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Laster macht Verkehrserziehung

Ingo Thiel spricht mit Viertklässlern in Schönwalde über den toten Winkel. Lehrerin Heike Hecker (r.) ist mit dabei. Die Aktion "Achtung toter Winkel" findet alle zwei Jahre in der Grundschule im Unterspreewald statt. Heute feiern die Schüler den Kindertag mit sportlich-lustigen Aktionen. An zehn Stationen können sich Mädchen und Jungen in altersgemischten Teams herausfordern lassen und ihre Kreativität beweisen.
Ingo Thiel spricht mit Viertklässlern in Schönwalde über den toten Winkel. Lehrerin Heike Hecker (r.) ist mit dabei. Die Aktion "Achtung toter Winkel" findet alle zwei Jahre in der Grundschule im Unterspreewald statt. Heute feiern die Schüler den Kindertag mit sportlich-lustigen Aktionen. An zehn Stationen können sich Mädchen und Jungen in altersgemischten Teams herausfordern lassen und ihre Kreativität beweisen. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Schönwalde. Der Fahrer eines Lastkraftwagens sitzt hoch über der Straße, er muss mich doch sehen. Das stimmt aber nur, wenn sich der Fußgänger oder Radfahrer nicht im toten Winkel befindet. Andreas Staindl / asd1

Also in dem Bereich, der für 0den Fahrzeugführer trotz Spiegel nicht einsehbar ist. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Viert- und Fünftklässler der Grundschule in Schönwalde (Unterspreewald) haben sich mit dem toten Winkel beschäftigt. Das theoretische Rüstzeug wurde ihnen im Rahmen der Verkehrserziehung schon vermittelt, wie die Schulleiterin Margit Steinbach sagt.

Ihr Wissen haben die Mädchen und Jungen gestern in der Praxis vertieft. Ingo Thiel hat dafür seinen Laster auf dem Schulhof geparkt. Er ist damit im Auftrag der Verkehrssicherheit Berlin-Brandenburg (VSBB) GmbH unterwegs: "Das Interesse ist riesig. Ich bin ausgebucht." Klar, Unfälle vor allem beim Abbiegen von Lkw gibt es immer wieder. "Das sind ganz gefährliche Situationen", sagt Ingo Thiel. "Unaufmerksamkeiten führen hier zu großen Schäden bei Fußgängern und Radfahrern." Oft haben sich die Geschädigten im toten Winkel befunden. Um ein Gefühl zu bekommen, was man vom Fahrersitz aus sieht, aber vor allem, was man nicht sieht, durften die Kinder gestern in das Fahrerhaus klettern. Erst waren die Mitschüler noch gut im Außenspiegel auf der Beifahrerseite zu sehen. Doch dann plötzlich nicht mehr. Sie sind einfach ein paar Schritte zur Seite gegangen. Sie waren aber immer noch im Bereich des Lkw.

Der Fahrer kann die Personen auf dem Gehweg einfach nicht sehen. Ein Aha-Effekt für die Grundschüler, als sie sich überzeugten, dass es den toten Winkel tatsächlich gibt. Für die Viertklässlerin Chantal Städter war diese Erkenntnis "sehr wichtig. Ich weiß jetzt, dass mich Lastkraftwagen-Fahrer auch durch ihre Spiegel nicht immer sehen". Dieses Wissen kann im Ernstfall Leben retten. Die Kinder haben gemeinsam mit Ingo Thiel erarbeitet, wie man sich als Fußgänger oder Radfahrer richtig verhält. An Kreuzungen oder Einmündungen nie direkt neben der Tür eines Lkw stehen.

Der Fahrer kann diesen Bereich nicht einsehen. Besser ist es, Augenkontakt zum Fahrzeugführer herzustellen. Nur wenn das gelingt, sieht er Personen neben dem Lastauto. Aliena Huber möchte erst gar kein Risiko eingehen. "Ich würde lieber in sicherer Entfernung warten, bis das große Fahrzeug abgebogen ist", sagt die Viertklässlerin. Sie und die anderen Viert-und Fünftklässler der Grundschule in Schönwalde gingen sehr gut vorbereitet in den praktischen Teil. Fragen, die ihnen Ingo Thiel stellte, konnten sie prima beantworten. "Wir haben vieles schon im Sachkundeunterricht gelernt", erzählen Aliena und Chantal.

"Durch die heutige Aktion verstehen wir das Ganze noch besser und haben den toten Winkel jetzt immer im Kopf." Der Bildungseinrichtung im Unterspreewald liegt die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler am Herzen. "Wir führen die Aktion ,toter Winkel´' alle zwei Jahre an unserer Schule durch", sagt Margit Steinbach. "Damit erreichen wir alle Kinder."

Zum Thema:
Die Aktion "Achtung toter Winkel" wird von der Verkehrssicherheit Berlin-Brandenburg GmbH in Kooperation mit der Landesverkehrswacht Brandenburg und der Fuhrgewerbe-Innung Berlin-Brandenburg durchgeführt. Jeweils ein Lkw steht in Berlin und Brandenburg zur Verfügung. Infos unter www.vsbb-verkehrssicherheit.de im Internet.