurück in die Obhut des Finanzministeriums.“ Und dort gebe es ihres Wissens nach noch kein Nachnutzungskonzept. Ende April, Anfang Mai werden die Gefangenen in die neue JVA in Duben einziehen, informierte Richstein in Luckau.
Der Gefängnisbeirat der JVA Luckau wollte von Barbara Richstein wissen, ob es nach dem Umzug in den Neubau Duben noch einen offenen Vollzug für weibliche Gefangen geben werde. Landrat Martin Wille, Luckaus Bürgermeister Harry Müller und der Beirat hatten sich schriftlich für die Beibehaltung des offenen Vollzugs, dem einzigen im Land Brandenburg für Frauen, bei der Ministerin eingesetzt. Die Debatte fand allerdings hinter verschlossenen Türen statt.
Der RUNDSCHAU sagte Richstein dazu: „Es wird auch in Duben einen offenen Vollzug für Frauen geben.“ Eigentlich sei Duben dafür nicht konzipiert, ein eigenes Gebäude wäre dafür eine Voraussetzung, bestätigte Willi Schmidt, im Ministerium für den Justizvollzug zuständig ist. Es werde aber eine separate Abteilung für etwa 15 Frauen eingerichtet, die als Freigängerinnen dann zu ihrer täglichen Arbeit nach Luckau oder angrenzende Orte gefahren werden. „Die Dubener Anstalt ist modern und hochgesichert“ , so Schmidt weiter. Eigentlich für Frauen zu sehr gesichert, weil „die nicht abhauen“ .
Die Entscheidung, die Luckauer Einrichtung mit Bezug des Neubaus zu schließen, sei vor langem gefasst worden, so die Ministerin weiter. „Hier den offenen Vollzug für Frauen weiter fortzusetzen, kann ich aus finanziellen Aspekten nicht befürworten.“ Die In frastruktur am alten Standort aufrechtzuerhalten, so wie es in Luckau gewünscht wurde, „können wir uns nicht leisten“ , betonte sie.