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| 01:15 Uhr

Kunst als Protest gegen den Krieg

Gehren.. Am Samstag wurde im Schloss Sinntrotz bei Gehren eine neue Ausstellung eröffnet. In den präsentierten Bildern setzen sich ihre Schöpfer mit Geschichte auseinander. So entstand 1993 der Zyklus „Yugo Morte“ für ein von Armee und Regierung ermordetes Land. Gudrun Driesen

„Ich habe damit meine Position zu Jugoslawien auf den Punkt gebracht“ , beschreibt der Maler Graf Sinntrotz die Entstehung.
Nicht nur Erinnerungen an seine Heimat, die er vor 35 Jahren verließ, kommen in seinen Arbeiten wieder an die Oberfläche, auch die Wut und Enttäuschung über die damalige Regierung. In der Armee sei ihm beigebracht worden, das gesamte Land Jugoslawien zu verteidigen und zu schützen. Doch dann sei das Land in Einzelteile zerschlagen worden. „Nun gab es plötzlich viele Rassen, die vorher friedlich zusammengelebt hatten. Es wurden Brüder, Schwestern und Nachbarn erschlagen, nur weil sie der ,falschen' Völkergemeinschaft angehörten“ , ist der Maler über diesen Irrsinn entsetzt. Als Künstler will er gegen den geistigen Verfall angehen und künstlerische Nahrung bieten. Für seine aktuelle Ausstellung erhofft sich Sinntrotz ein größeres Interesse der Öffentlichkeit als im vergangenen Jahr.
Zu sehen sind neben seinen eigenen Werken auch Arbeiten des Malers, Grafikers, Zeichners und Bildhauers A. R. Penck sowie von Klaus Staeck, der sich einen Namen als Grafiker erworben hat. Seine politischen und sozialkritischen Plakate regen zum Nachdenken und Diskutieren an. Gemeinsam wollten die drei ihren Protest gegen den Krieg in Jugoslawien auf die Leinwand bannen.
Informationen über Veranstaltungen, das Schloss sowie weitere Angebote und Aktivitäten sind im Internet unter www.sinntrotz.de zu finden.