Von Katrin Kunipatz

Noch immer gibt es die Internationale Naturausstellung (INA) Lieberoser Heide nur auf dem Papier. Geschäftsführer Lucas Opitz konnte beim dritten Regionalforum in der vergangenen Woche in Byhleguhre jedoch auf einzelne Projekte verweisen, die im kommenden Jahr umgesetzt werden könnten. So laufen für den Heideradweg Abstimmungen mit dem Landkreis Spree-Neiße über den Neubau des Weges auf der durch die Lieberoser Heide verlaufenden ehemaligen Bahntrasse. Noch im September soll der Förderantrag gestellt werden, sagt Opitz.

Für den Bau des Aussichtsturms sind die Anträge bereits eingereicht. Deshalb ist Jenny Eisenschmidt von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg zuversichtlich, dass der Turm im kommenden Jahr errichtet werden kann. Ebenfalls beantragt sind Fördermittel für die Lieberoser Heide 4.0. Die Idee gehört ebenfalls seit Beginn zum Konzept. An verschiedenen Punkten innerhalb des Gebietes sollen Besucher per Smartphone oder an einem Infopunkt in Bildern oder Filmen erleben, wie sich die Lieberoser Heide im Verlauf von Jahrzehnten vom Truppenübungsplatz zur Naturlandschaft gewandelt hat.

Außerdem werde weiter an Ideen und Förderanträgen gearbeitet, so INA-Geschäftsführer Opitz. Der zentrale Antrag soll beim Bundesamt für Naturschutz gestellt werden. Von dessen Bewilligung hänge es letztlich ab, wann die Internationale Naturausstellung tatsächlich stattfinden kann. Als Lucas Opitz und Joachim Faßmann vor eineinhalb Jahren die Geschäftsführung übernahmen, hatte man die Jahre 2021 oder 2022 im Blick. Gerade habe die INA GmbH im Antrag konkretisiert, wie die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern erfolgen soll.

Konkrete Ergebnisse soll die AG Wege liefern. Vertreter der angrenzenden Kommunen und Landkreise, Oberförstereien, Naturschutzbehörden und die Stiftung Naturlandschaften stimmen sich derzeit über ein einheitliches Wegekonzept ab,  dass durch die Lieberoser Heide führt und die angrenzenden Wege verknüpft.

Lucas Opitz verweist auch auf eine Masterarbeit im Fachbereich Architektur, die eine Idee entwickelt, wie das Schloss Lieberose belebt werden kann.

Viele der rund 20 anwesenden Vertreter der Kommunen, Tourismusgesellschaften wünschen sich mehr und vor allem für die Bürger sichtbare Fortschritte bei der Belebung der Lieberoser Heide. Opitz verspricht, dass auf einer neuen Internetseite und in einer neuen Broschüre die aktuelle Entwicklung dargestellt werde. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Konzentration auf den inneren Bereich. „Aber die Kruste ist für die Entwicklung der INA entscheidend“, sagt Bürgermeister Rainer Hilgenfeld. Er vermisst Projekte wie das Wildnis-Pfadfindercamp, für das es bereits einen Platz und mit der Schwielochsee Tourist GmbH auch einen Betreiber gegeben hätte. Jutta Vogel, ehemalige Bürgermeisterin von Byhleguhre, regt ein weiteres Projekt an. Entlang der ehemaligen Pferdebahn könnte ein Weg gebaut und mit historischen Details aufgewertet werden. Damit würde im südwestlichen Teil der Lieberoser Heide eine Verbindung zum Spreewald und nach Cottbus geschaffen, so Vogel.

INA-Geschäftsführer Lucas Opitz nimmt die Kritik an. Er verweist aber auch auf die begrenzten Möglichkeiten der INA. Gerade mal fünf Personen umfasst das Team. Geld stellen bisher die Kommunen und Landkreise zur Verfügung. Da es keine Fördermöglichkeit für die gesamte Naturausstellung gebe, sei die INA gezwungen, Anträge für einzelne kleine Projekte zu stellen und so schrittweise das große Ganze zu entwickeln.

Deshalb müsse die INA im Koalitionsvertrag stehen, der gerade in Potsdam ausgehandelt werde, regen Wolfgang Renner und Andreas Hilliger an. Auf diesem Weg und über die Mittel des Strukturwandels könnten zusätzliche Fördermittel fließen. Jana Lopper, Geschäftsführerin der Tourismus-Entwicklungsgesellschaft formuliert: „Die Region sollte von der neuen Landesregierung ein Bekenntnis zur INA fordern.“ Vor allem aber müsse klar gemacht werden, welche Vorteile die INA der Region bringt, so Axel Becker, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Friedland. Er sieht, dass die Projekte des Masterplans Bodenhaftung bekommen haben. „Deshalb ziehen wir es jetzt durch, sonst waren zehn Jahre umsonst.“