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| 17:36 Uhr

Einsatzkräfte haben Brand im Griff/Update: Mit Drohnen-Video
Lieberoser Heide: Feuerwehrleute hoffen auf Gewitter am Freitag

 Die Johanniter Südbrandenburg haben den Landkreis Dahme-Spreewald mit eine ihrer Drohnen bei der Brandbekämpfung aus der Luft in Sachen Aufklärung unterstützt.
Die Johanniter Südbrandenburg haben den Landkreis Dahme-Spreewald mit eine ihrer Drohnen bei der Brandbekämpfung aus der Luft in Sachen Aufklärung unterstützt. FOTO: Johanniter Südbrandenburg
Lübben. In der Lieberoser Heide brennen immer noch 100 Hektar Wald. Am Morgen sind laut Leitstelle Lausitz noch 59 Einsatzkräfte vor Ort. Der Freitag könnte mit kräftigen Regengüssen Entspannung bringen. Von Verena Ufer

„Die Lage in der Lieberoser Heide hat sich seit gestern nicht verändert“, resümiert Andreas Neukirch, Schichtleiter der Leitstelle Lausitz nach der morgendlichen Lageberatung gegenüber der RUNDSCHAU. Danach stehen im Landkreis Dahme-Spreewald noch rund 100 Hektar in Flammen. 59 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Wie er sagt, wurde noch nicht entschieden, ob wieder Löschhubschrauber fliegen. Das A und O sei weiter, eine Ausbreitung des Feuers zuzulassen. In den gefährlichen roten Zonen, die Feuerwehrleute nicht betreten dürfen, müssten die Flammen so lange lodern, bis keine Nahrung mehr da ist und sie von allein verlöschen. Brandschwerpunkt in der Heide sind zwei Moore. Durch den Torf brenne das Feuer beständig, heißt es seitens der Feuerwehr.

Die Schichtführer in der Leitstelle Lausitz in Cottbus verfolgen intensiv die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes. Für diesen Mittwoch ist Andreas Neukirch zufrieden mit den Voraussagen. „Es droht kein starker Wind, der die Löscharbeiten erheblich erschweren würde. Und am Freitag soll es ordentlich regnen“, freut sich der erfahrene Feuerwehrmann. Heftige Gewitter könnte es geben, fügt er hinzu. „Das würde uns sehr dabei helfen, den Brand zu löschen und die Lage am Wochenende zu entspannen.“

 Hubschrauber des Flugdienstes der Bundespolizei unterstützen bei der Löschung des Waldbrandes in der Lieberoser Heide. Ein Hubschrauber der Landespolizei unterstützte bei der Lageerkundung aus der Luft.
Hubschrauber des Flugdienstes der Bundespolizei unterstützen bei der Löschung des Waldbrandes in der Lieberoser Heide. Ein Hubschrauber der Landespolizei unterstützte bei der Lageerkundung aus der Luft. FOTO: Bundespolizei

Keine Gefahr für Anwohner

 Auf durchnässten Waldwegen stehen Feuerwehrfahrzeuge. Die Wege werden  regelmäßig gewässert, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Auf durchnässten Waldwegen stehen Feuerwehrfahrzeuge. Die Wege werden regelmäßig gewässert, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. FOTO: dpa / Julian Stähle

Seit dem vergangenen Samstag schon kämpfen Feuerwehrleute gegen das neue Feuer in der Lieberoser Heide. Nach zwei Tagen hatten sie die Flammen zwar im Griff, doch die Löscharbeiten ziehen sich weiter hin. Anwohner waren zu keiner Zeit gefährdet. Vor allem die Munitionsbelastung im Boden erschwert die Löscharbeiten erheblich. Rund um die Uhr sind freiwillige Feuerwehrleute in immer wieder wechselnden Schichten im Einsatz. Täglich flogen bisher Löschhubschrauber. Auch eine Drohne, die von oben neue Feuer und Glutnester ausmachen kann.

Zum Löschwasser werde, wie Lutz Freudenberg von der leitstelle am Dienstag erkläre, ein ein Mittel dazu gegeben, damit das Wasser besser in den Boden eindringen könne. „Das funktioniert genauso, wie wenn in ein randvolles Glas Wasser ein Tropfen Spülmittel gegeben wird“ erklärt der Lagedienstleiter das Verfahren bildlich. „Die Oberlächenspannung wird dadurch reduziert, das Wasser breitet sich aus, das Glas läuft über“, fügt er hinzu.

Wassermangel in der Lausitz

Die große Trockenheit in der Region bereitet den Feuerwehrleuten Sorgen. Leitstellen-Schichtleiter Frank Kolodziejeski hatte mit einer gewissen Sorge angemerkt, dass die Feuerwehrleute gezwungen seien, zum Löschen Wasser aus Seen der Umgebung zu verwenden. Das sei ein zweischneidiges Schwert. Denn die Wasserabsenkung würde dazu beitragen, dass Moore weiter austrocknen und dadurch die Brandgefahr wächst.

Die lange Dürreperiode hat in großen Teilen der Lausitz zu Wassermangel geführt. In der Region fassen die Speicher normalerweise 88 Millionen Kubikmeter Wasserreserven. Nun sind nur noch 58 Millionen vorhanden. In Cottbus dürfen Landwirte und Gartenbesitzer darum seit Sonntag zwischen 6 bis 21 Uhr kein Wasser mehr aus Flüssen, Seen oder Gräben pumpen.

Auf ein Feuer folgt das nächste

Das Feuer in der Lieberoser Heide war am Samstagmittag ausgebrochen. Bis zum Sonntag hatte sich die Brandfläche von etwa 40 auf rund 80 Hektar verdoppelt. Erst am Freitag hatte die Feuerwehr einen Einsatz in der Lieberoser Heide beendet. Über einen Zeitraum von knapp eineinhalb Wochen hatte dort ein Großbrand die Einsatzkräfte beschäftigt.

1000 Hektar Waldfläche brannten bereits in Brandenburg

Ohne die aktuellen Brände haben in Brandenburg seit Jahresbeginn bereits mehr als 1000 Hektar Waldfläche gebrannt. Das entspricht ungefähr der Größe von 1400 Fußballfeldern. Beim größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte im Land brannten auf einem früheren Truppenübungsplatz bei Jüterbog im Juni 744 Hektar.