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| 16:51 Uhr

Auf der Insel wird nicht nur vor dem Fernseher gefläzt
La vida española en Lusacia!

Abseits gibt es hier ausnahmsweise nicht: Ivo (l.) und Norwin spielen am Tischkicker schon mal ein paar WM-Spiele vor.
Abseits gibt es hier ausnahmsweise nicht: Ivo (l.) und Norwin spielen am Tischkicker schon mal ein paar WM-Spiele vor. FOTO: LR / Steven Wiesner
Lübben. Im Zuge seines Public-Viewing-Programms widmet sich Lübbens Jugendhaus „Die Insel“ mehreren WM-Teilnehmern. Dabei bekommt das Fußball-Fest auch bildenden Charakter.

Schon am Eingang macht diesmal ein ungewohnt mediterraner Duft auf sich aufmerksam in Lübbens Jugendfreizeiteinrichtung „Die Insel“. Es riecht nach Olivenöl, Thymian, Hühnchen und später auch nach Zimt. Die Erklärung dafür ist einfach: Während der Fußball-Weltmeisterschaft hüllt sich das Jugendhaus für jeweils einen Tag in der Woche in die Farben eines bestimmten WM-Teilnehmers. Am vergangenen Freitag ist Spanien an der Reihe – und die Lübbener „Insel“wird zur iberischen Halbinsel. Spaniens Flagge schmückt das Gemeinschaftszimmer, der Rekorder spielt südländische Klänge, es gibt ein Quiz zur spanischen Allgemeinbildung und natürlich wird auch landestypisch gekocht. Auf der Speisekarte steht eine Paella Valenciana als Hauptgang und eine Crema Catalana als Dessert. La vida española en Lusacia! Das spanische Leben in der Lausitz!

So hat sich Anja Dettelmann das Public-Viewing-Angebot vorgestellt. Es soll nicht einfach nur auf dem Sofa gefläzt und auf die Leinwand gestarrt werden. Jedenfalls nicht vier Wochen lang. Die Lübbener Jugendarbeit der Caritas will das Fußballturnier als Instrument nutzen für ein thematisches Miteinander. „Unsere Jugendlichen haben selbst recherchiert, was es für Gerichte gibt. Und manche machen gleich noch erste Erfahrungen, wie man den Kochlöffel schwingt“, sagt die Sozialarbeiterin. So kann die Einrichtung den WM-Spaß auch mit einer Art Bildungsauftrag verbinden, dem das Haus seit seiner Übernahme im Jahr 2004 gerecht werden möchte.

Es duftet mediterran: Die Jugendlichen und Sozialarbeiter bereiteten diese dampfende Paella Valenciana vor. Am Donnerstag wird es nun asiatisch.
Es duftet mediterran: Die Jugendlichen und Sozialarbeiter bereiteten diese dampfende Paella Valenciana vor. Am Donnerstag wird es nun asiatisch. FOTO: LR / Steven Wiesner

Teamleiterin Dana Tschöpel ergänzt: „Wir sind keine geschlossene Gruppe, sondern offen für alle.“ Zum WM-Projekt des Jugendhauses, das vom Landkreis gefördert wird, gehören eben jener „Tag des Landes“, einmal in der Woche auch ein Playstation-Turnier und WM-Turniere am Tischkicker. „Daraus haben wir mittlerweile auch unser eigenes Orakel gemacht“, sagt Anja Dettelmann. „Wir spielen alle wichtigen Spiele schon am Kicker vor.“

Spaniens Nationalspieler hätten sich sicher auch wohl gefühlt in Lübben.
Spaniens Nationalspieler hätten sich sicher auch wohl gefühlt in Lübben. FOTO: dpa / Frank Augstein

Kinder und Jugendliche von zehn bis 25 Jahren können beinahe täglich WM-Atmosphäre schnuppern auf der „Insel“. Das Jugendhaus präsentiert sich während des Public Viewings bisher weniger als isländischer Fanblock, der ohrenbetäubende „Huhs!“ rausposaunt, sondern eher als chillige VIP-Loge, in der unaufgeregt Fußball geschaut werden kann. Vielleicht ändert sich das ja beim deutschen Gruppenfinale am Mittwoch (16 Uhr) gegen Südkorea. „Wir sind alle heiß auf das Spiel“, sagt Dana Tschöpel. Am Donnerstag (ab 15 Uhr) wartet dann auch schon der nächste „Tag des Landes“. Diesmal mit Japan. Mal sehen, wonach es dann duftet auf der „Insel“. . .