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| 14:50 Uhr

Vor dem Fest
Krippenspiel mit zeitkritischen Kommentaren

Die Gemeindepädagogin Frauke Fischer (re.) hat das Krippenspiel mit den Kindern geübt. Es wird an Heiligabend ab 14:30 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben aufgeführt.
Die Gemeindepädagogin Frauke Fischer (re.) hat das Krippenspiel mit den Kindern geübt. Es wird an Heiligabend ab 14:30 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben aufgeführt. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Einen Mix klassischer und moderner Weihnachtsgeschichten führen Christen in der Paul-Gerhardt-Kirche Lübben auf.

Krippenspiele sind Tradition an Heiligabend. Sie erzählen die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu.Der Kern der Geschichte bleibt seit Jahrhunderten gleich, die szenische Darstellung wird immer wieder geändert. Das von Frauke Fischer vorbereitete Krippenspiel in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben ist „ein Mix aus klassischer und moderner Weihnachtsgeschichte“, wie sie sagt. Die Gemeindepädagogin der evangelischen Kirchengemeinde in der Kreisstadt hat die biblische Überlieferung  um „zeitkritische Kommentare“ ergänzt, die eigentliche Weihnachtsbotschaft jedoch nicht verändert. Sie spannt vielmehr den Bogen von der Geburt Jesu vor über 2000 Jahren bis in die heutige Zeit. Ihr Ansatz: „Früher haben sich die Menschen nach den Sternen orientiert, heute orientieren sie sich nach Google.“ Auch die zahlreichen Spannungen und Auseinandersetzungen in der Welt werden im von ihr überarbeiteten Krippenspiel angesprochen.

Vor allem Christenlehrekinder, aber auch einige Jugendliche und Erwachsene spielen mit – insgesamt etwa 20 Leute. Armin Dunger ist wie seine Eltern und seine kleine Schwester dabei. Der 17-Jährige hat die Rolle der Wirtsfrau übernommen. Ein Problem ist das für ihn nicht: „Die Geschichte an sich ist mir wichtig. Ich spiele gern mit.“ Schon als Konfirmand habe er während eines Krippenspiels mitgemacht. Die Weihnachtsgeschichte gehört für ihn an Heiligabend dazu. Auch Lena hat die Geburt Jesu schon spielerisch mit dargestellt. „Ich war die Maria“, erzählt die Zwölfjährige. „In diesem Jahr spiele ich den Josef.“ Sechs Szenen werden insgesamt gespielt.

Seit dem Martinstag am 11. November übt Frauke Fischer mit den Akteuren. Es geht etwa um lautes und deutliches Sprechen, um den Einsatz an der richtigen Stelle. Die Rollen sind seit Wochen verteilt. „Ich habe mich nach den Wünschen der Kinder gerichtet und diese weitgehend berücksichtigt“, erzählt die Gemeindepädagogin. Und, dass nicht Maria und Josef, sondern die drei Könige die begehrtesten Rollen waren. Inzwischen sitzen die Texte. Und wenn es doch mal klemmt, vielleicht sogar ein Akteur etwa wegen Krankheit nicht mitspielen kann, springt Frauke Fischer ein: „Ich bin die Absicherung für jede Rolle.“

Für die Gemeindepädagogin ist es das erste Krippenspiel in Lübben. Sie ist seit April dieses Jahres für die gemeindepädagogische Arbeit mit Kindern in der evangelischen Kirchengemeinde in der Spreewaldstadt zuständig. Am gestrigen Freitag gab es die  Generalprobe ihrer bearbeiteten Weihnachtsgeschichte. Morgen ab 14.30 Uhr wird ihr Krippenspiel während der Kinderweihnacht in der Paul-Gerhardt-Kirche aufgeführt. Enya, die älteste Tochter von Steven Brüche, spielt dann mit  in diesem Jahr schon zum zweiten Mal. „Das Krippenspiel gehört für uns zu Heiligabend dazu“, sagt der Lübbener. „Ich finde es wichtig, dass die Kinder unsere christlichen Wurzeln kennenlernen. Die Weihnachtsgeschichte ist eine gute Möglichkeit dafür.“ Wer sie hören will, hat dafür mehrere Gelegenheiten am morgigen 24. Dezember in Lübben und Umgebung.

In der Paul-Gerhardt-Kirche wird ab 16 Uhr ein weiteres Krippenspiel aufgeführt. Christvesper oder Andachten mit Krippenspielen gibt es zudem ab 15 Uhr in der Dorfkirche in Lubolz (Stadt Lübben), ab 16.30 Uhr in der Dorfkirche in Niewitz (Unterspreewald) und ab 17 Uhr in der Kirche in Steinkirchen sowie ab 16 Uhr in der katholischen Kirche in der Kreisstadt Dahme-Spreewalds.