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Damals war's
Spreewaldfest im Spiegel der Zeit

40 Jahre Spreewaldfest in Lübben: Erinnerungen werden ausgetauscht. Aus privaten Beständen und dem Archiv der TKS wurden Fotos und andere Stücke zusammengestellt. Bei der Runde waren unter anderem Steffi Noack, Renate Draunick, Uschi Paul und Rosi Noack (v.l.) dabei.
40 Jahre Spreewaldfest in Lübben: Erinnerungen werden ausgetauscht. Aus privaten Beständen und dem Archiv der TKS wurden Fotos und andere Stücke zusammengestellt. Bei der Runde waren unter anderem Steffi Noack, Renate Draunick, Uschi Paul und Rosi Noack (v.l.) dabei. FOTO: I. Hoberg
Lübben. Unter dem Motto "Damals war's" haben sich ehemalige Mitstreiter, die das Spreewaldfest in Lübben einst organisierten, mit Mitarbeitern der TKS getroffen und Erfahrungen ausgetauscht. Ingrid Hoberg

"Zum 40. Spreewaldfest, das wir in diesem Jahr ausrichten, wollen wir auch einige Erinnerungen aus der ,Kiste' holen", sagt Peggy Nitsche, stellvertretende Geschäftsführerin der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing GmbH (TKS). Was hat sich über die Jahre bewährt, was hat sich verändert?

Zum Erfahrungs- und Erinnerungsaustausch sind Hannelore Tarnow, Erika Dolz, Steffi Noack, Uschi Paul und Rosi Noack gekommen. Sie haben bei der Stadt- oder Kreisverwaltung an der Vorbereitung und Durchführung des Festes mitgearbeitet, das nun schon zum 40. Mal stattfindet. "Wir haben ab 1975 gezählt: Einmal wurde es verschoben, einmal ist es ausgefallen - das war 2001", sagt Peggy Nitsche. Das Fest war vorbereitet, da ereilte am 9. September die Welt die Nachricht vom Terroranschlag auf das World Trade Center in New York. Alle Veranstaltungen wurden abgesagt.

Doch überwiegend sind es in der Nachbetrachtung unterhaltsame, zum Teil lustige Geschichten, die den Akteuren von damals einfallen. Brandenburgs Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und später Matthias Platzeck waren unter den Gästen, ebenso Vertreter der Partnerstädte. "Und Regine Hildebrandt war oft da", erinnert sich Renate Draunick. Das musikalische Wecken wird allerdings nicht mehr veranstaltet, weil es Beschwerden von Anwohnern gab. Die Blaskapelle der Wolsztyner ging damals voran.

"Zu DDR-Zeiten war ein besonderes Warenangebot ein Anziehungspunkt", erinnert sich Peggy Nitsche. Es wurden auch selbst genähte Kleidungsstücke angeboten. "Vielleicht hat jemand so ein gutes Stück noch im Schrank hängen und kann es für unsere Jubiläumsausstellung in den Schaufenstern der Innenstadt zur Verfügung stellen", sagt sie. Die Bluse, die sie sich damals kaufte, gebe es leider nicht mehr. Und vielleicht gibt es auch noch Kennenlern-oder Wiedersehensgeschichten, die einfach einmal öffentlich erzählt werden sollten (Hinweise an die TKS unter Tel. 03546 3090).

"Eigentlich hat sich gar nicht so viel verändert", stellt Peggy Nitsche am Ende der Gesprächsrunde fest. "Traditionen werden gepflegt, der Kahnkorste ist Bestandteil des Festes", sagt sie. "Alle können sich einmal mit dem präsentieren, was sie können." Und das Spreewaldfest ist ein Treffpunkt für Lübbener - egal, ob sie noch hier leben, weggegangen und wiederkommen - deutschlandweit reisen sie Mitte September an. Die Organisatoren des Spreewaldfestes sind sicher, dass das auch diesmal so sein wird, und bereiten ein tolles Programm vor,

Zum Thema:
Gemeinsam mit Gästen aus nah und fern feiern die Lübbener vom 15. bis 17. September. Eine Mischung aus Tradition, Partystimmung, Musik und Unterhaltung, Sport, Spiel und Spezialitäten wird geboten. Handwerker, Produzenten und Künstler zeigen den Spreewald in all seinen Facetten. Weitere Höhepunkte sind das Chorkonzert am Freitag, das Feuerwerk am Samstag und der Kahnkorso am Sonntag.