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| 16:27 Uhr

Lieberose
Munitionsfund entpuppt sich als Rakete

 Die ungewöhnlich großen Fundstücke auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide gaben dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Rätsel auf.
Die ungewöhnlich großen Fundstücke auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide gaben dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Rätsel auf. FOTO: KMBD
Lieberose. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberoser Heide sind Teile einer Kurzstreckenrakete gefunden worden. Sie stammen vermutlich aus sowjetischen Beständen. Eine wichtige Frage bleibt aber offen.

Teile einer Rakete sind auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lieberoser Heide gefunden worden. Als Mitarbeiter der Landeswald-Oberförsterei in Peitz vor zwei Wochen nahe der Schießbahn die im Boden vergrabenen Metallteile entdeckten, war dies noch völlig unklar. Es sei „etwas Größeres“, vermutete Rüdiger Seliger, Leiter der Behörde.

Rakete in der Lieberoser Heide aus sowjetischen Beständen

Es handle sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Teile einer sowjetischen Kurzstreckenrakete vom Typ 8K14, die von der NATO unter der Bezeichnung „SS 1 Scud B“ geführt wurde, teilt der Kampfmittel-Beseitigungsdienstes (KMBD) des Landes Brandenburgmit.

Der Flugkörper stamme aus Beständen der ehemaligen sowjetischen Armee. Vermutlich wurden die Raketenteile beim Abzug der russischen Streitkräfte auf dem damaligen Truppenübungsplatz vergraben.

 Diese Scud-Rakete im Militärmuseum in Seoul ähnelt der in Teilen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide gefundenen Rakete.
Diese Scud-Rakete im Militärmuseum in Seoul ähnelt der in Teilen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide gefundenen Rakete. FOTO: Jeon Heon-Kyun

Der Abtransport der gefundenen Raketenteile zum Munitionszerlegebetrieb des KMBD erfolgte am Freitag vergangene Woche. Die Fundstelle und das unmittelbare Umfeld wurde mit Sondiertechnik durch den KMBD nochmals überprüft.

Das Ergebnis sei negativ, weitere Funde wurden nicht gemacht. Die Arbeiten vor Ort seien am Freitag abgeschlossen und die Grube wieder verfüllt worden.

Wieso blieben Raketenteile in der Lieberoser Heide?

Offen bleibt die Frage: Wieso blieben die Raketenteile auf einem Übungsplatz. Plausibel ist folgende Variante: Die sowjetischen Scud-Raketen waren in den 80er Jahren das Gegenstück zu den amerikanischen Pershing-Raketen.

Die Waffensysteme waren auf dem Boden der DDR beziehungsweise der BRD stationiert, wurden aber nie abgeschossen. Bei den in der Lieberoser Heide gefundenen Raketenteilen könnte sich um die Reste einer Übungsrakete handeln, mit der das Zielen und Nachladen trainiert wurde.

Raketen-Fund in Lieberoser Heide überrascht Experten

Der Fund scheint auch für den KMBD ungewöhnlich zu sein. Es dauerte drei Tage, bis das Ergebnis der Untersuchung mitgeteilt wurde. Normalerweise verfügen die Mitarbeiter des KMBD über so viel Erfahrung und Fachwissen, dass sie auch bei stark korrodierten Munitionsfunden eine erste Einschätzung abgeben können, um was für einen Gegenstand es sich handelt.

Munition ist auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberoser Heide spätestens seit den Waldbränden der vergangen Jahres ein heißes Eisen, weil Löschkräfte auf Grund der im Boden vermuteten Explosivstoffe das offene Gelände nicht betreten und befahren dürfen. Landesforstbetrieb und die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg sind seit mehr als zehn Jahren dabei, Teile der Lieberoser Heide von Kampfmitteln beräumen zu lassen.

(kkz)