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| 17:55 Uhr

Mit Fahrradüberdachung
Zum neuen „Würfel“ an der Schule kommt noch eine „Schublade“

 Die Eingangssituation der Liuba-Grundschule von der Wettiner Straße aus gesehen. Zustätzlich zum zweiten Würfel soll sie einen Anbau über dem Eingang erhalten, in dem künftig Lehrerzimmer, Schulleitung und andere Räume mit untergebracht werden.
Die Eingangssituation der Liuba-Grundschule von der Wettiner Straße aus gesehen. Zustätzlich zum zweiten Würfel soll sie einen Anbau über dem Eingang erhalten, in dem künftig Lehrerzimmer, Schulleitung und andere Räume mit untergebracht werden. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Die Liuba-Grundschule in Lübben wird weiter ausgebaut als bisher vorgesehen. Von Ingvil Schirling

„Ich freue mich, dass das mit der Schublade kommt.“ Dieser Satz von Andreas Rieger mag kryptisch erscheinen, macht aber aus Architektensicht durchaus Sinn. Als „Schublade“ wird liebevoll verkleinernd ein zusätzlicher Anbau an der Liuba-Grundschule in Lübben bezeichnet, der im Bauausschuss vergangene Woche – im Prinzip – grünes Licht bekam. Über seine Gestaltung wird möglicherweise noch zu reden sein – doch dazu später.

Architekt Vilco Scholz hat dem Fachgremium kürzlich die Genehmigungsplanung im aktuellen Stand vorgestellt. Auf ihrer Basis soll die Baugenehmigung beantragt werden. Wann mit den Arbeiten begonnen werden kann, hängt von deren Erteilung und weiteren Faktoren ab. „Eine kurze Bauzeit wäre für die Schule sicher erstrebenswert“, war sich Scholz sicher.

Hintergrund ist, dass im Zuge des zweiten, ohnehin schon geplanten Anbaus in Würfelform weiterer Platzbedarf an der Schule bekannt wurde. Dass bei 150 zu betreuenden Hortkindern keine eigenen Räume im Schulbau für die Horterzieher vorhanden sind, ist eine Herausforderung, die mit den aktuellen Planungen gelöst werden könnte. Insofern sei die Aufgabe der vergangenen Monate gewesen, diese „mit dem Schulkonzept in Einklang zu bringen“, formulierte Vilco Scholz und bedankte sich in diesem Zuge sehr für die gute Zusammenarbeit mit Schuldirektorin Anke Pommerening.

Zwar sind im städtischen Haushalt für die Anbaupläne bisher nur die Kosten für den zweiten Würfel verankert, doch die „Schublade“ könnte durchaus mit einem Nachtrag oder der Finanzplanung für 2020 geklärt werden.

Das beträfe dann womöglich auch noch weitere Punkte. Denn die Abstellplätze für die Fahrräder reichen ebenfalls hinten und vorne nicht mehr. Daher sollen 35 ohne Dach und 35 mit Dach von der Wettiner Straße aus gesehen links nahe der Giebelseite entstehen, genauer gesagt: rechts neben der Einfahrt. Weitere Kosten kommen auf die Stadt also in jedem Fall zu, nicht nur mit dem zusätzlichen Anbau.

Dieser wiederum soll an der Frontseite zur Wettiner Straße hin entstehen und würde dann Lehrerzimmer, Schulleitung, Sekretariat, Kopier- und Erste-Hilfe-Raum umfassen, alles auf relativ kleinem Raum. Gegründet werden soll auf Stahlbetonpfosten und einer ebensolchen Decke. Aktuell laufe das Baugrundgutachten. Eventuell könnte das Dach begrünt werden.

Der zweite Würfel erweitert das Gebäude mit drei Etagen und umfasst einen Hortraum im Erdgeschoss sowie weitere Unterrichtsräume in den oberen Stockwerken. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, die Hortbetreuung im Erdgeschoss mit kurzen, übersichtlichen Wegen anzusiedeln und „optimierte Bedingungen zu erreichen“, so der Architekt.

„Optimiert“ hätte sein Kollege Andreas Rieger, in der Rolle als Bauausschussmitglied freilich im Ehrenamt als Stadtverordneter, auch gern die „Schublade“. Denn diese – also der leicht vorgezogene Anbau der ersten Etage – hebe sich doch ab von der Rationalität des übrigen Baus. „Es ist ein ganz ungewöhnliches Bauteil, und das jetzt so gewöhnlich zu behandeln ...“, sagte Rieger, ließ das Satzende offen und deutete mit einem Beispiel aus Berlin an, dass solche Konstruktionen architektonisch durchaus zum Hingucker werden könnten. Allerdings muss man dazu nicht in die Hauptstadt fahren. Auch in Lübbenau finden sich interessante Beispiele ähnlicher Erweiterungen an den Mehrgeschossern.

Bei Vilco Scholz rannte er damit offenbar offene Türen ein. „Ich bin da ganz bei Ihnen“, antwortete der Berufskollege. „Das Thema müsste man diskutieren“, doch man müsse dann auch die Mehrkosten bedenken.

Zur Planung grundsätzlich gab es im Bauausschuss einhelliges Kopfnicken. „Das ist doch das, was wir wollten“, sagte Reinhard Krüger (Die Linke). „Wir sollten so schnell wie möglich losmachen und nicht weiter rumprobieren.“ Die Möglichkeit, über Gestaltung zu sprechen, gäbe es aber noch, ergänzte Andreas Rieger und nannte die Wahl von Farbe und Material als Ansatzpunkte. Damit die „Schublade“ auch schick wird.