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| 16:49 Uhr

LR-Sommertour zur Sparkasse
Die Katakomben des Kreditinstituts

 Dana Fischer war von Seiten der MBS die Gastgeberin für die LR-Sommertour und führte rund 30 Interessierte durch die Filiale. Sie erfuhren einiges über das Gebäude, aber auch über die Arbeit des Kreditinstituts mit öffentlichem Auftrag an sich.
Dana Fischer war von Seiten der MBS die Gastgeberin für die LR-Sommertour und führte rund 30 Interessierte durch die Filiale. Sie erfuhren einiges über das Gebäude, aber auch über die Arbeit des Kreditinstituts mit öffentlichem Auftrag an sich. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Letzte Lübbener Sommertour für dieses Jahr führte in den Schließkeller der Sparkasse. Von Ingvil Schirling

Die Aussicht auf einen Besuch in den kühlen Katakomben der Sparkassenfiliale an der Lübbener Hauptstraße hatte rund 30 Gäste angelockt – vor allem, um einen Blick auf die Schließfächer zu werfen. Und es gab noch die eine oder andere überraschende Erkenntnis.

Das Wort „Katakomben“ war etwas salopp gewählt, denn es handelt sich keinesfalls um eine unterirdische Anlage aus früheren Zeiten zur Beisetzung von Toten, sondern um ein Kellergeschoss der Neuzeit, das gemeinsam mit dem Gebäude Mitte der 1990er Jahre entstand und wichtige Dokumente, Familienschmuck und Sparbücher aufbewahren kann. 1996 wurde für das markante Haus an der Hauptstraße das Richtfest gefeiert. Heute arbeiten unter Leitung von Annette Braschwitz neun Fachfrauen in dem Gebäude, drei davon im Kundenservicebereich und fünf als Beraterinnnen.

Geld verdienen in Niedrigzinszeiten

Dass sich die Arbeit auch bei der Sparkasse durch das anhaltende Niedrigzinsniveau verändert, wurde offen thematisiert. Das ursprüngliche Geschäftsmodell eines Kreditinstituts wie der Sparkasse, auch wenn diese zusätzlich einen öffentlichen Auftrag hat, ist bekannt: „Kunden legen ihr Geld sicher an, bekommen möglichst noch einen guten Zinssatz dafür, und wir reichen dies in Form von Krediten wieder aus“, umriss Marktdirektor Henri Längert grob die noch immer gültige Vorstellung. Nur: In Niedrigzins-Zeiten ist der Spielraum, in dem damit Geld verdient werden kann, wesentlich geringer. Dennoch: „Geld verdienen gehört dazu“, sagte er, „sonst wären wir schlechte Kaufleute“. Er verwies in dem Zusammenhang auf die Zusammenarbeit mit vielen Verbundpartnern und sagte: „Wir wollen nicht am, sondern mit dem Kunden Geld verdienen.“

 Und so sieht die Panzertür aus. Hohe Sicherheitshürden sind am Eingang zu überwinden.
Und so sieht die Panzertür aus. Hohe Sicherheitshürden sind am Eingang zu überwinden. FOTO: LR / Ingvil Schirling

Immobilien: Kredite auch für Rentner?

Niedrige Zinsen, für Bank und Anleger misslich, können indessen für Hauskäufer ein Segen sein – und da stand bei der LR-Sommertour auf einmal nicht mehr nur der Gang in den Schließkeller im Fokus, sondern auch Carsten Scheetz als Leiter des Immobiliencenters Süd. Er stellte in seinem Kurzvortrag ein Konzept vor, mit dem auch „Immobilienwechsler“ eine Kreditfinanzierung bekommen können. Dabei handelt es sich um Menschen in Rente, die aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters oft keinen Kredit mehr erhalten. Wollen sie ihr zu groß gewordenes Familienheim gegen eine Eigentumswohnung „eintauschen“, die dieser Phase ihres Lebens besser entspricht, wird die Zwischenfinanzierung nicht selten zum Problem. Das hat die MBS Scheetz zufolge erkannt und bietet Gespräche an, „wenn die Immobilie zur Last wird, weil Veränderungen anstehen“. Nicht wenige LR-Gäste nutzten die Pausen, dazu bei ihm vertraulich nachzuhaken.

 Diese Überraschung war gelungen: Der zehnjährige Hugo erkundete das Innenleben eines der Schließfächer und entdeckte jede Menge kleine Nützlichkeiten.
Diese Überraschung war gelungen: Der zehnjährige Hugo erkundete das Innenleben eines der Schließfächer und entdeckte jede Menge kleine Nützlichkeiten. FOTO: LR / Ingvil Schirling

Das bot sich an, denn für den Gang in den kleinen Keller mit etwa 300 Schließfächern musste die Gruppe ohnehin aufgeteilt werden. Teilnehmerin Inga Heinrich fand diesen Teil der Tour am interessantesten. Kleine und große Schließfächer für wichtige Dokumente oder Schmuck stehen zur Verfügung. Die Sicherheitsbedingungen erklärte Regina Rauschenbach – und der zehnjährige Hugo durfte ausprobieren, wie schwer die massive Panzertür tatsächlich zu bewegen ist.

Nächstes Jahr zur Spreewaldbank

„Die Sommertouren der LR sind eine schöne Idee“, sagte Dorothea Bogen aus Lübben. „Für diese hier habe ich mir sogar einen Kringel in den Kalender gemacht.“

Das könnte nächstes Jahr wieder der Fall sein. Dann wird das nach eigenen Angaben älteste Bankhaus im Spreewald auf dem LR-Sommertourprogramm stehen: die Spreewaldbank an der Poststraße mit ihrer Geschichte und genossenschaftlichen Idee. Vorstand Sven Thamm verspricht zudem einen Abstecher in der „Erlebniswelt Gold“.

     So sehen die Schließfächer bei der Sparkasse aus. Wichtige Dokumente können hier aufbewahrt werden. Sie sind unter anderem durch eine massive Panzertür (oben) gesichert.
So sehen die Schließfächer bei der Sparkasse aus. Wichtige Dokumente können hier aufbewahrt werden. Sie sind unter anderem durch eine massive Panzertür (oben) gesichert. FOTO: LR / Ingvil Schirling