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| 19:00 Uhr

Betrugsvorwurf
Landrat prüft dienstrechtliche Konsequenzen

Landrat Stephan Loge (SPD)
Landrat Stephan Loge (SPD) FOTO: Günter Wicker/Flughafen Berlin B
Lübben/Luckau. Betrugsvorwurf gegen Chris Halecker: Beigeordneter hat Gelegenheit zur Anhörung und Stellungnahme.

In Folge der Betrugsvorwürfe gegen seinen Stellvertreter Chris Halecker hat Landrat Stephan Loge (SPD) am Donnerstagnachmittag ein Anhörungsverfahren eingeleitet. „Parallel zum Ministerium des Innern und für Kommunales, welches im Land Brandenburg der zuständige Disziplinarvorgesetzte für den ersten Beigeordneten ist, prüft Loge die Einleitung dienstrechtlicher Konsequenzen in Form der Anordnung des Verbots der Führung der Dienstgeschäfte“, heißt es in einer Pressemitteilung. Hierzu habe er Chris Halecker entsprechend dem Landesbeamtengesetz die Gelegenheit zur Anhörung und Stellungnahme eingeräumt. Anschließend werde Landrat Loge über dienstrechtliche Konsequenzen entscheiden, heißt es weiter. Wie viel Zeit Chris Halecker dafür eingeräumt wird und wann möglicherweise entschieden wird, geht aus der Mitteilung nicht hervor. In den vergangenen Tagen hatten Vertreter von CDU und FDP den Rücktritt des Vize-Landrats gefordert, der unter anderem für den Baubereich verantwortlich ist oder seine sofortige Suspendierung.

Das Amtsgericht Fürstenwalde hatte am Montag gegen Halecker einen Strafbefehl mit einer Geld­strafe über 34 500 Euro erlassen. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Er soll 6700 Euro aus der Kasse der Landesrettungsschule Brandenburg, deren Vorsitzender er war, für private Zwecke verwendet haben. Insgesamt achtmal soll er sich einem Pressebericht zufolge 2015 und 2016 dort bedient haben. Halecker selbst äußere sich dazu weiterhin nicht, heißt es aus der Kreisverwaltung Dahme-Spreewald.

Im April 2016 wurde er im Kreistag zum Beigeordneten gewählt – und zwar mit nur zwei Stimmen mehr als nötig. Im Vorfeld hatte es scharfe Kritik in Bezug auf die Personalie aus den Reihen der CDU/FDP/Bauern gegeben (die LR berichtete). Landrat Stephan Loge hatte ihn damals vorgeschlagen. Halecker ist Mitglied der Partei Die Linke.  

Chris Halecker (Linke)
Chris Halecker (Linke) FOTO: Ingvil Schirling