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Lübben
Leseglück im neuen Bücherbus

Und so sieht er von außen aus, der neue Bücherbus der LDS-Fahrbibiliothek: bunt, ansprechend und ganz neu. Zur Eröffnung kamen zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung, Bildung und Kultur.
Und so sieht er von außen aus, der neue Bücherbus der LDS-Fahrbibiliothek: bunt, ansprechend und ganz neu. Zur Eröffnung kamen zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung, Bildung und Kultur. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Lübben. Der Landkreis Dahme-Spreewald weiht das neue Fahrzeug für die rollende Bibliothek ein. Für Menschen mit Behinderung ist der Einstieg allerdings schwierig. Das wurde bemängelt. Von Ingvil Schirling

Jetzt ist er da, der heiß ersehnte neue Bücherbus der Fahrbibliothek des Landkreises Dahme-Spreewald. Am Mittwoch wurde er auf dem Ehrenhof des Lübbener Landratsamts von vielen Gästen begrüßt, darunter auch von Hortkindern der 1. Grundschule. Kaum war das rote Band mit Schleife durchtrennt, schon stürmten die jungen Lesefans den Bus und nahmen ihn in Beschlag. Als erstes vertieften sie sich in einen großformatigen Bildband über die unendlichen Weiten des Weltraums.

Doch zunächst erinnerte Landrat Stephan Loge (SPD) an die Geschichte der Fahrbibliothek. Im Juni 1992 wurde der erste Bus in Dänemark abgeholt und ging ab Oktober in seinem unverwechselbaren Blau auf Tour. Es war der Beginn einer innigen Beziehung zwischen Schulen und Kitas sowie lesehungrigen Einwohnern auf der einen Seite und dem mobilen Bildungsangebot des Landkreises auf der anderen Seite. Wie ungern man auf dieses Angebot verzichtete oder zeitweise Einschränkungen in Kauf nahm, zeigte sich an der kritischen Diskussion über das Provisorium in diesem Herbst – doch dazu später.

25 Jahre lang bauten Fahrbibliotheks-Chefin Renate Waschkowitz und ihre Team Schritt für Schritt die Fahrbibliothek auf. 400 000 Kilometer legte der blaue Bus quer durch den Landkreis über die Jahre zurück. Im Sommer 2017 aber kam das Ende mit der Stillegung aufgrund von schwerwiegenden Mängeln.

Da war das neue Fahrzeug bereits bestellt, Kostenpunkt: 208 123,06 Euro. Gebaut von einer Wurzener Firma, speziell nach den Wünschen des Landkreises, wurde es allerdings erst im November geliefert. In der Zwischenzeit wurden Fahrten mit einem Auto aus dem Landkreis-Fuhrpark absolviert – eine provisorische Lösung, die nicht überall auf Gegenliebe stieß. Fahrbibliotheks-Leiterin Anna Rädisch bedankte sich nichtsdestotrotz auch bei den Mitarbeitern, für die die Zwischenlösung ebenfalls nicht immer ganz einfach gewesen sei.

Nun steuert der Bus wieder planmäßig 82 Haltestellen im 14-tägigen Rhythmus an, außerdem acht Schulen und ebenso viele Kitas. Die Auswahl ist groß. 36 000 Medien können ausgeliehen werden: Bücher, CDs, Hörbücher, Zeitschriften, Spiele und vieles mehr. „Die Fahrbibliothek nimmt einen wichtigen Bildungsauftrag für den ländlichen Raum wahr“, sagte Landrat Stephan Loge. Sie biete älteren Einwohnern die Möglichkeit, ohne lange Wege Bücher und mehr auszuleihen, und steigere die Lesekompetenz von Kindern durch Veranstaltungen.

Also Ende gut, alles gut? Fast: Ein Manko wurde bei der Eröffnung sichtbar: Der Einstieg ist nicht barrierefrei. Es gibt zwar eine portable Rampe, doch diese droht bei Kälte an ihrem Aufbewahrungsort zwischen Reifen und Fahrgestell festzufrieren und nützt nicht allen Menschen mit Behinderung. Das war auch Thema im Kreistag am Mittwochabend. Gleichstellungsbeauftragte Elke Voigt will prüfen, was getan werden kann, um die Situation zu verbessern.