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Landschaft als Lernprozess

Elftklässler des Paul-Gerhardt-Gymnasiums gestalten eine Spreewaldlandschaft an einem Gebäude in der Spreewaldkita in Lübben.
Elftklässler des Paul-Gerhardt-Gymnasiums gestalten eine Spreewaldlandschaft an einem Gebäude in der Spreewaldkita in Lübben. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Der Uhu sitzt schon auf dem Baum, der Storch spaziert über die Wiese, ein Fisch schwimmt im Wasser. Heuschober und Kahn fehlen nicht. asd1

Selbst ein Biber ist zu sehen, der sich an einem Baum zu schaffen macht.

Die Spreewaldlandschaft wird immer deutlicher. Elftklässler des Kunstkurses im Paul-Gerhardt-Gymnasium in Lübben gestalten sie auf der Wand des Spielgeräteschuppens auf dem Hof der Spreewaldkita in Lübben-Nord. Silvia Reiner unterstützt die Schülerinnen und Schüler. Die Kunstlehrerin begleitet das Projekt, ist mit den Teilnehmern zufrieden: "Sie wachsen über sich hinaus. Das gesamte Vorhaben ist ein Lernprozess."

Am Anfang stand die Vorgabe der Kita. "Wir haben uns eine Spreewaldlandschaft gewünscht", erzählt die Leiterin Gabriele Kutzscher. "Das Motiv passt wunderbar zu unserer Einrichtung." Das gesamte Schulhalbjahr arbeiten die Elftklässler an dem Wandbild. "Wir haben anfangs Ideen geschmiedet und überlegt, was alles in die Spreewaldlandschaft rein soll", erklärt Thomas Müller. "Schon dieser Prozess war sehr spannend." Skizzen und Zeichnungen sind entstanden.

"Die Entwürfe haben wir mehrmals überarbeitet", sagt Johanna Fuhrmann. "Inzwischen sind alle Motive an der Wand. Einige müssen noch ausgemalt werden. Wir schaffen das bis zum Schuljahresende." Weil der Termin immer näher rückt, die normale Unterrichtszeit nicht reicht, um das Projekt vor den Sommerferien abzuschließen, arbeiten die Schülerinnen und Schüler auch während ihrer Freizeit an dem Bild. "Ich bin von dem freiwilligen Engagement sehr beeindruckt", sagt Gabriele Kutzscher. "Das gesamte Team hat meine größte Wertschätzung."

Mandy Lehmann gestaltet das Wandbild mit. "Es macht mir mehr Spaß als normaler Unterricht", sagt die Elftklässlerin. "Ich finde es besonders gut, dass wir unsere eigenen Ideen einbringen können." Und noch etwas gefällt ihr: "Anders als bei Kunstarbeiten in der Schule ist das Wandbild in der Kita öffentlich zu sehen." Der Gehweg zur Kita führt unmittelbar vorbei. Der Blick auf die gemalte Spreewaldlandschaft ist problemlos von außerhalb der Spreewaldkita möglich.

Thomas Müller ist zufrieden: "Die Wand ist jetzt schön bunt." Der Prozess der Veränderung ist nicht nur für die Gymnasiasten spannend, sondern auch für die Mädchen und Jungen der Kita. "Sie schauen gern zu, haben immer viele Fragen", erzählt die Leiterin. "Es ist schön zu sehen, wie respektvoll und gefühlvoll die Jugendlichen mit den Kindern umgehen und ihnen die einzelnen Arbeitsschritte erklären."

Das Projekt ist auch pädagogisch wertvoll. "Die Schülerinnen und Schüler müssen zusammenarbeiten, als Team funktionieren und richtig ackern", sagt Silvia Reiner. "Das klappt wunderbar." Noch vor Beginn der Sommerferien soll das Bild eingeweiht werden.