Kann man sich vorstellen, dass am Kaffeetisch in Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis ebenso ausführlich über die unzähligen Formen der Depression gesprochen wird wie über die Details einer Hüft-OP? Wohl kaum. Das Beispiel zeigt, dass seelische Gesundheit längst nicht so im Fokus steht wie körperliche. Doch von akuten oder chronischen, leichteren oder schwereren seelischen Beeinträchtigungen mit und ohne äußerlichem Anlass sind mehr Menschen betroffen, als man denkt. Solange dieses Thema aber schambesetzt ist, bleibt ihnen Hilfe oft verwehrt.

Mit der Woche der seelischen Gesundheit kommen Hilfsangebote und Ansatzpunkte mehr in den öffentlichen Fokus. Die Lübbener Rundschau nutzt das, um einen Schwerpunkt auf das Thema zu legen. In einer kleinen Serie beleuchten wir ab Montag verschiedene Themen rund um die seelische Gesundheit. Wann ist ein Durchhänger bei Heranwachsenden ein ganz normaler Teenie-Blues – und wann sollte man sich dazu Hilfe holen? Wie verbreitet sind psychische Beeinträchtigungen überhaupt? Hilft es, sich einfach mal zusammenzureißen? Und welche Folgen haben Drogen wie zum Beispiel Crystal Meth auf die psychische Gesundheit? Diesen Fragen wollen wir in einzelnen Beiträgen nachgehen, erkennbar am LR-Logo mit der grünen Schleife, die für die Solidarität mit psychisch erkrankten Menschen und gegen deren Stigmatisierung steht. Eine psychische Beeinträchtigung kann, wie eine körperliche, jedem im Laufe seines oder ihres Lebens passieren. In manchen Abschnitten ist man anfälliger als in anderen – Wochenbett- oder Altersdepressionen sind mehr als früher im allgemeinen Bewusstsein. Den Mut haben, in solchen und vielen anderen Fällen darüber zu reden und aufgeschlossen zuhören, sind zwei zentrale Punkte hin zur Unterstützung. Am Ende haben die Beteiligten die Chance, daran zu wachsen. Eine Woche lang soll die LR-Mini-Serie helfen, den Weg dahin zu ebnen.