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Chöre entstanden aus dem Mozartprojekt
Herbstkonzert der Michaelis Chöre in Neu Zauche

Michaelis Chöre, Männergesangsverein 1846 Ruhland, Chor „Melodia“ und der Gesangsverein Sacrow-Waldow gastierten in Neu Zauche.
Michaelis Chöre, Männergesangsverein 1846 Ruhland, Chor „Melodia“ und der Gesangsverein Sacrow-Waldow gastierten in Neu Zauche. FOTO: Jürgen Harnath / Harnath Jürgen
Neu Zauche. Chorleiter Michael Zumpe entwickelt den Klangkörper systematisch weiter.

Es ist inzwischen schon eine schöne Tradition geworden, dass Sänger und Chorleiter Michael Zumpe mit seinen Michaelis Chören zum Chorkonzert in die Neu Zaucher evangelische Kirche einlädt. So auch am zum diesjährigen Herbstkonzert: Gemeinsam mit dem Männergesangsverein 1846 Ruhland, dem Luckauer Chor „Melodia“ und dem Gesangsverein Sacrow-Waldow gestalteten die Michaelis Chöre das erwartete große Konzert, dass von den Besuchern begeistert aufgenommen wurde.

Darunter befand sich Evelin Schucher aus Görlitz, die ein paar Tage Herbsturlaub im Spreewald macht. „Ich bin selbst Chormitglied und finde dieses musikalische Projekt der Michaelis Chöre einfach toll. Ich durfte die Sänger um Michael Zumpe schon einige Male erleben und bin immer wieder begeistert“, sagte Evelin Schucher.

Der im sächsischen Pirna geborene Michael Zumpe war schon im Alter von zehn Jahren Mitglied im Dresdner Kreuz Chor. Nach Abitur und Studium an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden folgte ein Engagement am Staatstheater in Cottbus, wo er schon als junger lyrischer Bariton Aufmerksamkeit erregte.

Nach weiteren Stationen ist Michael Zumpe heute freischaffend tätig. Neben seiner eigenen Laufbahn widmet er sich vor allem  Chören. Mit Erfolg. Bereits 2005 errang der von ihm geleitete Männergesangsverein 1846 Ruhland e. V. beim Deutschen Männerchorfestival in Essen den zweiten Platz und er selbst einen Sonderpreis als bester Chorleiter erhielt.

Ein Meisterstück gelang ihm 2006 mit dem von ihm gemeinsam mit dem langjährigen Cottbuser Operndirektor Dieter Reuscher  entwickelten Konzept für das „Mozartprojekt“. Dazu vereinigte Michael Zumpe Mitglieder verschiedener Chöre, engagierte Studenten und Absolventen der Musikhochschulen Dresden und Berlin, aber auch professionelle Sänger und Musiker. Mit überwältigendem Erfolg wurden „Die Zauberflöte“ und das Requiem KV 626 bis August 2009 vielfach aufgeführt.

Als Nachfolgeprojekt wurden 2010 die Michaelis Chöre gegründet, denen Michael Zumpe bis heute als musikalischer Leiter und Sänger vorsteht. Gegenwärtig geben die Michaelis Chöre mehrmals im Jahr Chorkonzerte mit wechselnden Inhalten. So wie am vergangenen Samstag in Neu Zauche. „Wir haben an unserem Repertoire weiter gearbeitet. Neu ist, dass wir anspruchsvolle Operettenlieder ins Programm genommen haben. In diesem Fall ‚Maske in Blau’“, erläuterte Chorleiter Zumpe.

Ihm liegt die Weiterentwicklung der Michaelis Chöre und vor allem  die Nachwuchsarbeit besonders am Herzen. Dazu wird es unter anderem Gespräche mit dem Brandenburger Bildungsministerium geben, um die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen mit entsprechenden Projekten voran zu treiben. „Wir müssen da unbedingt etwas tun. Es gibt in anderen Teilen Deutschlands, wie Bayern oder Berlin,  sehr gute Chöre. Dort wird musikalische Kultur gelebt. In Brandenburg sind wir da noch nicht soweit“, erklärte Michael Zumpe. Bei vielen Musikinteressierten findet seine Arbeit Anerkennung und Unterstützung. Nicht zuletzt bei Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woitke, der selbst Ehrenmitglied im Ruhländer Männergesangsverein ist.