Das bestätigte das Verkehrsunternehmen auf Nachfrage. Die Bahn will demnach zwischen der Dahme-Spreewald-Kreisstadt und KW Busse fahren lassen. Betroffen sind die Regionalexpresslinie 2 und die Regionalbahn 14.

Wie der Ersatzverkehr im Detail aussehen soll, sei noch nicht endgültig entschieden. „Es gibt strategische Überlegungen und verschiedene Varianten“, erklärte Bahnsprecher Gisbert Gahler am Donnerstag auf RUNDSCHAU-Nachfrage. So sei geplant, Express-Busse nonstop über die Autobahn fahren zu lassen. Gleichzeitig würden weitere Busse mehrere Orte entlang der Bahntrasse ansteuern.

Dahme-Spreewald-Landrat Stephan Loge (SPD) begründete während der vergangenen Kreistagssitzung am Mittwochabend in Lübben die Entscheidung für eine Vollsperrung mit einer dadurch deutlich kürzeren Bauzeit, die statt drei Jahren nun ein Jahr dauern werde. Loge war von Andreas Schluricke (SPD) aufgefordert worden, gegenüber der Bahn die Interessen der Bürger des Kreises deutlich und rechtzeitig zu formulieren. „Unter den Pendlern sind auch jede Menge Schüler, die nach Königs Wusterhausen zum Unterricht fahren“, so Schluricke, der „erhebliche Einschränkungen“ befürchtet.

Der genaue Baubeginn hänge von der Fertigstellung der Planungen und noch ausstehenden Genehmigungen ab, ergänzte Bahnsprecher Gahler. Loge nannte den Monat Mai als Starttermin.

Laut Bahn kann der 98 Kilometer lange Abschnitt zwischen KW und Cottbus nach Abschluss der Arbeiten mit Tempo 160 befahren werden. Reisende brauchen dann von Berlin nach Cottbus nur noch 68 Minuten, eine knappe halbe Stunde weniger als jetzt. Der Ausbau kostet demnach rund 140 Millionen Euro, von denen der Bund 120 Millionen und die Deutsche Bahn 20 Millionen Euro trägt (die RUNDSCHAU berichtete).

Nach Angaben von Landrat Stephan Loge hat die Deutsche Bahn nach gegenwärtigem Stand nicht vor, gegenüber Kommunen finanziellen Forderungen zu erheben. Er reagierte damit auf eine Anfrage von Raimund Tomczak (FDP). Der liberale LDS-Kreistagsabgeordnete hatte daran erinnert, dass bei der Sanierung von Bahnübergängen die jeweiligen Straßen-Verantwortlichen, oft Gemeinden oder auch der Kreis, mit einem Drittel an den Kosten beteiligt werden. „Dieses Drittel ist im Land Brandenburg aber auch förderfähig“, so Loge für den Fall, dass Tomczaks Befürchtungen doch eintreten.

Hartmut Linke (SPD) forderte, im Rahmen der ankgekündigten Arbeiten im nächsten Jahr auch den geplanten Ausbau des Fußgängertunnels unter den Gleisen am Bahnhof Brand umzusetzen.