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| 16:38 Uhr

Lübben/Luckau
LDS-Stipendium für Mediziner wird konkret

Lübben/Luckau. Gesundheitsausschuss berät über Richtlinie. Von Ingvil Schirling

Mit der geplanten Studienbeihilfe für künftige Mediziner, die im Gegenzug dann in Dahme-Spreewald arbeiten, hat sich der Gesundheitsausschuss des Kreistags am Montag beschäftigt. Die Verwaltung hatte dazu nach einer ersten Runde in zwei Fachausschüssen im April eine Richtlinie erarbeitet, die nach Beratungen im Finanz- und im Kreisausschuss dem Kreistag Anfang Juli zum Beschluss vorliegt.

Im Kern geht es darum, langfristig dem Fachärztemangel entgegenzuwirken. Das Stipendium soll Medizinstudenten ausgezahlt werden unter der Bedingung, dass sie im Anschluss in Dahme-Spreewald arbeiten – entweder in einer Vertragsarztpraxis, in einer Klinik oder im Gesundheitsamt.

Die Richtlinie liegt nun konkret vor und hat die Anfragen und Hinweise aus der ersten Diskussionsrunde integriert. Demnach wird „die Studienbeihilfe 500 Euro monatlich umfassen und längstens für die Dauer von vier Jahren und drei Monaten, bei Inanspruchnahme einer Elternzeit bis zu fünf Jahren und drei Monaten gewährt werden“, heißt es in der Vorlage, über die die Abgeordneten beraten. Sie ist an die Verpflichtung des Studierenden gebunden, nach erfolgreichem Abschluss und Erteilung der Approbation mindestens vier Jahre lang ärztlich im Landkreis Dahme-Spreewald tätig zu werden. Damit muss der junge Mediziner innerhalb von sechs Monaten beginnen.

Fragen hatte es während der ersten Diskussionsrunde auch dazu gegeben, ob die Verpflichtungszeit nicht verlängert werden könne. Die Begrenzung auf vier Jahre begründet der Verwaltungsvorschlag nun damit, dass der junge Arzt oder die junge Ärztin während der Weiterbildung zum Facharzt verschiedene Abschnitte absolvieren muss. Doch „nicht alle Kliniken des Landkreises verfügen über die Weiterbildungsbefugnis für die vollständige Facharztausbildung“, heißt es weiter. Würden die jungen Mediziner länger verpflichtet, könnten sie möglicherweise ihre Facharztqualifikation nicht oder nicht in diesem Zeitraum erwerben – die allerdings Voraussetzung für die Übernahme einer Vertragsarztpraxis ist.

Die Richtlinie regelt ebenso Details zur Regelstudienzeit und zur Laufzeit bei einer Unterbrechung. Sie wurde „insgesamt wohlwollend aufgenommen“, berichtet Martin Wille (SPD), der als Vertreter im Ausschuss war. Bei zwei Enthaltungen gab es überwiegend Zustimmung. Offen sind ihm zufolge noch Fragen der Anrechenbarkeit. Ziel ist es, dass die Studenten am Ende auch 500 Euro bekommen und diese nicht mit Bafög oder anderen Leistungen verrechnet werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein junger Arzt nach vier Jahren Arbeit im Landkreis Dahme-Spreewald bleibt, sei „sehr hoch“, schätzt die Verwaltung ein. Auch Wille hofft, „dass es den gewünschten Effekt bringt“, und verweist darüber hinaus darauf, dass dann auch die „Rahmenbedingungen“ stimmen müssen. Gemeint sind beispielsweise Kitaplätze und mögliche Arbeitsstellen für die Partner und Partnerinnen der Ärzte.