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Ingrid Groschke zeigt Illustrationen
Humorvoller Blick als Zeichnerin

Ausstellungseröffnung: Ingrid Groschke aus Lübben stellt im Wendischen Haus Cottbus aus
Ausstellungseröffnung: Ingrid Groschke aus Lübben stellt im Wendischen Haus Cottbus aus FOTO: Werner Brummack
Lübben/Cottbus. „Vor 20 Jahren habe ich die ersten Zeichnungen für die sorbische Kinderzeitschrift Plomo – die Flamme – angefertigt“, sagt Ingrid Groschke. Das sei ihr bei den Vorbereitungen, bei der Auswahl der Zeichnungen eingefallen. So passt die aktuelle Ausstellung im Wendischen Haus Cottbus unter dem Titel „Von der Idee zur Illustration“ bestens zu diesem persönlichen Jubiläum. Von Ingrid Hoberg

Die Lübbenerin und ihr Mann Hans-Richard Groschke haben schon mehrfach dort ihre künstlerischen Arbeiten gezeigt. Ingrid Groschke arbeitet gern mit Öl- und Aquarellfarben, mit Pinsel und Spachtel, diesmal nun Bleistift und Farbstifte. Um den Entstehungsprozess zeigen zu können, suchte Ingrid Groschke auch nach ersten Ideenskizzen. „Die entstehen oft auf einem Zeitungsrand oder jedem anderen Stückchen Papier, das gerade zur Hand ist“, erzählt sie. Da wird nicht alles aufgehoben, wenn die Arbeit vollendet ist.

„Als ich mit meinem Fernstudium Belletristik 1997 fast fertig war, habe ich meine erste Illustration zu einer Geschichte gemacht“, erzählt sie. Und zu ihrer Freude hat ein Verlag das gedruckt. „Seitdem habe ich Geschichten veröffentlicht“, ergänzt sie. Und so ist es ganz selbstverständlich, dass Ingrid Groschke zur Ausstellungseröffnung auch zwei Gedichte vorgetragen hat. Dass der Spreewald-Frauenchor den Abend bereicherte, freute sie besonders, denn den sorbischen Traditionen fühlt sich die Wahl-Lübbenerin verbunden. In ihren Illustrationen, längst nicht nur in Kinderbüchern und -zeitschriften, sind meist friedliche Figuren zu finden. Auch zu den Mundartdichtungen von Erika Haschenz, den Büchern von Marlene Jedro und Christel Lehmann-Enders sowie im Lübbener Heimatkalender sind ihre Zeichnungen zu finden.

Ingrid Groschke wurde 1945 in Finsterwalde geboren und lebt seit 1965 in Lübben. Sie absolvierte eine Malerlehre, arbeitete als Handwerksmeisterin. „Daneben war sie jedoch stets auch leidenschaftliche Kunstmalerin“, sagte Christina Orphal, Leiterin des Stadt- und Regionalmuseums Lübben, in ihrer Laudatio. Von 1971 bis 1973 absolvierte Ingrid Groschke ein externes Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. In regionalen und überregionalen Ausstellungen zeigte sie Landschaftsbilder, Porträts, großformatige Wandbilder. Berufstätig, Mutter von drei Kindern leitete sie mehr als 20 Jahre den Lübbener Mal- und Zeichenzirkel. „1991 fand sie den Weg zur freiberuflichen Malerei und eröffnete 1997 ihre eigene Galerie ,INGRO'“, brachte Christina Orphal in Erinnerung. „Ich mag den fröhlich-unbeschwerten Ausdruck ihrer Bilder“, betont sie. „Ingrid Groschke ist eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin – in Wort und Bild – und ich hoffe, das wird noch lange so bleiben“, brachte es Christina Orphal auf den Punkt.

Zur Ausstellung im Wendischen Haus

Ingrid Groschke ist seit 1991 freischaffend tätig und seit 2006 Mitglied im Sorbischen Künstlerbund. Sie illustrierte zahlreiche Bücher, unter anderem beim Domowina-Verlag.

Die Ausstellung von Ingrid Groschke ist montags bis freitags von 10 bis 16.30 Uhr und am Wochenende nach Vereinbarung zu sehen in Cottbus im Wendischen Haus, August-Bebel-Straße 82. Bis zum 19. Januar 2018 werden insgesamt 24 Arbeiten „Von der Idee zur Illustration“ dort in der ersten Etage und im Laden im Erdgeschoss zu sehen sein.