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Lothar Bölck bringt Lacher im Sekundentakt

Lübben. Einfach lachhaft. Das ist nicht abwertend, sondern anerkennend gemeint. asd1

Lothar Bölck schafft es, aus seinen Zuhörern Lacher im Sekundentakt heraus zu kitzeln. Jeder Satz zündet, provoziert zum Schenkelklopfen.

Bölck, Jahrgang 1953 und in Frankfurt/O. zu Hause, war Samstagabend mit seinem Solo-Programm "Dummerland" in Lübben. Der Wappensaal war fast ausverkauft. Lediglich auf der Empore gab es noch ein paar freie Plätze. Dem Kabarettist ist sein Ruf als galanter Plauderer und witziger Unterhalter offenbar vorausgeeilt. Er hat sein Publikum nicht enttäuscht. Der Abend hatte gerade erst begonnen, da waren die ersten Lacher längst eingesackt. Lothar Bölck weiß, wie man die Besucher einfängt. Mit gezielter Gestik und Mimik, mit Sätzen, in denen jedes Wort sitzt. Er spielt mit dem Publikum, nimmt es mit auf die etwa zweistündige Reise durch das "Dummerland". Der Kabarettist nimmt Politiker quer aller Parteien aufs Korn. Merkel, Gabriel Beck, Roth & Co. bekommen ihr Fett weg. Auch "Flinten-Uschi" wird durch den Kakao gezogen. Die Verteidigungsministerin wird bei Bölck schon mal zur "alten Fregatte". Der Kabarettist kennt sich gut aus mit Merkels Kabinett. Kaum ein Mitglied kommt ungeschoren davon-auch nicht der frühere Außenminister und frisch gewählte Bundespräsident. Lothar Bölck erklärt den Unterschied zu Trump: "Steinmeier ist schon vor der Wahl Präsident." Dafür ist der US-Präsident ein "Rassist", wie er sagt: "Er hat eine schwarze Familie aus dem weißen Haus geworfen." Ja, so kann man das auch sehen, natürlich mit einem Augenzwinkern. Und dass Angela Merkel nach Erich Honecker und Egon Krenz der dritte Sekretär der Freien Deutschen Jugend (FDJ) der DDR ist, der ein Land regiert-ja, kann man so sagen. Lothar Bölck kennt sie alle, die Politiker an der Spitze und auch die Hinterbänkler. Und die, die sich nach oben und durchs Leben schleimen. Merkels "oberster Fluchthelfer" Peter Altmaier sei so einer: "Der ist so dick, das hat doch die Flüchtlinge angelockt."

Bölck hat eine scharfe Zunge, kennt politische Zusammenhänge, ist aktuell. NSA, BND, Stasi-auch die Geheimdienste nimmt der Kabarettist aufs Korn. Er selbst bezeichnet sich schmunzelnd als "Bundesbürger mit ostdeutschem Migrationshintergrund".

Dass er dann auch noch in die Rolle der Bundeskanzlerin schlüpft und eine Rede an das "Volk" im Wappensaal hält, setzt dem Ganzen die Krone auf. Die Besucher sind begeistert, applaudierten lautstark und lange. Lothar Bölck weiß, was die Zuschauer jetzt hören wollen: "Sie waren das beste Publikum, das ich heute Abend bekommen konnte." Ohne witzige Note geht bei ihm nichts. Und doch hat er eine ernste Seite: "Wir lachen über Dinge, die einfach zum Heulen sind." Stimmt. Wenn sie allerdings so witzig verpackt sind wie am Samstagabend, können auch ernste Themen unterhaltsam sein.