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Lkw-Verkehr nervt Touristen in Lübben

Max-Eric Brauer, Emely Hecker und Hermann Albrecht (vorn v.r.) arbeiten die Daten der Gästebefragung auf. Detlef Brose und Dieter Günzel (hinten v.l.) unterstützen sie dabei.
Max-Eric Brauer, Emely Hecker und Hermann Albrecht (vorn v.r.) arbeiten die Daten der Gästebefragung auf. Detlef Brose und Dieter Günzel (hinten v.l.) unterstützen sie dabei. FOTO: A. Staindl/asd1
Lübben. Zehnt- und Elftklässler des Paul-Gerhardt-Gymnasiums in Lübben haben eine Gästebefragung durchgeführt. Es ist das elfte Projekt, das der Tourismusverein Lübben und Umgebung gemeinsam mit dem Gymnasium realisiert. Andreas Staindl / asd1

Das aktuelle Projekt steht vor dem Abschluss. Derzeit werden die Fragebögen ausgewertet, die Antworten für die Präsentation aufgearbeitet. 600 Gäste wurden im vergangenen Jahr in Lübben befragt. "Eine enorme Fleißarbeit der Schüler", sagt Dieter Günzel, "und das freiwillig in der Freizeit." Der Ehrenvorsitzende des Tourismusvereins Lübben und Umgebung sowie Lehrer Detlef Brose begleiten die Jugendlichen während des Projekts. Wie vor fünf Jahren, als es schon einmal eine Gästebefragung gab - damals jedoch nur während der Hauptsaison. Diesmal wurden Gäste ganzjährig befragt.

Die ersten Ergebnisse liegen vor. "Der Anteil ausländischer Besucher unserer Stadt ist zurückgegangen", erklärt Emely Hecker. "Sie kamen nur noch aus sechs, statt damals aus zwölf Ländern. Zudem besuchen offenbar weniger Sachsen die Kreisstadt; sie fielen von Platz eins auf drei."

Dafür haben wohl die Bayern den Spreewald entdeckt. "Die Gästezahl aus diesem Bundesland ist gestiegen", erklärt Hermann Albrecht. Detlef Brose führt das unter anderem auf die gezielte Werbung bei Messen hin: "Wir werben dort, wo wir uns die größten Effekte erhoffen." Der Lehrer sitzt im Aufsichtsrat der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing (TKS) GmbH in Lübben und für die Stadtfraktion am Rathaustisch. "Die Ergebnisse der Gästebefragung sind eine gute Grundlage für Entscheidungen der Stadtverordneten etwa über Infrastrukturmaßnahmen", sagt er.

Die Befragung habe unter anderem ergeben, dass sich Gäste mehr kostenlose Parkplätze im Stadtgebiet wünschen, zudem vom Durchgangsverkehr, speziell den Lkw, genervt sind, erzählt Hermann Albrecht: "Sie wollen keinen Lärm, sondern sich in Ruhe erholen."

Herausgestellt hat sich zudem, dass der Spreewald so etwas wie der Mittelpunkt Europas ist. "Zahlreiche Gäste haben uns erzählt, dass sie sich hier in Lübben mit Freunden aus anderen Ländern treffen", sagt Max-Eric Brauer. Gefragt hatten die Zehnt- und Elftklässler unter anderem nach dem Wohnort der Gäste, nach der Wirksamkeit der Werbung, der Zufriedenheit und Erwartung an den Erholungsort Lübben - insgesamt zu 24 Themen. "Die Mundpropaganda ist die beste Werbung", erzählt Emely Hecker. "Auch über das Internet werden viele Gäste auf Lübben aufmerksam." Zudem locken offenbar die Spreewaldkrimis Besucher in die Region, wie Max-Eric Brauer sagt. Er habe unter den Befragten viele Tagesgäste etwa aus Brandenburg, Berlin und Sachsen ausgemacht.

Noch ist die Auswertung der Befragung nicht abgeschlossen, Zahlen und Fakten werden derzeit aufbereitet. Im Frühjahr soll das Ergebnis präsentiert werden. Eingeladen werden Mitglieder des Tourismusvereins sowie Kommunalpolitiker, kündigt Dieter Günzel an. Auch der "Freundeskreis für Lübben" werde da sein. "Er unterstützt unsere Projekte seit Jahren."