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| 17:35 Uhr

Kriminalität in Dahme-Spreewald
Drogen, Diebstahl und Betrug beschäftigen Polizei in LDS

 Nach der Explosion im Spreewerk im März 2018 stehen Einsatzkräfte an der Straße bereit. Wegen der Gefahr weiterer Explosionen konnte der Unglücksort lange nicht betreten werden.
Nach der Explosion im Spreewerk im März 2018 stehen Einsatzkräfte an der Straße bereit. Wegen der Gefahr weiterer Explosionen konnte der Unglücksort lange nicht betreten werden. FOTO: LR / Ingrid Hoberg
Lübben. Die Zahl der Straftaten ist 2018 in LDS insgesamt zurückgegangen, aber Diebstahldelikte werden ein zunehmendes Problem. Negativer Ausreißer in der Statistik ist die Stadt Luckau. Von Liesa Hellmann

Die gute Nachricht vorweg: Die Zahl der erfassten Straftaten im Landkreis Dahme-Spreewald ist nach einem Anstieg 2017 im vergangenen Jahr wieder zurückgegangen. Dies geht aus der Kriminalstatistik der Polizeiinspektionen Dahme-Spreewald und Flughafen für das Jahr 2018 hervor. Demnach wurden im vergangenen Jahr 15 124 Straftaten im Landkreis erfasst. Gut ein Drittel davon entfällt auf die Gemeinde Schönefeld, auf deren Gebiet auch der Flughafen Berlin-Schönefeld liegt.

„Am Flughafen werden alle Menschen kontrolliert, deshalb ist die Entdeckungshäufigkeit von Straftaten sehr hoch“, erklärt Christian Hylla, Polizeidirektor der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald. In die Statistik gehen Fälle, bei denen beispielsweise verbotene Gegenstände im Reisegepäck bei der Sicherheitskontrolle gefunden werden genauso mit ein, wie Einreisedelikte. „Die Wahrscheinlichkeit, im Landkreis Dahme-Spreewald Opfer einer Straftat zu werden, ist geringer als in anderen Landkreisen Deutschlands“, sagt der Direktor der Polizeiinspektion Schönefeld Flughafen, Torsten Bley.

Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2018 523 Straftaten weniger im Landkreis erfasst. Der Rückgang geht hauptsächlich auf eine Abnahme von Straftaten nach sogenannten Nebengesetzen zurück. Dazu zählen etwa Straftaten nach dem Aufenthaltsgesetz, dem Betäubungsmittelgesetz, dem Waffengesetz und dem Asylgesetz. 584 Fälle weniger als 2017 wurden hier verzeichnet. Gestiegen ist hingegen die Zahl der erfassten Rohheitsdelikte (+112), wie Körperverletzung und Raub, sowie sonstige Straftaten (+59), zu denen Brandstiftung und Sachbeschädigung gezählt werden.

Einen starken Anstieg der Fälle verzeichnet die Polizei bei der Kriminalität rund um Kraftfahrzeuge: Hier hat sich die Zahl der Fälle um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Während die Zahl der Autodiebstähle in fast allen Regionen des Landkreises zurückging, nahm der Diebstahl von Autoteilen, etwa Scheinwerfern und Konsolen von hochwertigen Automarken, zu. Polizeidirektor Christian Hylla macht für den Anstieg eine weitere Deliktgruppe verantwortlich: „Beim Planenschlitzen verzeichnen wir in Brandenburg einen enormen Anstieg.“ Dabei werden auf Rastplätzen Lkw-Planen aufgeschnitten und die Güter von der Ladefläche gestohlen.

 Lediglich in Luckau hat die anzahl der Straftaten 2018 signifikant zugenommen.
Lediglich in Luckau hat die anzahl der Straftaten 2018 signifikant zugenommen. FOTO: LR / Schubert

Trauriger Höhepunkt 2018: Explosion im Spreewerk Lübben

Mit Blick auf die einzelnen Gemeinden zeigt sich, dass die Zahl der Straftaten in Lübben sowie den Gemeinden Heideblick, Märkische Heide und den Ämtern Lieberose/Oberspreewald und Unterspreewald zurückgegangen ist oder stagniert.

