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| 13:05 Uhr

Waldbrand eingedämmt, Drohne soll Lage klären
Lieberoser Heide: Heldenhafter Einsatz bei Staub und Hitze

 Feuerwehrleute löschen Glutnester auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz.
Feuerwehrleute löschen Glutnester auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz. FOTO: dpa / Julian Stähle
Lieberose. Während andere der Hitze am See oder Schatten zu entkommen versuchen, geht für die Feuerwehrleute in der Lieberoser Heide ihr harter Einsatz weiter, in vollen Ausrüstung zwischen Hitze, Flammen und Staub. Von Bodo Baumert

Der Waldbrand in der Lieberoser Heide hat sich auch am Sonntag nicht weiter ausgedehnt. Das bestätigte Bernhard Schulz, Sprecher des Landkreises Dahme-Spreewald, auf Nachfrage. Das ist die gute Nachricht des Tages. Zwar brennt es weiter auf rund 100 Hektar. Ein weiteres Ausbreiten der Flammen konnte aber verhindert werden, Menschenleben sind deshalb nicht in Gefahr, Evakuierungen nicht angebracht.

 Qualm steigt von einem verbrannten Baumstumpf in der Lieberoser Heide auf.
Qualm steigt von einem verbrannten Baumstumpf in der Lieberoser Heide auf. FOTO: dpa / Patrick Pleul

Die schlechte Nachrichten ist, dass die Flammen weiterhin nicht gelöscht sind und sich auch nicht so schnell löschen lassen. Deshalb waren auch am Sonntag rund 170 Einsatzkräfte des THW und der Feuerwehren aus LDS, SPN, OSL und Potsdam-Mittelmark im Einsatz.

Einsatzbedingungen in der Lieberoser Heide sind extrem

Unter erschwerten Bedingungen versuchten sie, an den schwer zugänglichen Brandherden am Rand des Feuers zu löschen und Schneisen zu schlagen. Nicht nur die Hitze macht ihnen dabei zu schaffen.Vor allem die Staubbelastung und der Schwelrauch sind extrem. Trotz Atemschutzmasken huste man noch Tage danach und niese den Staub heraus, berichten Einsatzkräfte.

 Es staubt, wenn die Einsatzfahrzeuge versuchen, sich einen Weg zu den Brandherden zu bahnen.
Es staubt, wenn die Einsatzfahrzeuge versuchen, sich einen Weg zu den Brandherden zu bahnen. FOTO: dpa / Bernd Settnik

Trotz großer Hitze müssen sie mit kompletter Schutzkleidung arbeiten. Auch bei solchem Wetter gelten nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes natürlich die Arbeitsschutzvorschriften. Dazu gehörten Stiefel, spezielle Hosen und Jacken. „Bei Waldbränden ist das die elementare Funktionskleidung“, erklärte ein Sprecher. Die Kleidung besteht aus Spezialstoffen, die für hohe Temperaturen ausgelegt sind. Diese Stoffe könnten mehrere hundert Grad aushalten.

„Man muss das Feuer permanent beobachten, weil es sich dynamisch entwickelt“, sagte Wehrführer Michael Mummert von der Feuerwehr in Bagenz (Spree-Neiße) nach seinem Einsatz am Hitzetag Mittwoch . Der 45-Jährige fuhr eines der Tanklöschfahrzeuge. „Den ganzen Tag in der Gluthitze – wir waren alle sehr erschöpft.“

Wassernachschub für die Einsatzkräfte

Am Sonntag waren die Bedingungen ähnlich.Um die Einsatzkräfte mit genügend Wasser und Elektrolyten zu versorgen, wurde ein Nachschublager in Lieberose eingerichtet. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte schon am Donnerstags seine Hochachtung für den Einsatz der Wehren zum Ausdruck gebracht: „Ich ziehe meinen Hut vor den engagierten und fähigen Einsatzkräften vor Ort. Ihnen ist es zu verdanken, dass für die Zivilbevölkerung hier keine Gefahr besteht.“

Montagmorgen nächste Lagebesprechung

Wie lange der Einsatz der Wehren vor Ort nötig ist, lässt sich noch nicht abschätzen. Am Sonntag wurde eine Drohen angefordert, um eine Einschätzung der Lage aus der Luft vornehmen zu können. Am Montagmorgen wird dann auf einer Lagebesprechung über das weitere Vorgehen beraten. Dort wird auch entscheiden, ob die Hubschrauber, die am Freitag ihre Arbeit eingestellt hatten, erneut angefordert werden. Schröter hatte am Donnerstag betont, wie wichtig der Einsatz der Bundespolizei-Hubschrauber sei.

Ein Ende des Feuers ist aber nicht absehbar. Dazu bräuchte es kräftige Regenschauer. Und die sind weiterhin nicht in Sicht.