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| 20:30 Uhr

LDS-Jubiläum
Leben in Dahme-Spreewald: ein „Luxus“

Ein Vierteljahrhundert Dahme-Spreewald - da dürfen Ehrenamtliche nicht fehlen. Gewürdigt von Landrat Stephan Loge (2.v.r.)  wurden die Leistungen und das Engagement von Lieberose-Oberspreewalds Amtsbrandmeister Frank Schulz, OSZ-Schulleiter Klaus-Ulrich Tölpe, Maria Böhme vom Verein „Abfallstreife“, der Lübbener Sportler Gerd Franzka, Marlies Rabes und Ellen Müller von der Selbsthilfe-Dachorganisation Rekis sowie Arkadji Schwarz von der jüdischen Gemeinde (v.l.). 
Ein Vierteljahrhundert Dahme-Spreewald - da dürfen Ehrenamtliche nicht fehlen. Gewürdigt von Landrat Stephan Loge (2.v.r.)  wurden die Leistungen und das Engagement von Lieberose-Oberspreewalds Amtsbrandmeister Frank Schulz, OSZ-Schulleiter Klaus-Ulrich Tölpe, Maria Böhme vom Verein „Abfallstreife“, der Lübbener Sportler Gerd Franzka, Marlies Rabes und Ellen Müller von der Selbsthilfe-Dachorganisation Rekis sowie Arkadji Schwarz von der jüdischen Gemeinde (v.l.).  FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Landkreis feiert 25. Geburtstag mit 180 Gästen und einer Hymne auf die Ruhe nahe der Metropole Berlin Von Ingvil Schirling

Die Frage nach der Liebesheirat bleibt wohl unbeantwortet. Auch beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Dahme-Spreewald-Kreises ist sie gestellt worden, und zwar von Moderator Ralf Jußen an Hartmut Linke (SPD), Landrat a.D. und anno 1993 damit beauftragt, der anstehenden Kreisgebietsreform nachzukommen. Zunächst habe er sich überall Absagen geholt, erinnerte er sich an einen schwierigen Prozess, ehe die Fusion auch deshalb zustande kam, weil im Teltow-Vermögen des Altkreises Königs Wusterhausen eine nicht unerhebliche Finanzquelle steckte. Ein reicher Partner fand also zwei eher beschauliche, wenn nicht gar schöne Verbündete in den Altkreisen Lübben und Luckau. Landschaftlich reizvoll sind sie alle drei. Die „Ehe“ – ob nun aus Liebes-, Vernunft- oder Geldgründen oder weil das Schicksal es eben so fügte – hält nun seit einem Vierteljahrhundert. Und das vor allem deshalb, weil nach Hartmut Linke auch Landrat a.D. Martin Wille und das heutige Verwaltungsoberhaupt Stephan Loge (beide SPD) mit den Kreistagsabgeordneten beständig darum rangen, dass ein fairer Ausgleich zwischen den so unterschiedlichen Regionen geschaffen werde.

Auf diesen Ausgleich zielte auch Kathrin Schneider in ihrer Festrede ab. Die Infrastrukturminsterin (SPD) wohnt in Dürrenhofe und hat den direkten Vergleich mit dem Leben in Potsdam oder Berlin daher aus eigenem Erleben vor Augen. „Um den Luxus, den wir hier haben, beneiden uns viele.“ Mit „Luxus“ meine sie eine Lebensqualität, die einerseits beinhaltet, im Sommer aufs Rad steigen und an einen See fahren zu können, an dem man höchstens zehn Leute treffe. Andererseits aber ist die Hauptstadt Berlin über Straße und Schiene gut erreichbar. Sowohl Raum und Großzügigkeit in der Landschaft als auch Nähe zur Metropole – diesen Luxus in der Lebensqualität „muss man immer wieder deutlich machen“.

Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) hielt die Festrede.
Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) hielt die Festrede. FOTO: LR / Ingvil Schirling

Zur Zukunft des Landkreises sagte sie: „Für mich ist das Glas mehr als halb voll. Die Chancen überwiegen die Risiken doch deutlich.“ Die Digitalisierung sei ein großes Thema, den Flughafen „wollen und müssen wir ans Netz bringen. Er ist eine Jobmaschine, die jetzt schon angelaufen ist.“ Den Ausgleich zwischen „Stadt und Land müssen wir beachten, dann ist mir um die Zukunft überhaupt nicht bange“.

Ihrer Festrede, umrahmt von vielfältigen kulturellen Beiträgen, lauschten rund 180 Gäste im Kreistagssaal. Während der Talkrunde mit den Landräten erinnerte eine Präsentation an prägende Ereignisse im Landkreis: Der erste Neujahrsempfang, viele Grundsteinlegungen, erste Baumpflanzung bei Tropical Islands, Aquamediale-Eröffnungen, Ministerbesuche: So mancher musste feststellen, dass wir alle in der Zeit stehen. „Vor 15 Jahren und 20 Kilo früher“, kommentierte Landrat Stephan Loge augenzwinkernd und selbstironisch.

Aus dem Nähkästchen der Landkreis-Geschichte plauderten die Alt-Landräte Martin Wille (jetzt Vorsitzender des Kreistages) und Hartmut Linke mit Moderator Ralf Jußen und Landrat Stephan Loge (v.l.).
Aus dem Nähkästchen der Landkreis-Geschichte plauderten die Alt-Landräte Martin Wille (jetzt Vorsitzender des Kreistages) und Hartmut Linke mit Moderator Ralf Jußen und Landrat Stephan Loge (v.l.). FOTO: LR / Ingvil Schirling

Ihm fiel der dritte Hauptteil des Abends zu: die Ehrung verdienter Dahme-Spreewälder. Amtsbrandmeister Frank Schulz aus Lieberose-Oberspreewald wurde für seine mehr als 360 Einsatzstunden im Waldbrandsommer 2018 gewürdigt, der Lübbener Gerd Franzka für seine zahllosen sportlichen Erfolge. Der Luckauer OSZ-Schulleiter Klaus-Ulrich Tölpe wurde für sein Engagement geehrt, ebenso Arkadij Schwarz von der jüdischen Gemeinde Königs Wusterhausen. Irmtraud Carl hatte sich um Kultur verdient gemacht, Marlies Rabes und Ellen Müller mit der Dachorganisation Rekis die Zahl der Selbsthilfegruppen im Landkreis von sechs auf 60 anwachsen lassen. Maria Böhme rief die Abfallstreife im Norden des Landkreises ins Leben.

Die Vielfalt und Lebendigkeit des Ehrenamtes im Landkreis Dahme-Spreewald war schon Kathrin Schneider eine extra-Bemerkung in ihrer Festrede wert gewesen. Diese Vielfalt basiert auf funktionierenden Netzwerken, die beim anschließenden Empfang ausgebaut werden konnten. Denn zum Luxus des Lebens in LDS gehört ebenso eine aktive und fürsorgliche Gemeinschaft.

Zur Auflockerung tanzte im Rahmen eines vielfältigen Kulturteils das „Latina Dance Studio“ aus Wolsztyn.
Zur Auflockerung tanzte im Rahmen eines vielfältigen Kulturteils das „Latina Dance Studio“ aus Wolsztyn. FOTO: LR / Ingvil Schirling