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| 02:43 Uhr

Kriminalität in LDS deutlich gesunken

Die Zahl der Autoeinbrüche ist im Landkreis Dahme-Spreewald stark zurückgegangen.
Die Zahl der Autoeinbrüche ist im Landkreis Dahme-Spreewald stark zurückgegangen. FOTO: Fotolia
Königs Wusterhausen. Die Kriminalität im Landkreis Dahme-Spreewald hat merklich abgenommen. Das ist der Grundtenor der Kriminalstatistik, die die Polizeidirektion Süd am Dienstag für das Jahr 2015 vorgestellt hat. Oliver Fischer

Im vergangenen Jahr wurden zwischen Schönefeld und Luckau 13 692 Straftaten registriert. Das ist der geringste Stand seit mindestens zehn Jahren. Im Jahr 2014 verzeichneten die Beamten noch rund 1100 Straftaten mehr.

Aufgeklärt wurden 56,4 Prozent der Straftaten. Auch wenn einige Prozent davon aus Asyldelikten stammen, bei denen die Aufklärungsquote naturgemäß hoch ist, wertet Christian Hylla, Leiter der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald, die Quote als "im Vergleich zu anderen Landkreisen ordentlich".

Ursache dafür, dass weniger Straftaten registriert wurden, ist vor allem ein deutlicher Rückgang bei Diebstählen. 4962 wurden im vergangenen Jahr gemeldet, auch das ist ein Zehn-Jahres-Tiefstand. Im Jahr 2014 waren es immerhin noch mehr als 6000.

Pegasus mit Fahndungserfolg

In Königs Wusterhausen, Wildau, Mittenwalde und vor allem in Lübben haben Fahrraddiebstähle, Kellereinbrüche und ähnliche Delikte massiv abgenommen. Als eine Erklärung liefert Christian Hylla unter anderem einen Fahndungserfolg der international agierenden Ermittlungsgruppe Pegasus. Die war 2014 gegründet worden, um dem grassierenden Fahrraddiebstahl Einhalt zu gebieten. Tatsächlich gelang den Ermittlern ein Coup. Laut Christian Hylla wurde in einem polnischen Dorf ein ganzer Diebesring ausgehoben. "Die haben zum Teil komplette Fahrradständer mit angeschlossenen Rädern mitgenommen, die später in Rotterdam gefunden wurden. Die sollten nach Afrika verschifft werden", sagt Polizeisprecher Lutz Miersch. In diesem Fall ist bei der Staatsanwaltschaft Cottbus derzeit ein Großverfahren anhängig.

Nach diesem Schlag habe sich die Lage beruhigt, wobei Fahrräder grundsätzlich immer noch gestohlen werden. "Besonders im Süden lässt sich auch ein Zusammenhang zwischen Fahrraddiebstahl und Drogenkonsum aufzeigen", so Miersch. Die Diebe seien dort häufig Drogenabhängige, die mit einem neuwertigen Fahrrad eine Tagesration Drogen bezahlen.

Stark zurückgegangen sind auch Autoeinbrüche. In Königs Wusterhausen etwa hat sich die Zahl der Autoeinbrüche im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr halbiert. Konstant geblieben ist lediglich die Zahl der Autodiebstähle - also der Komplettentwendungen, wie es bei der Polizei heißt. Zu einem Schwerpunkt des Autodiebstahls in der Region scheint sich Königs Wusterhausen zu entwickeln. Dort hat sich die Zahl der Diebstähle von 45 auf 79 erhöht. Beliebt seien VW und Audi, sagt Christian Hylla.

Nachbarn besser als Hunde

Wohnungen und Einfamilienhäuser sind weiterhin Ziel von Einbrechern, auch wenn die Zahlen rückläufig sind. 320 Wohnungseinbrüche wurden im Jahr 2015 registriert, nur 57 davon konnten aufgeklärt werden. Die Polizei setze bei der Bekämpfung auf Sozialkontrolle und Prävention, so der Inspektionschef. "Gerade in Eichwalde und Zeuthen, wo es zuletzt mehr Einbrüche gab, werden wir die Bevölkerung aufrufen, unsere Beratungsangebote wahrzunehmen." Aufmerksame Nachbarn seien ein guter Schutz. Hunde weniger. "Die Einbrecher bringen Hundefutter mit und lenken den Hund ab", so Christian Hylla.

Der Inspektionsleiter äußerte sich auch zu Kriminalität bei Flüchtlingen. Die sei ausnehmend gering. Insgesamt wurden im vorigen Jahr 177 Straftaten von Asylbewerbern registriert. Darunter waren aber allein 72 Verstöße gegen das Asylgesetz. Die Statistik listet 17 Diebstähle und 54 Rohheitsdelikte, also Beleidigungen und Körperverletzungen auf. Fast alle seien innerhalb der Flüchtlingsgruppen aufgetreten. "Die Zahlen sagen etwas anderes aus als das, was in der Bevölkerung herumgeistert", so Hylla. Asylbewerber hätten kein Interesse, straffällig zu werden. "Sie würden damit ihr eigenes Verfahren massiv gefährden."