Mit der generellen Befreiung geht der Landkreis weit über die Forderung des LJVB hinaus, so dessen Pressereferent Tino Erstling. Der Verband habe ledigliche eine Gebührenbefreiung für Frischlinge angemahnt. Bedingung für den Kostenerlass ist die gleichzeitige Abgabe einer Blutprobe für die Untersuchung auf Schweinepest. Leider sei diese Aktion aber bis zum 31. Oktober befristet.

"Wildschweine sind hierzulande weit verbreitet und ihr Bestand nimmt aufgrund der Klimaveränderungen und des Strukturwandels in der Landwirtschaft weiter zu", so Erstling. Hohe Bestandsdichten würden ein größeres Ansteckungsrisiko im Falle von Tierseuchen wie ASP in sich bergen. Diese drohe sich derzeit von Osteuropa weiter in Richtung Westen auszubreiten. Die Infektion führe sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu schweren Erkrankungen, die fast immer tödlich enden. Eine Einschleppung der ASP nach Brandenburg hätte einen millionenschweren Schaden in der Viehwirtschaft zur Folge. Einen Impfschutz gebe es nicht.

Um das Infektionsrisiko zu mindern, müssten die Jäger mehr Tiere schießen und damit im Frischlingsalter beginnen. Jedes erlegte Wildschwein ist vor dem Verzehr auf Trichinen zu untersuchen. Weil dafür in den meisten Landkreisen eine Gebühr anfällt, "übersteigen die finanziellen Aufwendungen bei der Erlegung von Wildschweinen mit geringem Gewicht bei Weitem den Erlös aus dem Verkauf des Fleisches", so der LJVB-Vertreter. "Die Jäger zahlen drauf."

Mit dem Wegfall der Gebühren für die Trichinenuntersuchung habe der LDS einen wichtigen Anreiz für die Jäger vor Ort geschaffen, die Jagd auf Wildschweine aller Altersklassen zu intensivieren. "Mit dieser Entscheidung erkennt die Verwaltung das öffentliche Interesse unseres Tuns an. Ich hoffe, dass von diesem Beispiel eine Signalwirkung ausgeht", so Dr. Petra Schneller, Veterinärin und Präsidiumsmitglied des LJVB.