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Lausitzer Sänger in Afrika
Lübbener Männerchor reist durch Namibia

Der Lübbener Männerchor sowie weitere Sänger aus der Lausitz reisen zurzeit durch Namibia.
Der Lübbener Männerchor sowie weitere Sänger aus der Lausitz reisen zurzeit durch Namibia. FOTO: Mark Färber
Lübben. Konzert in Swakopmund und Auftritte unter freiem Himmel. An einer Schule im Norden des afrikanischen Landes wurde Lernmaterial übergeben. Von Ingvil Schirling

Der Lübbener Männerchor ist in Namibia unterwegs (die LR berichtete). In diesen Tagen werden die 15 Sänger und zehn Begleitpersonen zurückerwartet. Bisherigen Berichten zufolge hat das geplante gemeinsame Konzert mit dem Männerchor der Atlantik-Stadt Swakopmund ebenso geklappt wie mindestens ein weiterer Auftritt unter freiem Himmel.

„Es ist eine wunderbare Reise“, schreibt der Lübbener Mark Färber stellvertretend für den Männerchor aus der Spreewaldstadt, dem sich Sänger aus Ruhland und vom Bergarbeiterchor Brieske angeschlossen hatten. „Nach dem Aufenthalt in Swakopmund am Atlantik ging es nach Omaruru. Dort haben wir Buschleute (San) besucht. Sie stellten ihr ursprüngliches Leben mit Jagd und Naturheilung vor.“ Die Landschaft sei unbeschreiblich, kommt der Lübbener direkt ins Schwärmen. Die Bandbreite reiche „von endloser Savanne bis zu kaum als natürlich vorstellbaren Felsen.“

Fest in der Planung verankert war neben dem Konzert in Swakopmund auch die Hoffnung auf weitere Auftritte, die sich offenbar mehrfach erfüllt hat.

Am vergangenen Donnerstag besuchten die Lausitzer Sänger eine  Grundschule in Kombat im Norden des afrikanischen Landes mit rund  300 Schülern. Dort wurde kistenweise Schulmaterial als Spende übergeben.

Die Schüler gehören verschiedenen Völkern des Landes an und „erfreuten uns mit ihren Tänzen und Gesang“, heißt es weiter. Das Geld für das gespendete Schulmaterial sei in den drei Gesangsvereinen gesammelt worden.  „Der namibische Staat stellt den Schulen nicht ausreichend Geld zur Verfügung“, beobachten die Reisenden. „Die Verhältnisse in der Schule geben zu denken“, schreibt Mark Färber. Und sie würden darüber hinaus auch Anlass zum Dank geben, „verglichen mit unseren Verhältnissen. Wie gut wir doch in Deutschland leben.“

Ohne Einsatz ließen die Kinder die Gäste nicht von dannen ziehen. „Sie haben nach ihrem Auftritt natürlich eine Kostprobe der deutschen Gesangskultur eingefordert.“ Einstimmig sei nach „Zugabe“ gerufen worden. „Beeindruckend das Rhythmusgefühl der Kinder“, schätzt der Lübbener ein.

Schon jetzt also sind viele schöne Erinnerungen entstanden. Zustande gekommen war die Reise, weil Thomas Lehmann, Sänger und Dirigent des Lübbener Männerchores, während einer eigenen Urlaubsreise nach Namibia Kontakt zum Männerchor Swakopmund geknüpft hatte. Sein Bericht begeisterte daheimgebliebene Sänger derart, dass die Idee entstand, eine Reise des Chores in das afrikanische Land zu planen und umzusetzen. Dem schlossen sich Mitglieder des Ruhlander Männerchores und des Bergarbeiterchors Brieske sowie Begleitpersonen an.

In Kombat hieß es: „Dank den Sängern aus Deutschland“ - auf einem Schild in perfektem Deutsch, flankiert vom Wappen der Paul-Gerhardt-Stadt Lübben und einer Fahne, die die gemeinsame Reise der drei Klangkörper symbolisiert.