In der Paul-Gerhardt-Kirche wurde am Donnerstagabend an die Zerstörung der Stadt vor 75 Jahren erinnert. Für 15 Minuten läuteten die Glocken der Kirche. Drin kamen Vertreter der drei Lübbener Kirchgemeinden, Bürgermeister Lars Kolan und weitere Lübbener zusammen.

Pfarrer Martin Liedtke, sein katholischer Amtskollege Udo Jäkel und Steffen Neubauer von der Neuapostolischen Gemeinde sprachen Gebete. Gemeinsam mit Bürgermeister Lars Kolan entzündeten sie anschließend Kerzen an der Weltkugel vor der Gedenkstätte für die Opfer von Kriegen, Gewalt und Terror. Kantor Johannes Leonardy stimmte den Kanon „Dona nobis pacem“ an, den die Anwesenden gemeinsam sangen. Bereits seit Donnerstagmittag waren zahlreiche Kerzen in der Kirche entzündet worden, die zu diesem Zweck und für stille Gebete geöffnet war.

Bei den Kämpfen um die Stadt Lübben waren zwischen dem 20. und 27. April 1945 mehr als 500 Zivilisten sowie rund 300 deutsche und sowjetische Soldaten um Leben gekommen. Zuvor war der Lübbener Stadtkommandant auf die angebotene Kapitulation am 20. April nicht eingegangen. Es folgte der Beschuss der Stadt. Der größte Angriff fand am 23. April statt. Der damalige Pfarrer Richard Raabe notiert, dass um 19.30 Uhr der Kirchturm zu brennen begann. Bis zum nächsten Morgen gegen 4 Uhr brannte der Turm völlig aus.