(kkz) Es ist die erste Einzelausstellung von Annett Wagner, die seit dieser Woche im Landratsamt (Beethovenweg 14) in Lübben zu sehen ist. Überrascht ist die 37-jährige Künstlerin von der besonderen Wirkung, die Werke aus der Rostserie vor der grünen Wand in der Vertikalen Galerie entfalten. Kulturdezernent Carsten Saß freut sich darüber, denn die meisten Künstler hadern mit der ungewöhnlichen Farbe.

Ansonsten entsprechen die Ausstellungsstücke der Lübbener Künstlerin nicht den klassischen Bildern. Ihr Ausgangsmaterial sind dicke Holzbretter oder Sperrholz, das sie in der Zimmererwerkstatt ihres Freundes findet. Holzreste – die zu schade zum Wegwerfen sind – bearbeitet sie und gibt ihnen so die Chance auf ein zweites Leben. Manche Motive zeichnet Annett Wagner ganz klassisch mit Pinsel und Farbe auf das raue Holz. So entstehen Landschaften, Wiesen oder ein Wald aus hellen Birkenstämmen.

Abstrakter und viel zufälliger ist dagegen die Fluttechnik. „Die Farbe wird nass in nass aus einem Bechker auf das Brett gegossen“, erklärt die junge Frau. Es entstehen Motive, die an Strand, Urlaub und Meer erinnern. Sie wirken wie aus der Luft aufgenommene Küstenlinien. „Vor allem im Winter arbeite ich gern an diesen Bildern“, erklärt Wagner bei der Eröffnung. Viel Mühe, Präzision und Wartezeit steckt in den rostigen Kollagen. Nicht Metall, sondern Papier hat Annett Wagner mit Rostfarbe so bearbeitet, dass es wie verrostetes Blech wirkt. Es dominieren geometrische Formen, für die sie eine Vorliebe habe, so Annett Wagner.

Wie sie zur Künstlerin wurde, kann sie dagegen nicht genau benennen. „Von Kind an wollte ich Modedesignerin werden“, sagt Annett Wagner. Sie nähte viel, studierte schließlich Bekleidungstechnik und unterrichtete bis zur Geburt ihres jetzt zehn Wochen alten Kindes Modedesign in Schwerin. Der Umgang mit Farbe war ihr seit dem Studium vertraut. „Ich probiere mich gern aus und bin kreativ“, erklärt Wagner. Für sie war es deshalb naheliegend, die Malerei auszubauen. Der Reiz des Holzes liegt für sie in der Unförmigkeit und Rauheit. Vor allem ist jedes Stück anders. Spannend sei es, für jedes Brett das passende Motiv zu finden.

Dies soll auch in Zukunft so bleiben, wünscht sich Annett Wagner. So hofft sie weiter auf neue Ideen und den engen Austausch mit anderen Lübbener Künstlern. Seit einigen Jahren stellt sie zusammen mit Malgorzata Suwalski, Ulrike Stoewe und Konstanze Weidhaas zum Tag des offenen Ateliers aus.

Ihre aktuelle Ausstellung im Landratsamt ist bis zum 27. September zu den Öffnungszeiten der Behörde geöffnet.