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Landessingwartin bringt Konzert nach Lübben

Lübben. Dass der Kammerchor Canzoneo nach Lübben kommt, ist vor allem ein Verdienst von Cornelia Ewald. Von 1990 bis 2001 war sie in der Spreewaldstadt die Kirchenmusikerin und ist noch immer sehr bekannt.

Der RUNDSCHAU verriet sie, wohin es sie jetzt zieht.

Frau Ewald, Sie sind seit kurzem Landessingwartin der evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische-Oberlausitz. Was kommt da auf Sie zu?

Der Hauptauftrag liegt auf der Arbeit mit Kindern. Es ist wichtig, dass die Nachwuchsarbeit wieder mehr stattfindet. Seit der Wende wurde sie nicht mehr so vorangetrieben, und jetzt sieht man das Manko. Es gibt flächendeckend Initiativen, das Singen vom Kindergarten an wieder mehr zu fördern. Das ist auch unser Ziel.

Ist Canzoneo schon ein erstes Ergebnis?

Canzoneo hat sich aus Canzonetta entwickelt, ein Verein, der sich seit 55 Jahren um die Förderung des Singens von Kindern und Jugendlichen verdient macht. Ich war nach meiner Zeit als Kirchenmusikerin in Lübben bis 2008 am Cottbuser Staatstheater, dann Kirchenmusikerin in Niederschönhausen, dann eine zeitlang selbstständig. So kam ich zu Canzonetta. Damit brachte ich für die neue Aufgabe als Landessingwartin schon Erfahrung mit, was das Singen mit Kindern betrifft. Canzoneo sind ehemalige Canzonetta-Sängerinnen und -Sänger, die älter geworden sind. Sie haben untereinander auch nach der aktiven Zeit Kontakt gehalten. Ich bot an, mit ihnen professionell zu arbeiten. Daraus wurde schließlich der Kammerchor Canzoneo. Seit vier Jahren treten sie als gemischter Chor auf. Es sind 25 Sängerinnen und Sänger. Im Repertoire haben sie neben klassischen Werken auch Musicalstücke und Popsongs.

Mit dem Programm konzentriert sich der Chor auf eine schwierige Zeit. Paul Gerhardt lebte in Teilen während des 30-jährigen Krieges. Wie geht der Chor darauf ein?

Wir stellen neben der Motette "Wie liegt die Stadt so wüst" noch andere Anti-Kriegslieder vor, unter anderem ein sehr altes Volkslied und ein finnisches Lied. In der Zeit, in der marodierende Soldatentruppen beständig verwüsteten, was man gerade wieder aufgebaut hatte, mag es wirklich schwierig gewesen sein, die Hoffnung zu behalten und immer wieder neu anzufangen. Wir wollen deutlich machen, wie wichtig es ist zu erinnern, dass der Frieden auf wackligen Füßen steht.

Zieht es Sie mit den neuen Aufgaben nun mehr nach Berlin?

Neben der Landessingwartin habe ich eine Stelle als Kirchenmusikerin in Karlshorst. Perspektivisch denke ich über einen Umzug nach Berlin nach.

Mit Cornelia Ewald sprach Ingvil Schirling