In Atem gehalten wurde Lübben im vergangenen Jahr durch die Explosion im Spreewerk. Der mutmaßliche Verursacher kam bei der Explosion ums Leben. Der Einsatz ist Christian Hylla im Gedächtnis geblieben: „Durch Folgeexplosionen konnten wir lange nicht ins Gebäude. Damals haben wir erstmals Drohnen genutzt, um ins Gebäude schauen zu können.“

Die Zahl der erfassten Straftaten stagniert 2018 in der Kreisstadt etwa auf Vorjahresniveau (2017: 1084, 2018: 1089). Eine Zunahme zeigt sich insbesondere bei Diebstahlsdelikten, bei denen vor allem die Zahl der Ladendiebstähle zugenommen hat. Autodiebstähle haben 2018 um 40 Prozent zugenommen – allerdings relativiert sich diese Zahl etwas beim Blick auf die absoluten Zahlen: Im Jahr 2017 wurden 15 Kraftfahrzeuge in Lübben gestohlen, 2018 waren es 21. Während die Zahl der Körperverletzungen ebenfalls anstieg (+23 auf 99), nahm die Zahl der Sachbeschädigungen und Betrugsfälle ab.

In den Ämtern Unterspreewald und Lieberose/Oberspreewald gab es ebenfalls eine Zunahme bei den Diebstahldelikten (Unterspreewald: +13 Prozent). In Lieberose/Oberspreewald zeigt sich ein Anstieg von 55 auf 92 Diebstahlsdelikte. Dafür spielen Wohnungseinbrüche, die Entwendung von Kraftfahrzeugen oder Fahrrädern in beiden Ämtern kaum eine Rolle.

In Märkische Heide und Heideblick ist es am sichersten

Die Gemeinden Märkische Heide und Heideblick können sich den Titel als sicherste Kommunen im ganzen Landkreis auf die Fahnen schreiben: Sie weisen die niedrigste Kriminalitätshäufigkeitszahlen in Dahme-Spreewald auf. Für diese Zahl werden die erfassten Straftaten auf 100 000 Einwohner bezogen. Dadurch lassen sich die Kriminalitätsbelastungen verschiedener Regionen miteinander vergleichen. In Märkische Heide liegt sie 2018 bei 2655 Fällen bezogen auf 100 000 Einwohnerinnen und damit niedriger als im Jahr 2017. Zum Vergleich: In Lübben liegt die Zahl 2018 bei 7799 Fällen auf 100 000 Einwohner.

In beiden Gemeinden wurde 2018 kein einziger Fahrraddiebstahl zur Anzeige gebracht, auch die Zahl der Wohnungseinbrüche und Autodiebstähle bewegt sich im niedrigen einstelligen Bereich.

 Einen leichten Rückgang gab es 2018 bei den Verkehrsunfällen im Landkreis Dahme-Spreewald.
Einen leichten Rückgang gab es 2018 bei den Verkehrsunfällen im Landkreis Dahme-Spreewald. FOTO: LR / Schubert

Fast ein Viertel mehr Straftaten in Luckau

Die Stadt Luckau sticht in der Kriminalstatistik heraus: Nicht nur stieg die Anzahl der Straftaten um fast 24 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017. Ein besonderer Zuwachs ist bei den Diebstählen zu verzeichnen, hier stieg die Zahl 2018 um 29 Prozent auf 197 Fälle. Ebenfalls auffällig ist, dass mehr der Betrugsfälle, Sachbeschädigungen und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert wurden.

Um welche Delikte genau es sich jeweils handelt, geht aus der Kriminalitätsstatistik nicht hervor. Zumindest die Zunahme der aufgenommenen Betrugs- und Drogenkriminalitätsfälle ließen sich aber einordnen, so Christian Siewert von der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald. Hinter den Betrugsfällen vermutet er hauptsächlich den sogenannten Enkeltrick, bei dem Täter vorzugsweise ältere Menschen kontaktieren und sich bei ihnen als Verwandte ausgeben, um sich Geld zu erschleichen. „Für den Enkeltrick ist man heute sensibler und bereits dem Verdacht einer Straftat wird nachgegangen.“

Die Zahl der Fälle in der Rauschgiftkriminalität stiegen um etwa 59 Prozent auf 65 erfasste Fälle. Auch hierfür macht Siewert eine erhöhte Sensibilität der Polizei verantwortlich: 2018 seien mehrere groß angelegte Verkehrskontrollen durchgeführt worden mit dem Ziel, Autofahrer unter Drogeneinfluss zu identifizieren. Luckau sei ein Schwerpunkt dieser Verkehrskonstrollen gewesen. „Dadurch wurden mehr Rauschgiftdelikte aus dem Dunkelfeld ins Hellfeld geführt. Es wurde also nicht mehr konsumiert, sondern die Kontrollen sind besser geworden und Fahrer unter Drogen öfter überführt worden“, so Christian Siewert.