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| 12:58 Uhr

Aquamediale
„Spreeland trifft ...“ auf junge Kunst

 Wie Johanna Benz bauten in den vergangenen Wochen neun Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten in Straupitz auf.
Wie Johanna Benz bauten in den vergangenen Wochen neun Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten in Straupitz auf. FOTO: Aquamediale / ndgrafix/Stefan Otto
Straupitz. Am Hafen von Straupitz legt ab Samstag die Aquamediale ab. Zehn zumeist junge Künstler zeigen ihre Arbeiten am Wasser und im Park. Von Ingvil Schirling

Alle zwei Jahre bringt die Aquamediale als Teil des Kunstraums Spreewald Werke internationaler Künstler in die Fließlandschaft. Erstmals ist Straupitz der Hauptveranstaltungsort. Inspiriert vom Fontane-Jahr, unter dem Titel „Spreeland trifft ...“, zeigen zumeist junge Künstler aus Deutschland, China, Südkorea, Thailand und Venezuela ihre Arbeiten zu den großen Themen Heimat, Wandern, Gehen und Bleiben, Vertrautes und Fremdes, Begegnung und Landschaft.

Zugespitzt hat das Yang Liu, geboren 1976 in Peking, seit 2010 in Berlin Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften (BTK). Unter dem Titel „Deplatzierung“ hat sie das Abbild eines neuseeländischen Kiwis an Spreewälder Ufer verpflanzt, ein Faultier und ein Chamäleon hinzugefügt, alles leuchtend rot, dazu eine Haifischflosse, die in Spreewälder Gewässern seltsam anmutet. Wie umgehen mit solcher Fremde? Diesen Effekt an sich selbst zu beobachten, dürfte Aquamediale-Gästen die eine oder andere Erkenntnis bescheren.

 Hier ein grafischer Überblick über die Künstler und Standorte der Arbeiten für die Aquamediale 13 „Spreeland trifft...“
Hier ein grafischer Überblick über die Künstler und Standorte der Arbeiten für die Aquamediale 13 „Spreeland trifft...“ FOTO: LR / Katrin Janetzko

Fontane, Litfaß und Co.

Wie sie sind zahlreiche Künstler jung an Jahren. Zu den jüngsten gehört Johanna Benz aus Leipzig, die künstlerisch drei recht bekannte Herren im Herzen des Spreewalds zusammenführt: Theodor Fontane mit seinen Zitaten, Ernst Litfaß mit seiner Säule und Gustav Kühns Neuruppiner Bilderbögen.

Reizvoll dürfte die Verbindung der jungen Kunst mit traditioneller Geschichte und Lebensart sein. In direkter Nachbarschaft der Open-Air-Ausstellung rund um Hafen und Schlosspark befinden sich das Houwaldsche Schloss, die Schinkelkirche und der Kornspeicher von Straupitz. In Letzterem wird seit Tagen gekocht und gebacken. Der Freundeskreis übernimmt für Aquamediale-Veranstaltungen vor Ort die Verpflegung. Typische Spreewälder Leckereien erwarten die Gäste – in Tassen und auf Tellern mit Spreewälder Flair.

Eröffnung am Samstagnachmittag

Auch zur Vernissage. Sie startet am 15. Juni um 14 Uhr am Kornspeicher mit Musik, Grußworten und Kunstkahnfahrten sowie ab 17 Uhr einem Open-Air-Konzert mit dem Landesjugendjazzorchester LaJJazzO. Der Werkkatalog ist bereits fertiggestellt. Bereits um 13 Uhr wird das Kinder- und Jugendkunstprojekt mit der Houwald-Schule eröffnet.

Bis zum 21. September können Besucher die Einladung zur „geistigen und körperlichen Wanderung“ annehmen. Dieser hat sich die Aquamediale inhaltlich verpflichtet. Ziel sei es, „mit visuellen, sprachlichen und musikalischen Mitteln sowie Diskursen Heimat als Naherfahrung zu installieren, in dem ein sinnvolles Miteinander möglich ist und als Gegensatz zur Fremde und Entfremdung empfunden werden kann“, so beschreibt es Kurator Harald Larisch. „Spreeland trifft...“ somit auf die Kunst meist junger Akteure, ihre Ideen und ungewohnte Sichtweisen.

Mehr dazu finden Interessierte unter www.aquamediale.de.