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Goyatz
Konzeptkünstler Jürgen Mau stellt in Goyatz aus

Jürgen Mau (hinten Rechts) stellt seine Werke in der Kleinen alerie in Goyatz aus. Kurator Peter Löwe (links) im Künstlergespräch.
Jürgen Mau (hinten Rechts) stellt seine Werke in der Kleinen alerie in Goyatz aus. Kurator Peter Löwe (links) im Künstlergespräch. FOTO: Jürgen Harnath
Goyatz .  Ein Teil der Werke aus dem Projekt „Free Walking in Berlin und Brandenburg“ sind in der Kleinen Galerie zu sehen.

Kurator und Organisator Peter Löwe hat bereits die 142. Ausstellung in der Kleinen Galerie in Goyatz eröffnet. Peter Löwe versucht immer wieder, interessante und außergewöhnliche Künstler für Ausstellungen in der Goyatzer Arztpraxis Dr. Ulrich zu gewinnen. Das ist ihm zweifellos auch diesmal mit dem Konzeptkünstler Jürgen Mau gelungen.

Wieder einmal hatte der Zufall dabei eine Rolle gespielt. Bei einer Zugfahrt lernte Peter Löwe die Frau von Jürgen Mau kennen. Sie kamen ins Gespräch. Sie erzählte von den künstlerischen Arbeiten ihres Mannes und so entstand die Idee, in Goyatz auszustellen. Jürgen Mau wurde 1938 in Hamburg geboren. Nach seinem Studium der Psychologie, der Wirtschaftswissenschaften und der Gestaltung/Grafik Design war er zunächst als Kreativdirektor in der Werbewirtschaft tätig. Bald wurde es ihm aber wichtiger, sich in der Kunst zu finden und zu verwirklichen. So entwickelte er schon in seiner Hamburger Zeit konsequent sein in der zeitgenössischen Foto-Konzept-Kunst unverwechselbares, aus über 20 großen Projekten bestehendes Gesamtkunstwerk „Das Alphabet der Mehrdeutigkeit – Begriffe werden Bilder“. Dieses hat er in der Kunsthalle Giesendorf, einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude des dortigen Rittergutes, installiert.

Jürgen Mau wohnt seit 1996 in Tauche/OT Giesendorf. „Ich suchte nach einer Möglichkeit, meine Arbeiten unterzubringen und eine Werkstatt zu haben, wo ich denken, malen und arbeiten konnte. Das alles ist dort gegeben“, begründete Jürgen Mau seine neue Heimat.

 Basis seiner Arbeit sind etwa 12 000 analoge Fotografien, die der Künstler selbst als Situationsfotografien bezeichnet. In einem Prozess, die Jürgen Mau als „Erweiterte Fotografie“ bezeichnet, vervielfacht sich die Bedeutung, indem er zur einzelnen Fotografie korrespondierende Zeichnungen und Malereien entwickelt. Der gewünschte Effekt dieses die Fotografie erweiternden medialen Prozesses ist, dass der Betrachter die ausgestellten Kunstwerke mit ganz neuen Augen begreift und anschaut. „Wesentlich ist für mich erst einmal die Fotografie. Ich versuche, mit meiner Arbeit die Fotografie tiefer zu ergründen. Also nicht nur ein Bild zu haben, sondern in diesem Dinge zu entdecken, die für mich wichtig sind und diese weiter zu transportieren indem ich sie in den Malereien umsetze,“ erläuterte Jürgen Mau.

In der Goyatzer Ausstellung sind rund ein Dutzend Werke als Teil  des Projektes „Free Walking in Berlin und Brandenburg“ des Künstlers zu sehen. Sie entstanden von 2010 bis 2017. Grundlage für das Projekt bildeten die Landkarten der beiden Bundesländer Berlin und Brandenburg. Jürgen Maus Situationsfotografien ausgewählter Berliner und Brandenburger Orte und das jeweilige die einzelne Fotografie erweiternde Ölbild zeigen einen beeindruckenden Panoramablick auf Berlin und Brandenburg.

Die Kleine Galerie in Goyatz ist jeweils Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Außerhalb der Öffnungszeiten ist ein Besuch nach Voranmeldung möglich. Kontakt über Telefonnummer 035478570 oder 01752856316. Die Kleine Galerie befindet sich in der Dorfstraße 2 in Goyatz.