| 01:36 Uhr

LMBV warnt vor Gefahr für Leib und Leben

Große Mengen der Böschung (roter Kreis) waren in den Altdöberner See gerutscht.
Große Mengen der Böschung (roter Kreis) waren in den Altdöberner See gerutscht. FOTO: LMBV
Altdöbern. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) warnt vor Lebensgefahr an den Ufern des Altdöberner Sees. Aktueller Anlass dafür ist eine Rutschung. Das Unternehmen spricht von einer passiven Rutschung, einem Böschungs-abbruch. Geotechniker der LMBV haben diesen Sperr- bereich sofort untersucht. Wie Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber erklärt, handelt es sich bei den bewegten Massen ausschließlich „um gekipptes Material, das bei der Abflachung der gewachsenen Böschung in Richtung Restloch abgeschoben wurde“ . Von Hannelore Kuschy

Bei einer Radtour hatten vier Jugendliche an der Südseite des Sees ihren Augen nicht getraut, als die Masse plötzlich Stück für Stück in den See krachte und alle dort befind-
lichen Warnschilder mit verschlang. Altdöberns Bürgermeister Horst Bernstein befürchtet durch die Rutschung nun Zeitverzug für Vorhaben am See, zum Beispiel der überdimensionalen Hand des amerikanischen Landschaftskünstlers Charles Jencks und des Landschaftsarchitekten Andreas Kipar, die am Ufer des Sees entstehen soll. „Diese Rutschung macht wieder einmal deutlich, dass wir die Vorgänge am See sehr ernst nehmen und selbst bei scheinbar festem Boden mit solchen Dingen rechnen müssen“ , sagt er. Katrin Peter, Bauamtsleiterin der Altdöberner Amtsverwaltung, sieht dagegen keinen Grund zur Beunruhigung. Das Vorhaben sei an der anderen Seeseite geplant. Das bestätigt Uwe Steinhuber. Er weist zudem darauf hin, dass mit dem aufsteigenden Wasserspiegel und der zunehmenden Wassersättigung der Kippen und Böschungen solche Abbrüche in den abgesperrten Bereichen jederzeit möglich seien. Die Sicherungsarbeiten seien dort noch in vollem Gange. „In den kommenden Jahren werden am künftigen Altdöberner See weitere Uferböschungen noch mit Rütteldruckgeräten und Sprengungen planmäßig verdichtet. Zwei Geräte haben einen Damm auf einer Länge von etwa 1,6 Kilometern und einer Breite von 80 bis 250 Metern zu verdichten. Insgesamt sind über 11,9 Millionen Kubikmeter Kippenmassen zu stabilisieren“ , teilt Steinhuber mit. Dazu würden die Rüttellanzen mehr als 15 000 Mal in die Kippe eindringen müssen, die auf 40 bis 60 Meter hoch aufgeschüttet sein kann. Zuvor werde eine Fläche von rund 20 Hektar beräumt. Planiergeräte müssten bei diesen Sicherungsarbeiten außerdem rund 680 000 Kubikmeter Massen bewegen. Begleitet würden die Arbeiten durch zahlreiche Sondierungen, Messungen und Prüfungen.