ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:00 Uhr

Konzert
Applaus für die Schöpfung

Sängerinnen und Sänger sowie Musiker führen „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn auf. Die Zuhörer am Samstagabend in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben waren begeistert.
Sängerinnen und Sänger sowie Musiker führen „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn auf. Die Zuhörer am Samstagabend in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben waren begeistert. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Etwas Außergewöhnliches war am Samstagabend in Lübben zu hören. Die Schöpfung von Joseph Haydn (1732-1809) wurde in der Paul-Gerhardt-Kirche aufgeführt. Von Andreas Staindl

Das Publikum war begeistert. Am Ende gab es minutenlang heftigen Beifall.

Die Mitwirkenden hatten während der zwei Stunden dauernden Aufführung für Gänsehautatmosphäre gesorgt. Mit dem Ökumenischen Kirchenchor Lübben und dem Chor der Neuapostolischen Gemeinde Lübben waren auch lokale Akteure dabei. Sie hatten seit Monaten für den großen Auftritt geprobt. Unterstützt wurden die beiden regionalen Chöre durch das Schmöckwitzer Kammerorchester, den Erkscher Gemischten Chor 1852 Berlin sowie die Solisten Reinhold Schreyer-Molock (Bass), Robert Franke (Tenor) und Pia Salome Bohnert (Sopran). Volker Groe-
ling und Johannes Leonardy, Kantor der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Lübben, hatten die Leitung.

Das, was die etwa 180 Besucher zu hören bekamen, war Hörgenuss der Extraklasse. Egal ob Sologesang oder Solisten und Chor gemeinsam – es klang fantastisch. Arien, Rezitative, Terzett, Duett und Chorgesang wurden in hoher Qualität vorgetragen. Die Zuhörer erkannten das, spürten, dass ihnen etwas ganz Besonders geboten wird. Sie hielten sich allerdings mit großen Beifallsbekundungen bis zum Schluss zurück, auch wenn nach dem ersten und zweiten Teil des Werks schon zaghaft applaudiert wurde. Doch nach dem Schlussgesang des Chors entlud sich die ganze Begeisterung. Das Publikum stand auf, applaudierte heftig, und das minutenlang. Es gab anerkennende Rufe – akustische Beweise, dass die Akteure für einen eindrucksvollen Abend gesorgt hatten. Die Solisten und Johannes Leonardy wurden mit Blumen für ihre Leistungen geehrt. Jetzt applaudierten auch die Sängerinnen und Sänger der drei Chöre.

Die Schöpfung entstand Ende des 18. Jahrhunderts. Das Werk thematisiert die Erschaffung der Welt. Es ist eines von Haydns vier Oratorien. Die Schöpfung wurde im April 1798 unter der Leitung von Joseph Haydn erstmals in Wien aufgeführt. Das Werk besteht aus drei Teilen. Der erste Teil feiert die Erschaffung etwa der Erde, des Lichts, des Wassers und der Pflanzen. Die Erschaffung der Tiere und des Menschen werden im zweiten Teil thematisiert. Von den glücklichen ersten Stunden von Adam und Eva im Garten Eden erzählt der dritte Teil.

Die etwa Hundert Protagonisten im Altarraum der Paul-Gerhardt-Kirche haben das mehr als 200 Jahre alte Werk hervorragend umgesetzt. Die Aufführung war einer der kulturellen Höhepunkte in Lübben. Wer nicht dabei war – Platz wäre durchaus noch im Gotteshaus gewesen – hat definitiv etwas verpasst. Mit der Schöpfung von Haydn ist lokalen Akteuren – unterstützt von befreundeten Musikern und Sängern – ein weiterer musikalischer Volltreffer gelungen. Sie hatten schon in den vergangenen Jahren mit großen Werken in der Kreisstadt begeistert. Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, das Oratorium „Der Tod Jesu“ von Carl Heinrich Graun und das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart wurden schon in der Paul-Gerhardt-Kirche aufgeführt – allesamt unter der Leitung des Lübbener Kantors Johannes Leonardy. Jetzt haben er und die Mitwirkenden einen weiteren Meilenstein gesetzt.