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| 11:56 Uhr

Neuer Heimatkalender
Heimatgeschichte lesbar gemacht

Sie haben den Heimatkalender 2019 gemeinsam präsentiert:  Bernd Blume (l.), Sybille Grunert und Helmut Haß.
Sie haben den Heimatkalender 2019 gemeinsam präsentiert:  Bernd Blume (l.), Sybille Grunert und Helmut Haß. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Von Andreas Staindl

Der Lübbener Heimatkalender 2019 ist da. Der Heimatverein als Herausgeber hat ihn jetzt präsentiert. Zahlreiche Autoren haben Heimatgeschichte lesbar gemacht, ihre Beiträge zudem mit historischen Fotos ergänzt. Die Vereinsvorsitzende Sybille Grunert ist „dankbar für die interessanten Beiträge“, für die aufwendig recherchiert wurde und zahlreiche Gespräche mit Zeitzeugen geführt wurden.

Rolf Ebert ist gleich mehrmals als Autor in der aktuellen Auflage vertreten. Der Heimatforscher aus Lübben hat drei Beiträge sowie wie gewohnt das Kalendarium geliefert. Für Sybille Grunert ist das Kalendarium „besonders spannend“. Und das Vorstandsmitglied Helmut Haß ergänzt: „Rolf Ebert macht mit dem Kalendarium neugierig, regt zur weiteren Recherche an.“ Zu lesen ist etwa, dass der Schnellläufer Nattke aus Lübben dem Grafen von Lynar in Lübbenau im August 1846 eine Depesche des in Lübben weilenden preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV überbrachte und dafür lediglich eine Stunde benötigte. Zudem wird an die Turnerin Karin Janz aus Hartmannsdorf erinnert, die bei den Olympischen Spielen 1972 fünf Medaillen, darunter zwei goldene, errang. Auch, dass 1982 der Lübbener Heimatverein gegründet und 2001 das Spreewaldfest wegen des Terroranschlags in New York abgesagt wurde, steht im Kalendarium.

Weitere Autoren haben sich intensiv mit der Heimatgeschichte auseinandergesetzt, dafür recherchiert. Bodo Liebert hat sich mit der Schaffung von Wohnraum in den Jahren 1945 bis 1949, Bernd Blume mit der Geschichte der Spreewaldbahn und dem 200. Geburtstag Fontanes – der auch in Lübben weilte – beschäftigt. Helmut Haß ist zweimal als Autor im neuen Heimatkalender vertreten. Er hat Spannendes über das Gasthaus „Goldener Löwe“ und die „Delphinen Apotheke“ – die älteste Apotheke in der Niederlausitz – geliefert.

Der frühere Landrat Martin Wille berichtet in seinem Beitrag, wie er von Berlin nach Lübben zog, um ein Spreewälder zu werden. Auch Ernst Eduard Wilhelm Kretschmar hat in Lübben gewohnt, ist 1855 sogar in der Spreewaldstadt geboren, hat aber auch die Welt bereist. Er war ein deutscher kaiserlicher Kapitän-Leutnant sowie kaiserlicher chinesischer Admiral der Marine. Horst Karras macht dessen Geschichte in der aktuellen Ausgabe des Heimatkalenders öffentlich. Auch Harald Bröer (Lübben im Visier der Kripo) und Eckhard Noack (Lübbener Jugendliche beim Bau einer Abraumförderbrücke) sind mit interessanten Beiträgen vertreten. Franz Richter recherchiert schon lange zur Geschichte der Gastronomie in Steinkirchen. In einem ersten Teil ist jetzt über das Gasthaus „Burglehn“ zu lesen.

Mit Wilhelm Tarnow ist ein junger Autor erstmals dabei. Er stellt die Schützengilde zu Lübben 1425/1990 vor. Die Beiträge über 50 Jahre Kleingartenanlage „Eichengrund“, 100 Jahre Wahlrecht der Frauen und die Huldigung eines Fürsten vor 250 Jahren in Lübben stammen von Rolf Ebert. Sybille Grunert hat sich mit dem Deutschen Trachtenfest 2019 in Lübben befasst, zudem das Titelbild und die Rückseite des Kalenders gestaltet. Ilona Noack, Vorsitzende des Lübbener Autorenklubs, ist mit einem Gedicht vertreten.

500 Exemplare des Heimatkalenders 2019 wurden gedruckt. Sie sind während des Spreewaldfests am Stand des Lübbener Heimatvereins sowie in verschiedenen Einrichtungen in Lübben erhältlich.