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Konzert
Musikalischer Karneval im Lübbener Wappensaal

Yuka Inoue (Kontrabass), Oksana Weingardt-Schön (Klavier) und Joachim Karl Schäfer (Trompete; v.l.) waren im Wappensaal zu Gast.
Yuka Inoue (Kontrabass), Oksana Weingardt-Schön (Klavier) und Joachim Karl Schäfer (Trompete; v.l.) waren im Wappensaal zu Gast. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Das Salon-Trio aus Sachsen begeisterte das Publikum

Ein musikalisches Feuerwerk wurde Samstagabend im Lübbener Wappensaal abgebrannt. „Karneval“ war der Titel des Konzerts für Trompete, Klavier und Kontrabass. Das Salon-Trio aus Sachsen war zu Gast. Es wurde von Joachim Karl Schäfer aus Dresden im vergangenen Jahr gegründet. Führende Instrumentalisten spielen mit. Yuka Inoue (Kontrabass) wurde in Japan geboren, spielte in Junior- und Jugendorchestern ihres Heimatlands. Sie studierte erst Chemie, später Kontrabass an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Oksana Weingardt-Schön spielte am Samstagabend das Klavier. Die Diplom- Pianistin und Diplom-Pädagogin im Fach Klavier begeisterte das Publikum mit Solo-Stücken, aber auch dem gemeinsamen Spiel mit den anderen Instrumentalisten.

Mit „Napoli“ von Hermann Bellstedt stieg das Trio in das Konzert ein. Schon da gab es ungewöhnlich langen Beifall. Die Zuhörer im nicht ganz ausverkauften Wappensaal spürten offenbar, dass drei Musiker der Extraklasse in Lübbens guter Stube musizieren.

Joachim Karl Schäfer ist nicht nur ein herausragender Trompeter, sondern auch ein überaus galanter und fesselnder Redner. Er führte das Publikum durch den Abend, erklärte Musik aus einer völlig ungewöhnlichen Sichtweise. Dank der erstaunlichen Erklärungen des Trompeters wurde das Konzert teilweise zu einer informativen Physikstunde.

Joachim Karl Schäfer stellte den Zusammenhang zwischen der Musik und der Physik her. Die Zahl Acht stand dabei im Mittelpunkt. Schon bei den alten Meistern sagt Schäfer, drehte sich alles um die Acht. Er selbst setzt hohe Maßstäbe mit seinem Instrument. Sein exzellentes Trompetenspiel forderte die Zuhörer im Wappensaal immer wieder zu lautem Beifall heraus. Und zum Nachdenken.

Schäfer sagt, ein Konzert ist wie ein Streifzug durch die Natur, und umgekehrt. Er sagt es nicht nur, sondern liefert die wissenschaftliche Erklärung gleich mit, erzählt von Schwingungen und Resonanzen. Seine Botschaft ist klar: „Wenn Sie in der Natur spazieren gehen, dann mit offenen Ohren.“

Während des Konzerts selbst präsentierten er und seine beide Mitstreiterinnen Werke alter Meister des 19. Jahrhunderts. Venezianische Gondellieder von Felix Mendelssohn Bartholdy waren ebenso zu hören wie „Fantasie Brilliante“ und „Karneval von Venedig“ von Jean-Baptiste Arban und Musik aus „Die Jahreszeiten, op.37“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski beispielsweise. Mit Klängen von Guiseppe Verdi wollte sich das Salon-Trio eigentlich verabschieden. Das Publikum hatte etwas dagegen. Es applaudierte minutenlang so laut und heftig, dass den Protagonisten auf der Bühne nichts anderes übrig blieb, als noch einen drauf zu setzen.

„Wir hatten es befürchtet“, sagt Joachim Karl Schäfer augenzwinkernd und lächelt. Mit „O sole mio“ wurden die Besucher schließlich nach Hause geschickt. Die Gewissheit, ein Konzert der Extraklasse erlebt zu haben, nahmen die Musikfreunde mit.