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| 19:05 Uhr

Feuerwehr
Kreisfeuerwehr erobert die Wirtschaft

Feuerwehreinsätze erfordern Kraft und Ausdauer – und dienen letztlich dem Gemeinwohl. Die Partnercard des Kreisfeuerwehrverbandes gibt den Frauen und Männern etwas zurück, fördert die Fitness und gleichzeitig die Vernetzung mit der Wirtschaft.
Feuerwehreinsätze erfordern Kraft und Ausdauer – und dienen letztlich dem Gemeinwohl. Die Partnercard des Kreisfeuerwehrverbandes gibt den Frauen und Männern etwas zurück, fördert die Fitness und gleichzeitig die Vernetzung mit der Wirtschaft. FOTO: dpa / Friedrich Bungert
Lübben/Luckau. Kreisfeuerwehrverband will Vernetzung mit der Wirtschaft kontinuierlich weiter ausbauen. Davon sollen beide Seiten profitieren. Von Ingvil Schirling

Wenn Feuerwehrleute löschen, fließt nicht nur das Wasser, sondern manchmal auch der Schweiß. Ähnliches gilt, wenn sie als Atemschutzgeräteträger unterwegs sind. Feuerwehrleute müssen fit und gesund sein – oft genug kommen sie im Einsatz an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

Seit mehreren Jahren gibt es daher das Projekt „Fit und gesund im Einsatz“, geboren aus dem Fachausschuss Gesundheit, Sport und Fitness des Kreisfeuerwehrverbandes heraus. Den ersten Ansatz dazu hatte Doreen Lindenau gemacht (die LR berichtete). Die Idee war, Partner aus dem Gesundheitsbereich zu finden. Über vergünstigte Konditionen wurde es den Feuerwehrleuten ermöglicht, deren Angebote zu nutzen.

Dieses Projekt läuft nicht nur erfolgreich, es hat sich aus ihm auch ein weiteres, größeres entwickelt, das längst auf ganz eigenen Füßen steht. Die Rede ist von der „Partnercard“, über die Wirtschaft und Feuerwehr mehr als bisher vernetzt werden sollen.

Das hat sich Mathias Liebe auf die Fahnen geschrieben. Er ist der Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes mit Sitz in Luckau. Die Vernetzung von Wirtschaft und Feuerwehr sieht er als eine wichtige Aufgabe an.

Dabei geht es um mehrere Aspekte. Brandschutz, technische Hilfeleistungen, die Einsätze im Notfall sind Aufgaben, die in der Regel von ehrenamtlichen Feuerwehrleuten gestemmt werden. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft, also indirekt auch die Unternehmen. Dass diesen ein Mitarbeiter, der ehrenamtlich in der Feuerwehr ist, auch ganz direkt ein großer Gewinn sein kann, möchte Mathias Liebe mehr als bisher verdeutlichen. Ein Brandschutzbeauftragter, der ehrenamtlich bei der Feuerwehr ist, führe diese Aufgabe mit mehr Wissen, Hintergrund und Herzblut aus als einer, der zu diesem Arbeitsfeld weniger Affinität hat – diese Argumentation verfängt.

Abgesehen von dieser eher abstrakten Ebene haben beide Seiten aber auch ganz konkrete Vorteile. Feuerwehrleute können die Angebote vergünstigt nutzen, die Anbieter haben dadurch einen Kundenzuwachs und eine verstärkte Möglichkeit zu ihrer Bindung.

Einige Beispiele: Im Sportpark Lübben gibt es 15 Prozent Rabatt für Feuerwehrleute auf das gesamte Angebot sowie einen kostenfreien Fitnesscheck beim Training mit Blutdruckmessung und Konstitutionsprüfung. Die „Spreewelten“ in Lübbenau bieten sogar 50 Prozent Rabatt auf ein Eintritt für das Hallenbad Delphin sowie zehn Prozent Nachlass für alle Tarife im Spreeweltenbad (außer den bereits vergünstigten) und ebenso für die Saunawelt. Bei Möbel Höffner gibt es einen Einkaufsrabatt von fünf Prozent auf alle Warengruppen.
Und Tropical Islands bietet 15 Prozent Nachlass auf den Eintritt sowie einmal jährlich 360 Freikarten für das Herbstlager der Kreisjugendfeuerwehr. Mehr als 30 solcher
Kooperationspartner gibt es bisher. Die Angebote gehen weit über den Bereich Gesundheit hinaus. Mit dabei ist etwa die Agrargenossenschaft Dürrenhofe, die Feuerwehrleuten fünf Prozent Rabatt auf das gesamte Warensortiment im Hofladen anbietet und ebenso viel auf diverse Technik wie Rasenmäher und -traktoren oder Ersatzteile. Ebenso gibt es aber auch Angebote, die den Feuerwehrleuten ganz direkt nutzen: Der Lübbener Kletterwald beispielsweise ermöglicht ihnen die kostenfreie Nutzung des zehn Meter hohen Kletterturms, um die Absturzsicherung und Höhenrettung zu trainieren.

All das zielt unterm Strich ebenso darauf ab, die Region zu stärken und mit der Verbindung Feuerwehr – Unternehmen das Image noch weiter zu verbessern.

Um diese Vernetzungen auf sichere Beine zu stellen, wurde die Partnercard geschaffen. Sie ist personalisiert und gilt seit gut zwei Jahren für die Mitglieder des Kreisfeuerwehrverbandes Dahme-Spreewald. Wenn sie vorgelegt wird, können die Vergünstigungen genutzt werden.

„Was der jeweilige Partner gibt, ist ganz ihm selbst überlassen“, sagt Mathias Liebe. Im Gegenzug bekommt er unter anderem Marketing-Material, um die Außenwirkung noch weiter zu stärken. Dass aber viel mehr der Gedanke, dem Einsatzwillen der Feuerwehrleute etwas zurückzugeben, funktioniert, zeigt die immer länger werdende Partnerliste.

Feuerwehr im Fitnessstudio
Feuerwehr im Fitnessstudio FOTO: Kreisfeuerwehrverband