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| 02:55 Uhr

Letzter Schultag für Regina Heinze

Sechs Jahre lang einen Weg gegangen: Horterzieherin Regina Heinze und die Schüler der 6. Klasse der Missener Lindengrundschule. Für sie alle ist heute der letzte Schultag.
Sechs Jahre lang einen Weg gegangen: Horterzieherin Regina Heinze und die Schüler der 6. Klasse der Missener Lindengrundschule. Für sie alle ist heute der letzte Schultag. FOTO: H. Kuschy
Missen. Heute gibt es Zeugnisse – aber nicht für die 6. Klasse der Missener Lindengrundschule. Sie sind am gestrigen Dienstag in Ogrosen aus der Grundschule verabschiedet worden und haben ihre Zeugnisse schon bekommen. Tschüs sagt auch Horterzieherin Regina Heinze. Sie hat ihre Sechste seit der 1. Klasse begleitet. Sie geht in den Ruhestand, und die Kinder wechseln die Schule. Hannelore Kuschy

Die Lindengrundschule sei ein Glücksfall für sie gewesen, das weiß Regina Heinze heute. Dabei schien der Wechsel von Vetschau nach Missen vor neun Jahren zunächst so gar nicht ihr Ding gewesen zu sein, denn sie kannte diese Schule überhaupt nicht. "Aber der Ganztag, der hat mich schon immer interessiert", sagt die 59-Jährige. Lehrer und Erzieher würden dort Hand in Hand zum Wohle der Kinder arbeiten - das habe sie so noch nirgendwo erlebt. Und das habe ihr den Neubeginn leicht gemacht. "Es ist hier wie in einer Familie", sagt sie. Nach drei Wochen habe sie sich gefühlt, als sei sie schon drei Jahre dort gewesen. Da hat der weitere Weg von Stradow nach Missen keine Rolle mehr gespielt.

Nach der individuellen Beschäftigung, Frühstück und Unterrichtsvorbereitung geht es in den Unterricht. Um 11 Uhr beginnt das Mittagsband, das die Horterzieher gemeinsam mit den Lehrern gestalten. Dazu werden alle Horträume in Beschlag genommen, der Spielplatz und der Pausenhof. "Beim Mittagessen haben wir immer ein Auge auf die Kinder, damit sie ihr Essen nicht herunterschlingen, nur, um schnell hinaus auf den Hof zu kommen", erzählt Regina Heinze.

Auch am Nachmittag kümmern sich alle um die Kinder. Arbeitsgemeinschaften wie Tanz, Handball, Theater, Kochen, Backen und Holzwerkstatt werden von den Kindern gern genutzt. Regina Heinze kocht und bäckt leidenschaftlich gern. So verwöhnt sie nicht nur die Kinder, sondern bietet alle 14 Tage freitags frische Plinse zum traditionellen Elterncafé an.

Die Eltern kommen gern dorthin, können sich austauschen und schätzen dieses Angebot des Hortes. "Gemeinsam mit den Lehrern bestreiten wir auch die Lernzeiten der Kinder von 14 bis 14.45 Uhr, damit sie zu Hause nichts mehr machen müssen", so die Horterzieherin.

Nach dem gestrigen Abschiedsabend, bei dem ihre Sechtsklässler ein eigenes Programm gestaltet haben, fällt der Abschied heute noch schwerer. Noch dazu, wenn sie von ihren Schützlingen die Bestnote mit nach Hause nehmen darf.

Aber es soll kein Abschied auf immer und ewig werden. Immerhin hat sie ihr jüngstes Enkelkind Ben, das, so hofft sie, auch die Missener Schule besuchen wird. "Dann werde ich natürlich öfter mit ihm hier sein. Und sollte mein Mann weiter die Holzwerkstatt an der Schule leiten, habe ich noch einen weiteren Grund, hin und wieder nach Missen zu fahren", sagt sie.

Erst einmal aber wird Urlaub gemacht. Gleich am Samstag geht es für eine Woche auf Usedom. "Wir reisen nämlich gern, ob an die Ostsee, nach Ungarn oder Kroatien", erzählt die Stradowerin.

Die Zeit wird ihr aber auch dazwischen und danach nicht lang, denn Heinzes haben Haus und Garten.

Da gibt es immer etwas zu tun. "Außerdem werde ich von nun an auch ein bisschen mehr Zeit für meine Schwester haben."

Zum Thema:
In der Missener Lindengrundschule haben in diesem Schuljahr 131 Mädchen und Jungen gelernt. Sie wurden von zehn Lehrerinnen unterrichtet und von acht Erzieherinnen und Erziehern betreut. Zu den Ganztagsangeboten in Missen gehörten in diesem Schuljahr 20 Arbeitgemeinschaften, die mit Kooperationspartnern, ehrenamtlichen Mitarbeitern und auch durch das Team der Grundschule gestaltet wurden. Die Schule hält Kontakte zu insgesamt 17 Kooperationspartnern.