(red/rdh) Erwartungsvolle Stille und angeregtes Gemurmel legen sich am Mittwoch wechselweise über die Flure des Lübbener Landratsamtes. Die gekommenen Gäste stimmen sich auf die Eröffnung der neuen Kunstausstellung „Lebenslandschaften – Composites. Collagen“ von Gisela Gräning ein. Bestaunt werden konnten zur Vernissage in der „Vertikalen Galerie“ am Beethovenweg 14 mehr als 20 Werke aus dem Œuvre der seit drei Jahrzehnten aktiven Künstlerin aus Eichwalde. Noch bis 29. November 2019 werden ihre vielschichtigen Fotocollagen der Serien mit den schlichten Namen „Status“ und „Ortung“ ausgestellt sein.

Kulturdezernent Carsten Saß brachte den Besuchern den Lebensweg und künstlerischen Werdegang von Gisela Gräning näher. Die gebürtige Kielerin experimentiert seit 1990 mit Fotografien, Zeichnungen, Grafiken oder Röntgenaufnahmen, die sie in ungewöhnlich tiefgründigen Kombinationen zu Composites − einer speziellen Art der Collage − zusammenfügt und bearbeitet. „Wir danken Ihnen, dass Sie mit Ihrer wunderschönen, unter die Oberfläche gehenden Kunst unsere Kreisverwaltung bereichern“, sagte Saß.

Die ausgestellten Arbeiten der Serie „Status“ zeigen fotografierte Fragmente antiker Skulpturen, die unter anderem in der Türkei abgelichtet wurden. Verschiedene Körperteile griechischer und römischer Göttinnen, Idealbilder junger Frauenkörper oder steinerne Gesichter werden zu querformatigen Abbildungen zusammengesetzt und mit Schichten aus farbig-transparenten Papieren und Mammografie-Aufnahmen der Krebsuntersuchung überlagert. Die Werke mit dem Titel „Ortung“ sind zusammengesetzt aus Gewebe im Röntgenblick in Kombination mit Detailfotografien von ausgedienten Linearbeschleunigern der Strahlentherapie, die Gräning in einem medizinischen Museum aufgenommen hat.

„Wenn verschiedene Betrachter in einem Bild die Möglichkeit haben, unterschiedliche Dinge zu erkennen, finde ich das super“, sagt Gisela Gräning. Als promovierte Biologin hatte sie im Bereich Mikrofotografie gearbeitet. Seit der Wende erhielt sie für ihre weltweit ausgestellten Arbeiten verschiedene Kunstpreise und Stipendien. Gisela Gräning ist Jahrgang 1951 und in einer Schulzendorfer Künstlergruppe oder im Kulturbeirat Eichwalde engagiert.

Die „Vertikale Galerie“ kann in Lübben von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und am Freitag, 8 bis 16 Uhr, besucht werden. Weitere Infos unter 03546 20-1608 und zur Künstlerin auf www.gg-artworks.de .