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| 14:02 Uhr

Dahme-Spreewald
Kreiskonzept startet im Sommer

Lübben. Derzeit wird die Vergabe der Kreisentwicklungskonzeption an eine Firma vorbereitet. Von Ingvil Schirling

Wie soll sich der Landkreis Dahme-Spreewald langfristig entwickeln? Wie kann er die Impulse aus der Hauptstadtregion am besten nutzen? Wie könnte das durchschnittliche Lohnniveau steigen, wie neue Einwohner angesiedelt werden und welche Infrastruktur ist dafür notwendig? Wie kann Dahme-Spreewald von der sich rasant entwickelnden Hauptstadtregion Berlin maximal profitieren?

Diese und weitere Fragen soll eine Kreisentwicklungskonzeption beantworten. Dem liegt ein Kreistagsbeschluss zugrunde. Doch erst müssen Vergaberichtlinien und Fristen beachtet werden. Im Wirtschaftsausschuss hat Heiko Jahn als Leiter des Geschäftsbereichs Landrat über die nächsten Schritte informiert.

Wir haben ein Gespräch mit der zentralen Vergabestelle geführt, um herauszufinden, was genau und welche Fristen bei der Ausschreibung zu beachten sind“, erklärt Heiko Jahn. Die Konzeption soll von einer externen Firma erstellt werden.

Vorab wird die Kreisverwaltung Studien und Papier über die Entwicklung und Zukunft des Landkreises zusammenstellen, die es schon gibt.

In einer Beratung mit den Bürgermeistern des Landkreises am Mittwoch in dieser Woche wurde Jahn zufolge festgelegt, dass zum freiwilligen Ausschuss, der die Kreisentwicklungskonzeption in ihrer Entwicklung begleitet, zwei statt nur ein Bürgermeister gehören soll: einer aus dem Süden und einer aus dem Norden. „Diesem Wunsch kommen wir gerne nach“, sagt er.

All diese Entwicklungen sollen in einer Vorlage zusammengefasst und dem Kreistag am 21. März erneut vorgelegt werden. Die 140 000 Euro für die Firma sollen darin eingestellt werden, so Heiko Jahn. Unterm Strich bedeutet das, dass mit der eigentlichen Arbeit voraussichtlich nicht vor Juni begonnen werden soll. „Wir wollen aber nicht unter Zeitdruck geraten“, so der Leiter des Geschäftsbereichs Landrat. „Die Qualität muss stimmen.“

Wie notwendig eine solche Konzeption ist, machte unabhängig davon der Bericht von Gerhard Janßen als Chef der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Wirtschaftsausschuss deutlich. Ein Kernpunkt der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung im Landkreis ist aus seiner Sicht die Frage, wie genügend Fachpersonal für den Arbeitsmarkt gewonnen werden können. „Der Personalbereich ist einer der ganz zentralen Engpassfaktoren für das Wachstum in Dahme-Spreewald“, sagte er. Ansätze gibt es - teils schon seit Jahren - etwa mit dem Berufsorientierungsprogramm Start to Fly für Gymnasiasten und „Young Professionals Aerospace“ für Studenten. Nun gibt es auch für Grundschüler ein Angebot: Engagierte Eltern, so Janßen, machen sie mit Flugversuchen von Drohnen vertraut, die sie bauen, reparieren und mit denen sie umgehen lernen. „Den Nachwuchs zu begeistern, gelingt am besten durch persönliches Erleben“, so der Wirtschaftsförderer.

Doch das wird längst nicht ausreichen. Weitere gemeinsame Ansätze mit Arbeitsagentur umd Jobcenter sind daher in Arbeit.

Als einen von vielen weiteren Punkten sprach Janßen das Flughafenumfeld an, genauer: dessen Entwicklung. Sinnvoll sei es, alle Beteiligten in einem Verbund zusammenzubringen, skizzierte Janßen, also Land, Kreise und Privatwirtschaft, um eine Struktur zu schaffen, die die Umlandentwicklung in eine Richtung bringt. „Derzeit ziehen noch zu viele Beteiligte an zu vielen Seilen und Enden“, warnte er. „Das würde einen großen Schub nach vorne bringen, bis in die Lausitz. Aber es muss Geld in die Hand genommen und zusammengearbeitet werden.“

Den Faden nahmen im Fachausschuss mehrere Abgeordnete auf, darunter Vorsitzender Dr. Adolf Deutschländer (Linke) und Hannelore Gabriel (UBL/Wir für KW). Zielrichtung ihrer Fragen war, wie Kommunen und Landkreis besser zusammenarbeiten können, um beispielsweise dringend benötigte Gewerbeflächen auszuweisen. „Wir können nur Angebote machen“, antwortete Heiko Jahn und nahm Bezug auf die kommunale Selbstverwaltung. „So verstehe ich auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Vieles machen wir auch schon gemeinsam mit den Bürgermeistern.“