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| 01:35 Uhr

Kreissynode lässt Christen zappeln

Duben.. Die Kreissynode des evangelischen Kirchenkreises Lübben lässt die Christen im Kirchenkreis Finsterwalde zappeln. Das Gremium hat während der Frühjahrssynode in Duben einen Beschluss zur Fortführung von Gesprächen mit dem Ziel einer Fusion verschoben. Andreas Staindl

„Eine halbe Stunde Diskussion ist zu wenig“ , begründete Pfarrer Hans-Christoph Höck (Lübben-Land).
Der Wahlmarathon während der Beratung hatte das Thema Fusion an den Rand gedrängt. „Ich möchte viel Zeit zum Nachdenken haben“ , sagte Martin Nikolitsch. Der Pfarrer aus Golßen befürchtete: „Wenn wir einen Beschluss fassen, dass wir in Verhandlungen eintreten wollen, wäre das schon eine Zustimmung. Es gibt noch reichlich Bedenken.“
Auch Pfarrer Ernst-Günther Heide aus Krausnick wünscht sich „mehr Zeit zum Abwägen. Der amtierende Superintendent des Kirchenkreises Finsterwalde hat gesagt, dass es keinen Druck gebe. Wir können uns also in Ruhe informieren und breit über eine Fusion diskutieren“ , so der Geistliche.
Thomas Jaeger wünscht sich dagegen möglichst bald Gespräche mit dem Nachbarkirchenkreis: „Wenn die Fusion erst einmal von oben verordnet wird, bleibt uns kaum noch Spielraum“ , argumentierte der Pfarrer aus Neu Zauche.
Die Kreissynode des Kirchenkreises Finsterwalde hatte Mitte Januar dieses Jahres mehrheitlich die Fortführung der Gespräche mit dem Kirchenkreis Lübben beschlossen. „Wir wären ein guter Ehepartner, denn wir haben solide Finanzen“ , erklärte der amtierende Finsterwalder Superintendent Markus Herrbruck in Duben.
Wie Superintendentin Ulrike Voigt sagte, habe es erste Gespräche für eine Zusammenarbeit schon im Jahr 2006 gegeben. Der Vorstoß sei vom Nachbarkreis ausgegangen. Der Kirchenkreis Finsterwalde habe inzwischen weniger als 14 000 Mitglieder. Die Landeskirche strebe aber mindestens 20 000 Gemeindemitglieder pro Kirchenkreis an. Der Kirchenkreis Lübben hat fast 25 000 Kirchenmitglieder. „Auch die Landessynode kann über die Zusammenlegung von Kirchenkreisen entscheiden“ , erklärte Ulrike Voigt. Sie wünschte sich, dass die Kreissynode den Kreiskirchenrat für Gespräche mit Finsterwalde legitimiert.
Der Langengrassauer Pfarrer Frank Gehrmann sah dafür keinen Grund: „Es kann doch auch ohne einen Beschluss jeder mit den Christen im Kirchenkreis Finsterwalde reden.“